Frankreichs neue Regierung hat am Donnerstag die Arbeit aufgenommen. Die 34 Kabinettsmitglieder - die Hälfte davon Frauen - übernahmen im Laufe des Vormittags die Ressorts.
Zu den politischen Schwergewichten im Kabinett des von Präsident François Hollande ernannten Premierminister Jean-Marc Ayrault gehört unter anderem der frühere Premier Laurent Fabius, der neuer Außenminister wird. Er legte ein Bekenntnis zur EU ab, brachte zugleich aber den Wunsch nach einem "anderen Europa" zum Ausdruck. Fabius, der sich im Jahr 2005 gegen die EU-Verfassung ausgesprochen hatte, sagte dem Sender BFMTV: "Ich bin überzeugter Europäer, aber wir brauchen ein anderes Europa, ein Europa das viel stärker auf Arbeitsplätze ausgerichtet ist."
Hollandes früherer Wahlkampfleiter Pierre Moscovici übernahm das Wirtschafts- und Finanzressort und erklärte, der Fiskalpakt zu mehr Haushaltsdisziplin werde in seiner derzeitigen Form nicht ratifiziert: "Er muss durch einen Wachstumsteil, durch eine Wachstumsstrategie, ergänzt werden"
Neuer Industrieminister ist Arnaud Montebourg. Die bisherige Grüne-Chefin Cécile Duflout ist Wohnungsministerin. Innenminister ist Manuel Valls, Arbeitsminister Michel Sapin.
Der neue Elysée-Generalsekretär Pierre-René Lemas hatte das Kabinett am Mittwochabend bekannt gegeben. Unklar ist, wie lange die neue Regierung im Amt bleiben wird. Ein konservativer Wahlsieg im Juni bei der Wahl zur Nationalversammlung könnte eine Neubildung notwendig machen.
Der neue Premierminister Ayrault folgt auf den konservativen François Fillon, der in den vergangenen fünf Jahren für Hollandes Vorgänger Nicolas Sarkozy die Regierungsgeschäfte im Hôtel de Matignon führte.
Ayrault war früher Deutschlehrer und gilt im Lager der Sozialisten als diskrete und pragmatische Führungsperson. Er leitete zuletzt 15 Jahre lang die Fraktion des Parti Socialiste in der Nationalversammlung. Ayrault hat gute Beziehungen zur deutschen Schwesterpartei SPD.
Die wichtigsten Regierungsmitglieder
(APA, Reuters)
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