Hintergrund


Wissen: Radioaktive Stoffe

Wissen: Radioaktive Stoffe Gefahr durch radioaktives Jod, Cäsium, Strontium und Plutonium. (kats) Kommt es zu einem Reaktorunfall, dann entweichen aus einem Atomkraftwerk unterschiedliche Stoffe. So werden etwa Edelgase wie Xenon oder Krypton freigesetzt. Diese sind auch bei Einatmen ungiftig. Gefährlich für den Menschen sind indes radioaktives... weiter




Wissen: Kernschmelze, GAU und Super-GAU

  • Der größte anzunehmende Unfall (GAU) in einem Kernkraftwerk bezeichnet den schwersten, unter Einsatz aller Sicherheitssysteme noch beherrschbaren Störfall. Die Umwelt wird dabei nicht über die zulässigen Grenzwerte hinaus mit Strahlen belastet. Von einem "Super-GAU" spricht man hingegen, wenn ein Unfall nicht mehr beherrschbar ist, der Reaktorkern schmilzt oder der Druckbehälter birst.

Bei einer Kernschmelze erhitzen sich die Brennstäbe so sehr, dass sie ihre feste Form verlieren. Im ummantelten Brennstab befindet sich der Stoff, der gespalten wird - also Uran oder Plutonium. Zur Kernschmelze kann es etwa kommen, wenn Kühl- und Sicherungssysteme gleichzeitig oder kurz nacheinander ausfallen... weiter




Die tödlichen Gefahren der Strahlung

Wenn bei einem Unfall in einem Atomkaftwerk radioaktive Substanzen freigesetzt werden, handelt es vor allem um Jod, Cäsium, Strontium und Plutonium. Die Aufnahme in den menschlichen Körper erfolgt in erster Linie durch die Atmung, aber auch durch die Haut und über die Nahrung können diese Substanzen in den Körper gelangen... weiter




Ein Neutron schießt bei der Kernspaltung auf einen Urankern - und Barium- und Kryptonkerne entstehen. Drei schnelle Neutronen werden frei, die ihrerseits wieder Urankerne spalten. - fotolia

Atomenergie ohne Zukunft

  • Risikoforscher Kromp sieht Potenziale der Kernkraft eng begrenzt - bereits vor 2020 könnte es Engpässe bei den Uranvorkommen geben.

Wien. Die derzeit heftig diskutierte Energiewende in Europa ist freilich ein langfristiges Projekt. Ziel ist, bis 2030 einen bestimmten Anteil der Erneuerbaren Energien auf EU-Ebene festzuschreiben. Deutschland hat bereits angekündigt, aus der Kernenergie auszusteigen, 2022 soll der letzte Reaktor vom Netz gehen... weiter




Kinderspielplatz mit Geigerzähler in Nihonmatsu, in der Präfektur Fukushima (Foto aufgenommen am 25. Farbuar 2013) - REUTERS/Chris Meyers

Weltweit künftig mehr Krebstote

  • Erstmals weltweite Gesundheitsfolgen des Reaktorunfalls berechnet

Stanford. Durch den Reaktorunfall von Fukushima könnten im Extremfall weltweit bis zu 1.300 Menschen mehr an Krebs sterben. Bis zu 2.500 weitere könnten neu an Krebs erkranken - die meisten von ihnen in Japan. Dies haben US-amerikanische Forscher mit einem Computermodell errechnet. Die Zahlen liefern erstmals eine Einschätzung dazu... weiter




Keinen Zutritt haben Zivilisten in die Umgebung des Unglücksmeilers Fukushima Dai-ichi. - AP /Shizuo Kambayashi

Die Wahrheit hinter dem Super-GAU in Fukushima

  • Dokumentation auf Arte zeigt das Atomunglück ohne Beschwichtigung und Verschleierung.

Wien. Die Zeit heilt alle Wunden, weiß ein altes Sprichwort. Außer in Japan, könnte man hinzufügen: Mindestens 250.000 Jahre wird das Plutonium in der Umwelt bleiben, das durch die Explosion in Fukushima in die Luft geschleudert wurde. Und die Auswirkungen für die Gesundheit der Bevölkerung werden sich erst in den nächsten zehn... weiter




Solarenergie ist gut, aber nicht überall: Auch erneuerbare Energien haben ihre Grenzen. Foto: corbis

Umweltforscher Ernst Ulrich von Weizsäcker zu dem Folgen der Kernkraft-Katastrophe von Fukushima

"Signal zum Ende des Atomzeitalters"

  • Ausstieg aus Kernkraft, erneuerbare Energien auf allen Ebenen zu forcieren.
  • Energie muss effizienter gewonnen und teurer werden.
  • §§"Wiener Zeitung": Die Gefahr eines GAUs in Fukushima ist nach wie vor nicht gebannt. 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl diskutiert nun Europa über einen Ausstieg aus der Kernkraft. Eine Utopie oder sehen wir tatsächlich das Ende des Atomzeitalters? *

Ernst-Ulrich von Weizsäcker: Ja, es könnte sein, dass wir in 100 Jahren sagen, Fukushima war das Signal zum Ende des Atomzeitalters. Bei Three Mile Island konnte man noch annehmen, dass niemand so genau wusste, dass es wirklich Unfälle geben kann, bei Tschernobyl, dass die alternde Sowjetunion nicht mehr die richtige Sorgfalt unternahm... weiter




IAEO-Generaldirektor Yukiya Amano. Foto: apa

IAEO-General im Auge des Super-GAUs

Yukiya Amano

  • Yukiya Amano bewies an seinem ersten Arbeitstag als Generaldirektor der UNO-Atombehörde IAEO in Wien Ende 2009 fast schon prophetische Gaben: "Die Situation der Behörde ist derzeit stürmisch. Wir haben viele schwierige Aufgaben und Herausforderungen, aber ich werde mein Bestes tun."

Damals meinte der 63-jährige Japaner das höchst verdächtige Atom-Programm des Iran, aber es trifft genauso gut auf die Katastrophe in seiner Heimat zu, die derzeit vor den Folgen eines atomaren Super-GAUs bangt. Gegenüber dem verfemten Regime in Teheran schlug der Diplomat - sehr zum Gefallen des Westens - neue und schärfere Töne an als sein... weiter




An der Anlage in Rokkasho zeigen die Gegner die Probleme von Japans Atomstrategie auf. - Stop Rokkasho

Japan will die Treibhausgase stark reduzieren - mit Atomkraft

Teufel und Beelzebub

Auf dem G8-Gipfel auf Hokkaido im Juni 2008 kündigte Japan an, die Emission von Treibhausgasen bis 2050 um 60 bis 80 Prozent zu reduzieren. Egal ob man dieses Ziel als realistisch oder als übertrieben ehrgeizig einschätzt, die Grundlage der japanischen Strategie ist die verstärkte Nutzung von Atomkraft... weiter




Verbeugung von Tepco-Präsident Masataka Shimizu (links) und Kollegen, nachdem sie die zeitweise Abschaltung des Stroms in Tokio verkünden mussten. Foto: ap

Tepco, viertgrößter Elektrizitätserzeuger der Welt, setzt seit 1970 auf den Ausbau der Atomkraft

Das Dilemma des Herrn Shimizu

  • Betreiber von Katastrophen-AKW hat großen Einfluss.
  • Strommarkt ist regional aufgeteilt.
  • Tokio. Die Botschaft von Masataka Shimizu ist nicht auf dem aktuellsten Stand. Der Firmenchef berichtet auf der Internetseite über die Probleme, die die Schließung des Atomkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa im Jahr 2007 seinem Unternehmen immer noch bereitet. Nur auf der Startseite des Internetauftritts erfährt man in der Form von dürren Kommuniqués und der Aufforderung zum Stromsparen, was Japan und die Welt derzeit bewegt. Denn das Unternehmen, das Herr Shimizu leitet, betreibt die Atomkraftwerke Fukushima und heißt Tepco.

Tepco steht für die Tokyo Electric Power Company, und diese ist der viertgrößte Elektrizitätsversorger der Welt, hinter der deutschen E.ON, der französischen Electricité de France und der deutschen RWE. Das größte Energieunternehmen Asiens trägt rund ein Drittel zur Energieversorgung Japans bei. Ebenso wie die neun anderen Energiegesellschaften ist... weiter




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Mit einer Schweigeminute  hat am Montag  Japan der Opfer der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe vor zwei Jahren gedacht. Um 14.46 Uhr Ortszeit legten die Menschen in den Katastrophengebieten und anderen Orten eine Schweigeminute für die fast 19.000 Todesopfer des Tsunami ein - genau zu dem Zeitpunkt, als am 11. März 2011 ein Erdbeben der Stärke 9,0 Japan heimsuchte. (Im Bild: Schweigeminute im Tokio-Dome vor dem Baseball-Spiel Kuba gegen Niederlande.


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