• Artikel vom 13.02.2012, 10:31 Uhr

Fukushima

Update: 13.02.2012, 10:39 Uhr
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Instrumente melden Verdoppelung der Temperatur in Reaktorblock

Bedrohlicher Temperaturanstieg in Fukushima


  • Betreiber Tepco vermutet Fehler bei Thermometer.

Die Atomruine Fukushima strahlt weiterhin Gefahr aus.

Die Atomruine Fukushima strahlt weiterhin Gefahr aus.APAweb/Reuters/Tokyo Electric Power Die Atomruine Fukushima strahlt weiterhin Gefahr aus.APAweb/Reuters/Tokyo Electric Power

Tokio. Das japanische Kraftwerk Fukushima sorgt ein knappes Jahr nach der Atomkatastrophe erneut für Aufregung. Instrumente hätten einen Anstieg der Temperatur im Reaktorblock 2 auf über 90 Grad Celsius angezeigt, teilte der Betreiber Tokyo Electric Power (Tepco) mit. Damit habe sich der Wert im Vergleich zum Vormonat verdoppelt.

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Das Unternehmen geht aber nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich nur um ein fehlerhaftes Thermometer handelt. Es gebe wenig Anzeichen für eine Dampfentwicklung. Deswegen befinde sich der Reaktor wohl noch immer in der Kaltabschaltung, hieß es.

Der japanische Umweltminister Goshi Hosono erklärte, auch er gehe weiter von einer Kaltabschaltung aus. Es gebe aber keinen Grund, sich in Sicherheit zu wiegen. Die Regierung bereite sich auf alle Eventualitäten vor.

Provisorische Leitungen gerissen
Nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami im März vergangenen Jahres versagten die Kühlsysteme im Atomkraftwerk Fukushima. Dadurch kam es zur Kernschmelze und einer großflächigen radioaktiven Verseuchung. Zehntausende Menschen mussten in der Region ihre Wohnungen verlassen. Auch die winterliche Kälte bereitet den Arbeitern in dem Kraftwerk Probleme: Einige provisorische Leitungen sind gerissen, so dass strahlendes Wasser austritt. Das Kraftwerk liegt etwa 240 Kilometer von Tokio entfernt.

Die japanische Regierung genehmigte unterdessen weitere Hilfen für Tepco. Die umgerechnet 6,7 Milliarden Euro sollen genutzt werden, um Opfer der Atomkatastrophe zu entschädigen. Der auch für Energiefragen zuständige Handelsminister Yukio Edano forderte aber Montag ein größeres Mitspracherecht der Regierung bei Entscheidungen des Unternehmens.

Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, rutscht im laufenden Geschäftsjahr indes tiefer in die roten Zahlen als gedacht. Wie der angeschlagene Konzern bekanntgab, dürfte zum Bilanzstichtag 31. März angesichts steigender Entschädigungszahlen unter dem Strich ein Fehlbetrag von 695 Mrd. Yen (6,79 Mrd. Euro) anfallen. Bisher war Tepco noch von einem Nettoverlust von 600 Mrd. Yen ausgegangen. Der Umsatz dürfte sich auf 5,28 Bill. statt 5,32 Bill. Yen belaufen.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-13 10:34:55
Letzte Änderung am 2012-02-13 10:39:40


Tokio/Wien. (cra) Häufig war in Europa nach dem Erdbeben und der Atomkatastrophe in Fukushima die Rede von angeblich stoischen JapanerInnen, die die Katastrophen mit einer unglaublichen Ruhe ertragen würden. (Im Bild: eine Demonstration vor dem TEPCO Hauptquartier in Tokio, am 7. Juli 2011.)

Alles begann mit einem verheerenden Erdbeben der Stärke 8,9 und einem Tsunami. Die Folgen waren dementsprechend. Tokio/Wien. (cra) Erstmals seit dem Erdbeben im März durften im November Journalisten das Gelände des zerstörten Atommeilers Fukushima Daiichi besuchen.


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