• vom 22.05.2017, 18:14 Uhr

Future Challenge

Update: 23.05.2017, 11:22 Uhr

Future Challenge

Der Kampf um Pfründe statt eines Friedensvertrags




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Von Alexander Maurer

  • Das Privatgymnasium Sacré Coeur Graz hat es mit einem Videobeitrag über den Syrien-Konflikt unter die Top 10 der "Future Challenge" geschafft.

Schüler als Schauspieler am Runden Tisch einer UN-Konferenz.

Schüler als Schauspieler am Runden Tisch einer UN-Konferenz.

Graz. Mehr als 70 Schulklassen haben sich österreichweit an dem von der "Wiener Zeitung" ins Leben gerufenen Wettbewerb "Future Challenge" beteiligt. In selbstgedrehten Videos haben sie ihre Ansichten und Fragen zum Thema Flüchtlinge dargestellt. Unter die besten zehn Finalisten schaffte es das Privatgymnasium Sacré Coeur Graz, dessen Film die politische Dimension des Syrien-Konflikts beleuchtet.

Im Film versammeln sich zu Beginn alle beteiligten Parteien des Bürgerkriegs an einem runden Tisch der Vereinten Nationen. Nach langen Verhandlungen scheint endlich eine Einigung erreicht. Syrien wird wie ein Kuchen aufgeteilt - die USA erhalten Luftwaffenstützpunkte, Russland bekommt den Militärhafen Latakia, die Rebellen Aleppo und die besetzten Gebiete, die Kurden bekommen den Norden und das Assad-Regime alle Regionen mit alawitischer Mehrheit.

Schon wollen alle freundschaftlich die Cola-Gläser zum Feiern erheben - da gibt es plötzlich ein Problem. Es war nicht ausgemacht, was mit Homs geschehen soll. Die drittgrößte Stadt Syriens ist von strategischer Bedeutung, aber komplett zerstört. Keine der Parteien scheint mit ihr etwas anfangen zu können oder zu wollen. Als die Kurden jedoch verhaltenes Interesse zu äußern beginnen, gerät der türkische Repräsentant in Rage. Auf einmal wird Homs zum Zankapfel, alle bekommen sich in die Haare. Russland streitet sich mit den USA und nähert sich an das Assad-Regime an. Die Rebellen sind untereinander uneins, der Vorsitzende der Konferenz erklärt nüchtern, dass der Krieg weitergeht.

Homs war auch in der Realität Streitpunkt eines Syriengipfels 2014 in Genf. "Wir haben uns aber im Video nicht auf eine bestimmte Konferenz bezogen, diese sollte auf jeden Fall fiktiv sein", erklärt Religionslehrer Wolfgang Lackner, der den Film gemeinsam mit Schülern der neunten Schulstufe gedreht hat.

 "Unser Zugang dabei war, dass sich die Politik oft nur auf Routen und Verteilungen konzentriert. Das ist aber reine Symptombekämpfung und hilft nicht, einen Konflikt zu beenden." Seine Schüler hätten daher eine satirisch überspitzte Friedenskonferenz zeigen wollen, bei der erst eine Einigung erzielt wird, dann aber alles wieder eskaliert.

Im Video stellt sich auch die Frage, ob alle Beteiligten Interesse an einem Kriegsende haben. Die Schüler seien für das Thema Feuer und Flamme gewesen. Eine knapp 50-minütige Rohfassung musste schließlich radikal auf die Vorgabe von fünf Minuten eingekürzt werden. "Wir hatten beispielsweise auch eine Szene, in welcher der amerikanische Vertreter mit seinem Präsidenten Trump telefoniert, aber das passte dann alles nicht mehr hinein", sagt Lackner.

Die Schüler werfen auch die Frage auf, wer nun als Vermittler dienen könnte. "Wien war schon in der Vergangenheit Austragungsort wichtiger Konferenzen. Es könnte, wie Genf, ein neutraler Boden sein", meint Lackner.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-05-22 18:18:08
Letzte nderung am 2017-05-23 11:22:31



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