Kiew. Es war das letzte Spiel der Vorrunde - das letzte Spiel dieser EM, bei dem es für exzessives Abtasten in der Anfangsphase ausreichend Erklärungen gab.
Schweden und die Ukraine lieferten beim 2:1-Sieg der Gastgeber in der zweiten Halbzeit sogar eine Entschuldigung mit, diese entschädigte für die langatmige Anfangsphase. Die Phase des Abtastens dauerte eine gute halbe Stunde. Dabei durften die beiden großen Stars ihrer Mannschaft jeweils einmal mehr oder weniger gefährlich aufs Tor schießen, Andrej Schewtschenkos Roller am Tor vorbei (22.) fiel dabei wesentlich ungefährlicher aus als Zlatan Ibrahimovics Kopfball, der die Stange streichelte (39.).

Schewtschenko steht beim EM-Co-Gastgeber eher als moralische Unterstützung für seine Mitspieler im Kader, das er von Anfang an mitspielen durfte, war eigentlich eine Überraschung. Dagegen ist Ibrahimovic bei den Schweden zum Hauptverantwortungsträger aufgestiegen, neben Topstar ist er nun auch noch Kapitän und soll hinter Solospitze Markus Rosenberg den Ideengeber mimen.
Das gestaltete sich gegen die Ukraine nicht immer einfach, denn Ibrahimovic ist ein Spieler, der den Ball auch gerne einmal verschleppt. Dass er für seine Mannschaft aber äußerst wertvoll sein kann, bewies er nicht nur bei seiner Chance in der ersten Hälfte. In der 52. Minute brachte er Schweden in Führung, indem er einen Pass von Kim Källström aus kurzer Distanz über die Linie drückte.
Doch auch Schewtschenko bewies, dass er für seine Mannschaft viel mehr als nur moralischer Beistand sein kann. Zehn Minuten nach der schwedischen Führung hatte er die Partie mit zwei Kopfballtoren (55., 62.) nach Flanken von beiden Seiten gedreht. Bei seinem zweiten Treffer war er bei einer Ecke seinem Bewacher - es war Ibrahimovic - entflohen und traf ins kurze Eck.
Die beiden Tore ihres Altstars verschafften den Ukrainern, die am Anfang merkbar unter dem Eindruck einer Heim-Europameisterschaft standen, zunehmende Selbstsicherheit. Zwar kam die Defensive der Gastgeber in den letzten Minuten noch ordentlich ins Schwimmen. Johan Elmander (90.) und Olof Mellberg (93.) vergaben gute Ausgleichsmöglichkeiten. Doch dieser Abend sollte dem zehn Minuten vor Schluss ausgewechseltem Schewtschenko gehören, der die Gastgeber zum Auftaktsieg schoss.
Ukraine - Schweden 2:1 (0:0)Ukraine: Pjatow, Gusew, Michalik, Chatscheridi, Selin - Jarmolenko, Tymoschtschuk, Konopljanka (93. Devic) - Nasarenko - Schewtschenko (81. Milewski), Woronin (85. Rotan)
Schweden: Isaksson- Lustig, Mellberg, Granqvist, M. Olsson - Elm, Källström - Larsson (68. Wilhelmsson), Ibrahimovic, Toivonen (62. Svensson) - Rosenberg (71. Elmander)
Nationalhymnen und Fußballer - das geht eigentlich nicht wirklich zusammen. Da Nationalhymnen traditionell vor jedem Fußball-Länderspiel - also...
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