AKW-Katastrophe Fukushima


Der zerstörte Reaktor 2 des AKW Fukushima.
Das Erdbeben der Stärke 9,0 am 11.3.2011 und der verheerende Tsunami haben in Japan Tausende Menschen in den Tod gerissen und das Land in eine atomare Katastrophe gestürzt. Der Super-GAU in Fukushima ist die schwerste atomare Katastrophe seit Tschernobyl.



Fukushima

Verlassenes Gebäude innerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone. - David Guttenfelder/AP/dapd

Drei Gemeinden wieder zugänglich

Fukushima: Rückkehr in die Evakuierungszone

  • Übernachten verboten.

In Japan bereiten sich die ersten Evakuierten aus der Gegend nahe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi auf die Rückkehr vor. Mehr als ein Jahr nach der Sperre der Evakuierungszone rund um die Atomruine erklärte die Regierung drei Gemeinden für teilweise wieder zugänglich. Der Bürgermeister des am Rande der 20-Kilometer-Sperrzone... weiter




Japan gedenkt der Erdbeben-Katastrophe von vor einem Jahr. - APAweb/AP/Christopher Jue

Ein Jahr nach Erdbeben, Tsunami und Fukushima

Japan gedenkt der Katastrophe

  • Kaiser Akihito: Katastrophe darf nicht vergessen werden.

Tokio. Für einen Moment lang stand das Leben in Japan still: Mit einer Schweigeminute und Gebeten gedachten die Bewohner des Inselreichs der rund 19.000 Toten und Vermissten der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vor einem Jahr. Um 14.46 Uhr Ortszeit (6.46 Uhr MEZ) senkten die Menschen teils in Schnee und Kälte in den verwüsteten Küstenregionen... weiter




Alltag in einer Grundschule in 21 Kilometer Entfernung vom AKW Fukushima: Die Schüler müssen sich an den Anblick des Geigerzählers gewöhnen. - APAweb/Reuters/Toru Hanai

Erholt hat sich das Land bis heute nicht

Japan: Wenn die Katastrophe Alltag wird

  • Dreifach-Katastrophe aus Tsunami, Erdbeben und Atomunfall stürzte Japan ins Chaos.
  • Fukushima hinterließ nicht nur physische Narben.
  • Kernkraft verliert an Rückhalt.

Fukushima/Tokio. Kenzo Sasaki trägt keine Atemmaske. Der 70-jährige Milchbauer hat auch keinen Geigerzähler. Mehrfach hat die Stadt hier die Strahlung gemessen. 0,3 Mikrosievert pro Stunde - das sei wenig für Fukushima-Stadt, erklärt er. Schließlich gehört die Präfekturhauptstadt zu den am schlimmsten betroffenen Regionen außerhalb der... weiter




Tokio/Wien. (cra) Häufig war in Europa nach dem Erdbeben und der Atomkatastrophe in Fukushima die Rede von angeblich stoischen JapanerInnen, die die Katastrophen mit einer unglaublichen Ruhe ertragen würden. (Im Bild: eine Demonstration vor dem TEPCO Hauptquartier in Tokio, am 7. Juli 2011.) - APAweb / EPA/TOMOYUKI KAYA

Demonstrationen nach 3/11

In Bildern: Ganz und gar nicht stoisch

  • Seit dem 11. März 2011 vergeht in Japan kein Monat, in dem nicht gegen die Atomkraft protestiert wird.

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Alle vier Reaktoren in Fukushima wurden zerstört. - © EPA

Kein "schwarzer Schwan" in Fukushima

  • Wissenschafter-Bilanz zur Katastrophe in Japan fällt äußerst kritisch aus.

Wien. Japan habe noch Glück gehabt, die wahren Folgen der Katastrophe von Fukushima werde man erst in einigen Jahren sehen können, die Kommunikation darüber seitens der Kraftwerk-Betreiber und Behörden sei eine Farce gewesen, und die Stresstests für europäische Kernkraftwerke seien nur eine Alibi-Aktion... weiter




Florian Coulmas: "Es ist keineswegs so, dass die Japaner auf Regierungsentscheidungen genauso schicksalsergeben warten wie auf Erdbeben oder Springfluten." - Foto:Dieter Mayr

Interview mit Florian Coulmas

"Japaner weinen gerne in der Öffentlichkeit"

  • Der Japanologe Florian Coulmas über seine Erlebnisse während des großen Erdbebens am 11. März 2011, die Folgen der Katastrophe von Fukushima, die falschen Klischees, die über Japan im Umlauf sind - und über seinen Ausländerbonus in Tokio.

" Wiener Zeitung": Herr Coulmas, Sie leben seit Jahren in Tokio und waren auch am 11. März 2011 in der japanischen Hauptstadt. Woran haben Sie gemerkt, dass es sich diesmal nicht um eines der alltäglichen Erdbeben handelt, von denen Japan mehr als tausend pro Jahr erlebt? Florian Coulmas: Es wurde sehr schnell klar... weiter




Arbeiten am Block vier in Fukushima Daiichi - APAweb / REUTERS/TEPCO

Dokumentation

Die Wahrheit hinter dem Super-GAU in Fukushima

  • Aktuelle Dokumentation auf Arte zeigt das Atomunglück ohne Beschwichtigung und Verschleierung.

Wien. Die Zeit heilt alle Wunden, weiß ein altes Sprichwort. Außer in Japan, könnte man hinzufügen: Mindestens 250.000 Jahre wird das Plutonium in der Umwelt bleiben, das durch die Explosion in Fukushima in die Luft geschleudert wurde. Und die Auswirkungen für die Gesundheit der Bevölkerung werden sich erst in den nächsten zehn... weiter




Hintergrund


Wissen: Radioaktive Stoffe

Wissen: Radioaktive Stoffe Gefahr durch radioaktives Jod, Cäsium, Strontium und Plutonium. (kats) Kommt es zu einem Reaktorunfall, dann entweichen aus einem Atomkraftwerk unterschiedliche Stoffe. So werden etwa Edelgase wie Xenon oder Krypton freigesetzt. Diese sind auch bei Einatmen ungiftig. Gefährlich für den Menschen sind indes radioaktives... weiter




Auswirkungen

Derzeit nur einer von 54 Reaktoren in Betrieb

Japan will zwei Atommeiler wieder ans Netz bringen

Tokio. Die japanische Regierung will in einigen Wochen zwei Atommeiler wieder in Betrieb nehmen. Industrieminister Yukio Edano sagte am Freitag, die Bevölkerung in der Umgebung von Oi, 100 Kilometer nördlich von Osaka, werde gegen Ende Juli vielleicht "Verständnis" für das Anfahren der dortigen Reaktoren 3 und 4 haben... weiter




Kommentare & Analysen

Japan will die Treibhausgase stark reduzieren - mit Atomkraft

Teufel und Beelzebub

  • Auf dem G8-Gipfel auf Hokkaido im Juni 2008 kündigte Japan an, die Emission von Treibhausgasen bis 2050 um 60 bis 80 Prozent zu reduzieren. Egal ob man dieses Ziel als realistisch oder als übertrieben ehrgeizig einschätzt, die Grundlage der japanischen Strategie ist die verstärkte Nutzung von Atomkraft.
  • AKW-Betreiber in Affären verwickelt

Politisch war dieser Weg im ressourcenarmen Japan leichter durchzusetzen als im von Tschernobyl langfristig geschockten Mitteleuropa. Die Atomkraft wird nicht nur als klimafreundliche Alternative dargestellt, sie gilt auch als wesentlicher Faktor für die Unabhängigkeit des Landes, insbesonders vom instabilen Nahen Osten... weiter





Tokio/Wien. (cra) Häufig war in Europa nach dem Erdbeben und der Atomkatastrophe in Fukushima die Rede von angeblich stoischen JapanerInnen, die die Katastrophen mit einer unglaublichen Ruhe ertragen würden. (Im Bild: eine Demonstration vor dem TEPCO Hauptquartier in Tokio, am 7. Juli 2011.)

Alles begann mit einem verheerenden Erdbeben der Stärke 8,9 und einem Tsunami. Die Folgen waren dementsprechend. Tokio/Wien. (cra) Erstmals seit dem Erdbeben im März durften im November Journalisten das Gelände des zerstörten Atommeilers Fukushima Daiichi besuchen.


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