• vom 25.05.2017, 17:21 Uhr

Future Challenge

Update: 26.05.2017, 09:06 Uhr

Future Challenge

"Mentorus", ein Verein zur Hilfe für Flüchtlinge, setzt Maßstäbe




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Von Nina Flori

  • Das Video des BG/BRG Carneri in Graz hat es unter die Top 10 des Wettbewerbs "Future-Challenge"-geschafft.

Die Schülerinnen und Schüler der 7a (BG/BRG Carneri) - © BG/BRG Carneri Graz

Die Schülerinnen und Schüler der 7a (BG/BRG Carneri) © BG/BRG Carneri Graz

Graz. Mehr als 70 Videos haben Schulen zum "Future-Challenge"-Videowettbewerb der "Wiener Zeitung" zum Thema Flüchtlinge eingereicht. Der Beitrag des BG/BRG Carneri in Graz wurde unter die zehn besten gereiht. Schüler der 7a wollten in dem Video das Thema Flüchtlinge, wie sie sagen, aus anderem Blickwinkel zeigen und stellen den ehrenamtlichen Verein "Mentorus" vor. Dessen Name setzt sich aus den englischen Wörtern "mentor" und "us" zusammen. Er unterstützt junge, unbegleitete Flüchtlinge. 2015 wurde er mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Graz ausgezeichnet.

Im Video erzählt Ruth Seipel, Obfrau von "Mentorus", von dessen Arbeit: Zum einen helfe der Verein bei der persönlichen, schulischen und beruflichen Entwicklung. Zum anderen würden gemeinsame Projekte mit und für die Bevölkerung initiiert.

"Das nennen wir ‚bewegte Begegnungen‘", erklärt Seipel. Die Flüchtlinge haben etwa für die afghanische Special-Olympics-Mannschaft eine Patenschaft übernommen. Als Willkommensgeschenke, die sie am Flughafen überreichen wollen, füllen sie selbst gebackene Kekse in kleine Tüten. "Die Grundidee des Vereins ist es, Menschen in den Vordergrund zu stellen, die nicht auffallen. Das ist die Mehrheit. Menschen, die ihren Weg gehen und ihre Träume verfolgen", sagt Seipel. "Flüchtlinge unterscheiden sich nicht von Jugendlichen, die von hier sind."

Es gebe da nur einen Punkt: Sie alle hätten eine Fluchtgeschichte und es gebe etwas, das man nie ersetzen könnte: die Hilfe und Unterstützung der Familie. Dieses Defizit werde bleiben. Deshalb sei es notwendig, die Situation anders zu betrachten, sagt Seipel. Denn alle gemeinsam würden die nächste Generation gestalten. Am Ende des Videos stellen die Jugendlichen des BG/BRG Caneri Fragen an die Politik: "Welche Ursachen sind für die oft jahrelange Bearbeitung eines Asylantrags eines einzelnen Flüchtlings verantwortlich?" "Warum dürfen diese jungen Menschen, die begierig sind zu arbeiten, während ihres Asylverfahrens keiner Arbeit nachgehen?"

"Es war ein ganz tolles Projekt", sagt Seipel zur "Wiener Zeitung". Wenn junge Menschen aufeinandertreffen, gebe es oft Barrieren. Die Jugendlichen vom BG/BRG Carneri und die Flüchtlinge seien sich aber vorbehaltlos begegnet. "Beide Seiten wussten, wir machen ein cooles Projekt miteinander." Die einen hätten sich gefreut, weil ihr Engagement auf Interesse stößt und wahrgenommen wird, die anderen, dass sie auf Menschen treffen, zu denen sie oft keinen Zugang hätten.

"Die Schülerinnen und Schüler von Carneri waren für die Dreharbeiten fünf Stunden da und haben gesehen: ‚He, die sind genauso drauf wie wir‘", sagt Seipel. Das habe sie toll gefunden. In Kürze ist ein Essen geplant, bei dem die Jugendlichen den ungeschnittenen Teil der Aufnahmen gemeinsam anschauen wollen.





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Dokument erstellt am 2017-05-25 17:26:03
Letzte nderung am 2017-05-26 09:06:56



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