Paris. Eine dunkle Wolkendecke hängt vor den Präsidentschaftswahlen über Paris. Das Wetter ist so trüb wie die politische Stimmung. Den Franzosen behagt weder das eine, noch die andere. 13 bis 15 Millionen der fast 45 Millionen Wahlberechtigten wissen noch nicht, wem sie die Stimme geben sollen – so die Schätzungen. Zu wenig können die Vorschläge der einzelnen Kandidaten begeistern.
"Gleichheit", sagt Yassine, dafür wird seiner Meinung nach der sozialistische Kandidat François Hollande sorgen, wenn er erst einmal Präsident ist. Das betrifft nicht nur die Menschen generell: "Schwarze, Weiße, Homosexuelle, Heterosexuelle, alle sind gleich", sondern auch das Geld, sagt der Pariser Student. Präsident Nicolas Sarkozy, der sich um eine zweite Amtszeit bewirbt, lässt den Finanzmärkten für seinen Geschmack zu viel Platz, Hollande hingegen bringe Umverteilung.
Die Präsidentschaftswahlen finden in einem Land statt, das sich mitten in der Krise befindet. Von den drei großen tonangebenden europäischen Staaten hat Frankreich als einziger seinen Triple-A-Status verloren – ein Schock für die Franzosen, die es gewohnt sind, mit Deutschland und Großbritannien auf Augenhöhe zu sein. Die Arbeitslosigkeit ist seit der letzten Wahl im Jahr 2007 von 7,9 auf fast zehn Prozent gestiegen.

"Gleichheit", sagt auch der arbeitslose Endfünfziger Claude, wenn man ihn danach fragt, was er sich von Hollande erwartet. "Mit ihm hat die Monopolisierung des Geldes ein Ende. An ihre Stelle wird die Monopolisierung der Solidarität rücken." Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Frankreich weit auseinander. Für Hollande ist das die Chance, mit Versprechen über Sozialleistungen zu punkten, skrupellose Geschäftemacher anzuprangern und die von vielen ersehnte Stärkung des Sozialstaates zu versprechen. Er will wieder die Alterspension mit 60 Jahren einführen, 60.000 zusätzliche Posten im Schulwesen in fünf Jahren sowie 150.000 Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen und das EU-Budgetabkommen neu verhandeln, um von der Sparpolitik, wie sie Amtsinhaber Nicolas Sarkozy anpreist, zugunsten einer Politik zur Ankurbelung des Konjunkturaufschwungs Abstand zu nehmen. Ein 75-prozentiger Spitzensteuersatz ist Teil seiner Strategie, um bei der Präsidentenwahl am Sonntag groß zu punkten und sich spätestens bei der Stichwahl am sechsten Mai als neues Staatsoberhaupt gefeiert zu werden.

Das von der französischen Wahlbehörde verlautbarte offizielle Endergebnis des zweiten Wahlgangs der französischen Präsidentschaftswahlen 2012 ergab... weiter
(ja) Nicht nur der Inhalt auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung von Programmen kann wahlentscheidend sein. Der sozialistische... weiter
In der Vorwahlzeit stehen die Meinungsforscher im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Die Prognosen für den zweiten Wahlgang sagen einen klaren...
weiter
Das von der französischen Wahlbehörde verlautbarte offizielle Endergebnis des ersten Wahlgangs der französischen Präsidentschaftswahlen 2012...
weiter
Drei Kandidatinnen und sieben Kandidaten haben sich für die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen am 22...
weiter
Von allen Staatsoberhäuptern der Europäischen Union hat der französische Präsident die größten Vollmachten. Seine starke Stellung verdankt er der...
weiter
Der Präsident der Republik Frankreich wird in allgemeiner und direkter Wahl gewählt. Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre...
weiter
Der Präsident der Republik (Président de la République) ist Vorsitzender des Ministerrats, Staatsoberhaupt und repräsentiert Frankreichs auf...
weiter