Paris. (sd) Der Sozialist François Hollande wurde von den Franzosen mit 51,62 Prozent der Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt. Sein Rivale Nicolas Sarkozy erreichte 48,38 Prozent.
Hollande verdankt den Wahlsieg unter anderem dem Unmut der Franzosen über die bisherige Politik Sarkozys. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zeigt, dass 55 Prozent aller Hollande-Wähler mit ihrer Stimme dem eingeschlagenen Weg Sarkozys eine Abfuhr erteilen wollten. Rund 45 Prozent der Wähler des sozialistischen Kandidaten gaben an, Hollande im Präsidentenamt sehen zu wollen.
Wenig überraschend konnte Hollande bei der gestrigen Wahl auf die Anhänger der im ersten Durchgang ausgeschiedenen "Linksfront" von Jean-Luc Mélenchon zählen. Rund 81 Prozent der Linksfront-Wähler entschieden sich für Hollande.
Die Wähler von Zentrumspolitker François Bayrou (Mouvement Democrate, MoDem) konnte Hollande jedoch weniger stark überzeugen. Obwohl sich Bayrou überraschend auf die Seite Hollandes geschlagen und angekündigt hatte, für ihn zu stimmen, entschieden sich nur 29 Prozent der MoDem-Wähler für den Sozialisten. Nicolas Sarkozy konnte stärker profitieren, er überzeugte 41 Prozent dieser Wählerschicht. Die restlichen 30 Prozent wählten weiß oder ungültig.
Marine Le Pen von der rechtsextremen Front National (FN), die im ersten Wahlgang mit 17,9 Prozent Dritte wurde, gab vor dem zweiten Durchgang bekannt, weiß wählen zu wollen. Viele ihrer Wähler taten es ihr gleich: Umfragen zeigen, dass 35 Prozent der Front National-Anhänger ebenfalls weiß oder ungültig wählten. Nur 14 Prozent der FN-Wähler entschieden sich für Hollande, 51 Prozent stimmten für Sarkozy.
Hollande punktet bei Schlechtverdienern
Wählerschichtanalysen zeigen, dass der neu gewählte Präsident Hollande in allen Altersklassen - mit Ausnahme der über 60-Jährigen - punkten konnte. Wähler aus den Berufsgruppen der Selbständigen, Angestellten und Arbeiter waren mehrheitlich auf der Seite des Sozialisten, während Unternehmer und Industrielle verstärkt für Sarkozy stimmten.
Bei jenen Wählern, die weniger als 1200 Euro monatlich verdienen, erreichte Hollande 59 Prozent der Stimmen. Jedoch entschieden sich nur 44 Prozent der Besserverdiener mit einem Einkommen ab 3000 Euro pro Monat für den Sozialisten.
In den Städten war Hollande seinem Konkurrenten Sarkozy meist überlegen. Im Gegensatz zu ländlichen Gebieten, in denen Hollande nur auf 48 Prozent der Stimmen kommt, erreicht der Sozialist in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern 57 Prozent. In Paris kommt Hollande auf 55,6 Prozent, Nicolas Sarkozy auf 44,4 Prozent der Stimmen. Auch in den bevölkerungsreichen Departements des Landes schnitt Hollande größtenteils besser als sein Rivale ab.
Das von der französischen Wahlbehörde verlautbarte offizielle Endergebnis des zweiten Wahlgangs der französischen Präsidentschaftswahlen 2012 ergab... weiter
(ja) Nicht nur der Inhalt auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung von Programmen kann wahlentscheidend sein. Der sozialistische... weiter
In der Vorwahlzeit stehen die Meinungsforscher im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Die Prognosen für den zweiten Wahlgang sagen einen klaren...
weiter
Das von der französischen Wahlbehörde verlautbarte offizielle Endergebnis des ersten Wahlgangs der französischen Präsidentschaftswahlen 2012...
weiter
Drei Kandidatinnen und sieben Kandidaten haben sich für die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen am 22...
weiter
Von allen Staatsoberhäuptern der Europäischen Union hat der französische Präsident die größten Vollmachten. Seine starke Stellung verdankt er der...
weiter
Der Präsident der Republik Frankreich wird in allgemeiner und direkter Wahl gewählt. Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre...
weiter
Der Präsident der Republik (Président de la République) ist Vorsitzender des Ministerrats, Staatsoberhaupt und repräsentiert Frankreichs auf...
weiter