• vom 17.04.2012, 08:52 Uhr

Frankreich 2012

Update: 17.04.2012, 11:36 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Präsidentschaftswahl in Frankreich

Hollande könnte schon im ersten Wahlgang vorne liegen



  • Umfragen sehen Sozialisten vor Sarkozy.

Francois Hollande hat gute Chancen auf den Wahlsieg in Frankreich. - APAweb/Christophe Ena/AP

Francois Hollande hat gute Chancen auf den Wahlsieg in Frankreich. APAweb/Christophe Ena/AP

Paris. Jüngsten Meinungsumfragen zufolge wird der sozialistische französische Präsidentschaftskandidat Francois Hollande (PS) bereits im ersten Wahldurchgang am kommenden Sonntag vor dem amtierenden konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy (UMP) die Führung übernehmen.

Alle anderen Kandidaten liegen in den Umfragen weit hinter den beiden Favoriten. Die einzigen Ungewissheiten sind einerseits, ob Sarkozy oder Hollande im ersten Durchgang in Führung liegen (beide erhalten laut Umfragen knapp 30 Prozent der Stimmen), und andererseits ob der Linksaußen Jean-Luc Melenchon von der "Linksfront" aus Kommunisten (PCF) und Linkspartei (PG) oder die Rechtsaußen Marine Le Pen von der "Front National" (FN) den dritten Rang belegen. An vierter Stelle wird sich voraussichtlich der zentrumsbürgerliche Chef der "Mouvement Democrate" (MoDem), Francois Bayrou, befinden.

Viele entscheiden erst in letzter Minute
IFOP-Vizedirektor Frederic Dabi betonte allerdings, dass rund 20 Prozent der Befragten erklärten, dass sie sich erst in letzter Minute für den einen oder den anderen Kandidaten entscheiden werden. Gemeinsam mit den Unentschlossenen machen diese rund 13 bis 15 Millionen Wähler aus, so Dabi. Es handelt sich bei den Wählern um das sogenannte "stille Frankreich", an das Präsident Sarkozy jüngst wiederholt appelliert hatte, um doch noch eine Umkehr der Tendenz heraufzubeschwören.

"Die Würfel sind noch nicht gefallen", sagte Gael Sliman vom Meinungsforschungsinstitut BVA und erinnerte daran, dass es "Querverbindungen" zwischen den Wählern von Marine Le Pen und Jean-Luc Melenchon gebe. Dies könnte den beiden Favoriten etwa zwei Prozentpunkte kosten und die Rangliste nach dem ersten Wahldurchgang verändern. Psychologisch ist es für den amtierenden Präsidenten sehr wichtig, als Favorit bei der Stichwahl anzutreten, weil ansonsten seine politische Bilanz der letzten fünf Jahre bereits angeschlagen erscheint.

Polemik um frühere Ergebnis-Veröffentlichung
Eine Debatte hat unterdessen auch der Umstand ausgelöst, dass gewisse ausländische Medien und soziale Netzwerke im Internet angekündigt haben, dass sie die ersten Ergebnisse bereits vor der Schließung der letzten Wahlbüros um 20 Uhr in Paris veröffentlichen wollen. Dies hält eine Mehrheit von 64 Prozent der Franzosen laut einer Harris-Umfrage für eine "schlechte Sache". 56 Prozent sind der Ansicht, die Veröffentlichung könne jene Bürger beeinflussen, die noch nicht gewählt haben. In der Studie erklärten sich neun Zehntel der Befragten überzeugt, dass Netzwerke wie Facebook und Twitter Ergebnisse von Exit-Polls vor Ende der Wahlen verkünden werden.

Der französischsprachige belgische Rundfunk RTBF kündigte bereits an, dass schon um 18 Uhr die ersten Exit-Polls zu den französischen Wahlen im Fernsehen veröffentlicht werden sollen. Im Radio werde dies bereits um 17 Uhr der Fall sein, hieß es. In Frankreich ist es gesetzlich verboten, vor 20.00 Uhr vorläufige Wahlergebnisse zu veröffentlichen.




Schlagwörter

Frankreich, Francois Hollande

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-17 09:19:26
Letzte Änderung am 2012-04-17 11:36:22


Frankreich 2012: Das Ergebnis des zweiten Wahlgangs

Das von der französischen Wahlbehörde verlautbarte offizielle Endergebnis des zweiten Wahlgangs der französischen Präsidentschaftswahlen 2012 ergab... weiter




In den Programmen von Hollande und Sarkozy finden sich auch Übereinstimmungen

Der nächste Präsident muss sparen

(ja) Nicht nur der Inhalt auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung von Programmen kann wahlentscheidend sein. Der sozialistische... weiter




Hollande klarer Favorit der Stichwahl

Frankreich 2012: Umfragen zur Wahl

Hellseher - Klaus Eppele - Fotolia.com In der Vorwahlzeit stehen die Meinungsforscher im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Die Prognosen für den zweiten Wahlgang sagen einen klaren... weiter




Frankreich 2012: Das Ergebnis des ersten Wahlgangs

Frankreich 2012 - 1. Wahlgang - Marie-Lan Nguyen (2), besoindegauche - Charles Hendelus, EPP, Antonin Borgeaud - Creative Commons Das von der französischen Wahlbehörde verlautbarte offizielle Endergebnis des ersten Wahlgangs der französischen Präsidentschaftswahlen 2012... weiter




Die Kandidaten des ersten Wahlgangs

Frankreich 2012 Kandidaten 1 - Marie-Lan Nguyen, besoindegauche - Charles Hendelus, EPP, Antonin Borgeaud, Marie-Lan Nguyen - Creative Commons Drei Kandidatinnen und sieben Kandidaten haben sich für die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen am 22... weiter




Der französische Präsident steht an der Spitze des politischen Systems

Das mächtigste Staatsoberhaupt in der EU

Politisches System Frankreich - Ladyt - Creative Commons Von allen Staatsoberhäuptern der Europäischen Union hat der französische Präsident die größten Vollmachten. Seine starke Stellung verdankt er der... weiter




Kandidaten brauchen breit gestreute Unterstützung

Wie wird gewählt?

Elysée - Pang-hung liu - Creative Commons Der Präsident der Republik Frankreich wird in allgemeiner und direkter Wahl gewählt. Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre... weiter




Die Präsidenten Frankreichs

De Gaulle - KA PS - Creative Commons Der Präsident der Republik (Président de la République) ist Vorsitzender des Ministerrats, Staatsoberhaupt und repräsentiert  Frankreichs auf... weiter



Werbung



Beliebte Inhalte






Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung