Warschau. (art) Es war in der siebenten Minute, als Cristiano Ronaldo zum ersten Mal zu seinem berühmten Rumpelstilzchen-Hüpfer ansetzte. Die dazupassend trotzige Miene gabs inklusive, sie passte jedoch so gar nicht zum im Dandy-Stil gegelten Haar, das zuletzt schon traditionsgemäß zu fast ebenso großen Diskussionen geführt hatte wie seine Ladehemmung gegen Dänemark.
Ronaldo hatte einen Ball, der ins Seitenout rollte, nicht rechtzeitig erwischt. Es war ganz und gar keine brenzlige Situation, und so war sie eher Symptom der Entnervung bei den Portugiesen. Sie waren als klare Favoriten ins erste Viertelfinale dieser Euro gegangen, auch wenn das so natürlich keiner von ihnen sagen würde. Aber vermutlich würden dies nicht einmal die Spanier vor einem Duell mit Österreich tun.
Doch es schwang unausgesprochen mit. Portugal hatte sich nach einer anfänglichen Niederlage gegen Turnierfavorit Deutschland gut gefangen, gegen Dänemark trotz unzähliger vergebener Chancen gewonnen und die Niederländer klar besiegt, wobei auch Ronaldo endlich seine Tore machen durfte. Die Mannschaft hatte sich auch als solche präsentiert und die angeblichen und angedichteten Zerwürfnisse zumindest auf dem Feld nicht erkennen lassen und den Aufstieg aus dem von sämtlichen Medien zur Horrorgruppe stilisierten Pool B geschafft. Und da sollte Tschechien ein Stolperstein sein – eine Mannschaft, die mit einem 1:4 gegen die schon nach Hause gefahrenen Russen ins Turnier gestartet war, eine Mannschaft von No-Names, die auch noch auf den vermeintlich Unverzichtbaren, auf Tomas Rosicky, verzichten musste, dessen Achillessehne Tschechien seit Wochen in Atem hält? Das kann im Selbstverständnis von Ronaldo nicht ernsthaft vorgekommen sein.
Doch vom vermeintlichen Klasseunterschied war in diesen ersten Minuten nicht viel zu sehen gewesen. Die Portugiesen gingens betont gelassen an, schoben einander den Ball hin und her, ließen sich diesen aber auch viel zu schnell von den zwar ebenfalls nicht überzeugenden, aber anfangs durchaus ambitionierten Tschechen wegnehmen, bei denen Petr Jiracek zumindest für ein bisschen Wirbel sorgte. Wirkliche Gefahr freilich strahlten sie nicht aus, allerdings taten das auch die Iberer nicht.
Und vielleicht ist Ronaldo in eben diesen Minuten gedämmert, dass mit derart statischem Spiel kein Blumentopf und schon gar keine Euro zu gewinnen ist. Jedenfalls zeigte er sich danach wesentlich agiler, wie auch seine gesamte Mannschaft zumindest ein bisschen aktiver wurde, wenngleich viele Fehler und eine gewisse Schwerfälligkeit auch ihr Spiel prägte.
Nationalhymnen und Fußballer - das geht eigentlich nicht wirklich zusammen. Da Nationalhymnen traditionell vor jedem Fußball-Länderspiel - also...
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