
Ein unauflöslicher Widerspruch: Kernenergie verlangt 100-prozentige Sicherheit. Die gibt es aber nicht. Nirgends.
Dieses "Restrisiko" wird nun von Atomkraftwerks-Betreibern in Form von finanziellen Rücklagen "abgebildet", wie es so schön heißt. Bei dieser Kostenwahrheit wird allerdings gelogen, dass sich die Balken biegen. Sie sind viel zu niedrig. Um Atomstrom billig zu halten, trägt die öffentliche Hand den Großteil des Risikos. Die Endlagerung von Brennstäben ist auch technisch ungelöst.
Fazit: Atomenergie wäre - unter Einrechnung aller tatsächlichen Kosten - das Gegenteil von billig. Nun stellt sich folgende Frage: Welcher Strompreis ist für Haushalte zumutbar und welcher Strompreis gefährdet die industrielle Entwicklung nicht? Diese Frage ist auf Basis der jetzigen Kalkulationen nicht zu beantworten, das benötigt eine Kehrtwende, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Das atomare Herz pocht in der chinesischen Wirtschaft, es pocht besonders laut in Frankreich. Dies zu ändern wird besonders schwierig.
Doch dieselben Energiekonzerne, die Atomkraftwerke betreiben, sind auch die großen Händler an den sogenannten Strombörsen. Mit der Abschaltung von deutschen Kernreaktoren ging schon ein Strompreisanstieg auf diesen "Börsen" einher.
Wenn sich die Welt schon nicht morgen darauf verständigen kann, aus der Nuklearenergie auszusteigen, so könnte die Politik doch diesem unverfrorenen Treiben ein Ende setzen. Die Strombörsen sollten einfach vom finanziellen Netz gehen. Denn mit diesem Vehikel wird nur dafür gesorgt, dass die Öffentlichkeit nicht nur für Strahlenschäden aufkommen muss, sondern auch noch Gewinne für die Konzerne daraus finanziert.