• vom 17.04.2014, 13:32 Uhr

Fukushima

Update: 19.06.2014, 17:32 Uhr

Gastkommentar

Leitsignale japanischer Atom-Demokratie?




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Von Marco Büscher

  • Japan votiert unter Premier Shinzo Abe gegen Risiken - "Abenomics" Energieabhängigkeit.

Marco Büscher ist Unternehmensberater mit Fokus Japan, China, Kommunikation und Kapitalmärkte.

Marco Büscher ist Unternehmensberater mit Fokus Japan, China, Kommunikation und Kapitalmärkte. Marco Büscher ist Unternehmensberater mit Fokus Japan, China, Kommunikation und Kapitalmärkte.

Mehr als drei Jahre nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan tritt aus dem Atomkraftwerk Fukushima weiterhin Radioaktivität aus. Haruki Murakami, der hier wohl bekannteste japanische Schriftsteller, erklärte einige Monate nach der Atomkatastrophe von Fukushima: "Wir sind Opfer und Täter zugleich."

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Während in Deutschland der Ausstieg aus der Atomenergie bis heute recht konsequent praktiziert wird, hat Japan nunmehr den Ausstieg vom Atomausstieg beschlossen. Diesen hatte Premierminister Shinzo Abe bereits nach seinem Amtsantritt Ende 2012 angekündigt. Wegen Widerständen in den Regierungsparteien musste dieser Beschluss mehrfach verschoben werden. Während in diesen Frühlingstagen in Japan Millionen Menschen traditionell die Kirschblüte - für die Japaner ein Fest, das als Synonym für Aufbruch, Schönheit und Vergänglichkeit steht - feiern, kehrt Japan trotz einer massiven Ablehnung in der Bevölkerung zurück zur Atomkraft. "Wir haben einen Energie-Plan entwickelt, der mittel- bis langfristig eine Energiepolitik wiederherstellt, die das Leben der Menschen und wirtschaftliche Aktivität unterstützt" erklärte Industrieminister Toshimitsu Motegi nach der Kabinettsentscheidung.

Marco BüscherDie von Abe geführte Liberaldemokratische Partei setzte durch, was ihre engen Verbindungen zur finanzkräftigen Atomlobby erwarten ließen. Der neue Plan soll Japans Energieunabhängigkeit sichern, während wirtschaftliche Interessen vordergründig erscheinen. Die Einfuhr fossiler Brennstoffe belastet die Handelsbilanz der drittgrößten Volkswirtschaft. "Abenomics", Abes makroökonomische Strategie expansiver Geld- und Finanzpolitik, schwächte den Yen und förderte damit kurzfristig die Exporte Japans. Allerdings hatte der schwächere Yen negative Auswirkungen auf die Importpreise von Erdgas und Öl - ein Fallstrickhindernis in Abes Plan. Die Verschuldung Japans stieg unter Abe weiter ungebremst auf ein neues Rekordniveau von 245 Prozent des BIP.

Der neue Energieplan Japans macht keine Angaben, welchen Anteil die Atomkraft in Zukunft haben soll. Auch enthält er keine Informationen, ob auch ein Neubau von Atomkraftwerken geplant ist. Bei seinem Amtsantritt Ende 2012 verkündete Abe, dass er wieder Kernkraftwerksneubauten zulassen werde. Diese neuen Reaktoren würden sich vorgeblich "komplett von denen im Unglückswerk Fukushima Daiichi unterscheiden". Wollte Abe damit einen technologischen Quantensprung ankündigen?

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Schlagwörter

Gastkommentar, Japan, Atomkraft

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2014-04-17 13:35:05
Letzte Änderung am 2014-06-19 17:32:01


Fukushima






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