
(aum) Jean-Marc Ayrault wird als künftiger Premierminister Hollandes gehandelt - immer vorausgesetzt, die Sozialisten bringen auch bei den im Juni stattfindenden Parlamentswahlen eine Mehrheit zusammen.
Gerade nach Hollandes Forderungen, den von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel angestoßenen EU-Fiskalpakt um Wachstumselemente zu erweitern, könnte der 62-jährige frühere Deutschlehrer mit seiner versöhnlichen Art als Brückenbauer agieren, um den Streit über den Sparkurs in Europa zu entschärfen.
Martine Aubry ist zwar auch als Premierministerin im Gespräch, der Posten wird ihr als Gegnerin Hollandes in der Vorwahl wohl verwehrt bleiben. Sie dürfte Chefin der Sozialistischen Partei bleiben.

Manuel Valls, Abgeordneter und Bürgermeister der Pariser Vorort-Gemeinde Evry, ist Favorit bei der Besetzung des Innenminister-Postens. Der Sohn spanischer Bürgerkriegsflüchtlinge war Chef des Kampagnenteams Hollandes. Der 49-Jährige ist Vertreter des rechten Parteiflügels, bezeichnet Blair und Clinton als seine Vorbilder und wünscht eine Abkehr vom Begriff "Sozialismus". Für ihn spricht seine Erfahrung im Alltag der Vorstädte und als Bürgermeister der Gemeinde mit der größten Moschee Frankreichs.
Ein Urgestein der Parti Socialiste ist der 66-jährige Ex-Parteichef, Ex-Finanzminister und Ex-Parlamentspräsident Laurent Fabius. Er war verantwortlich für die Planung der ersten hundert Tage der künftigen PS-Regierung. Da er während der Zeit des Wahlkampfs François Hollande im Ausland vertrat, spekulieren Experten, dass für ihn das Amt des Außenministers vorgesehen sein könnte.
Junge Wilde in den Startlöchern: Auch wenn das Kabinett grundsätzlich eher mit der alten Garde bestritten wird, zeigen doch vor allem junge Sozialistinnen auf, denen eine blühende Zukunft vorausgesagt wird. Aurélie Filippetti wird als Gymnasiallehrerin für Literatur und als politische Schriftstellerin ("Das Ende der Arbeiterklasse") für den Posten als Kulturministerin gehandelt. Die 38-Jährige kam ursprünglich von den Grünen, für die sie als Bezirksrätin des fünften Pariser Bezirks fungierte.
Noch 2007 gehörte sie zum Stab der damaligen Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal, die nun als Parlamentspräsidentin im Gespräch ist.
Ebenfalls aus Royals Team kommt Najat Vallaud-Belkacem (34), Mutter von Zwillingen und Vizebürgermeisterin von Lyon. Sie will bei den Parlamentswahlen einen Abgeordnetenposten einheimsen, wird aber auch als Staatssekretärin für Jugend oder Chancengleichheit gehandelt.
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