• vom 01.06.2017, 14:07 Uhr

Future Challenge

Update: 01.06.2017, 14:20 Uhr

Future Challenge

Bei der Integration kann auch Fußball Verbindungen schaffen




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Von Alexander Maurer

  • Die Klasse 6ag des Gymnasiums Sachsenbrunn stellt Aspekte des Flüchtlingsthemas symbolisch in Videoszenen einer Klassengemeinschaft dar.


© Gymnasium Sachsenbrunn © Gymnasium Sachsenbrunn

Sachsenbrunn. Ein junger Afghane streitet mitten in einer Schule lautstark mit zwei anderen Jugendlichen. Niemand geht dazwischen, ein Einschreiten ist auch nicht wirklich nötig. Denn die Streithähne diskutieren lediglich, ob Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo der bessere Fußballer sei. Dann bemerken die drei Jugendlichen, dass sie alle auch Fans des FC Dortmund sind und geben einander lachend die Hand.

Diese Szene stammt aus dem Videobeitrag der Klasse 6ag des Gymnasiums Sachsenbrunn. Wie auch 70 andere Klassen aus ganz Österreich ist sie dem Aufruf der "Wiener Zeitung" gefolgt, für die "Future Challenge" Gedanken und Fragen zur Flüchtlingsthema filmisch darzustellen.

Mit ihrem Film hat es die 6ag unter die zehn besten Einreichungen geschafft. Ganz zu Beginn des Videos, noch vor der beschriebenen Streitszene, stellen sich einige Schüler des Sprachzweigs des Gymnasiums mit Blick in die Kamera vor, jeder in einer anderen Sprache. Auch Nesar Ahmadi, afghanischer Flüchtling und Mitschüler in der Klasse, ist dabei. Dann folgt die Diskussion um den besseren Fußballspieler. Diese Szene steht unter dem Motto: "Es geht nicht um Unterschiede. Es geht um Gemeinsamkeiten."

Klassenlehrerin Eva Pfalzer erklärt der "Wiener Zeitung", dass die Schüler bewusst größere Konfliktbereiche der Flüchtlingsthematik, wie Gemeinsamkeiten und Unterschiede oder Zusammenhalt und Ausgrenzung, auf typische Szenen in einer Klasse übertragen haben. "Außerdem wollten sie so auch zeigen, dass es Dinge gibt, die einen afghanischen Flüchtling genauso wie einen Schüler vom Bauernhof in Kirchberg am Wechsel interessieren", fügt sie an.

Pfalzer zeigt sich auch stolz darüber, dass ihre Schülerinnen und Schüler den Film komplett in Eigenregie gedreht haben. Auch der Anstoß, bei der "Future Challenge" mitzumachen, kam von ihnen. "Maximilian Bauer aus der Schülervertretung hat das vorgeschlagen", sagt sie. Die Klasse habe an dem Film zwei Monate lang gearbeitet, erzählt Eva Pfalzer. Ihre Schüler engagieren sich auch bei Flüchtlingsprojekten in der Region, sagt sie.

Aber zurück zum Video. In der Szene nach der Fußball-Diskussion gehe es "nicht um verstehen, sondern um verstanden werden". Einige Schülerinnen plaudern miteinander über die vergangene Mathematik-Schularbeit. Ahmadi sitzt abseits, wirkt niedergeschlagen. Eines der Mädchen verlässt die Gruppe und setzt sich zu ihm. Sie reden miteinander über die Schularbeit, Ahmadi wirkt danach gelöster, freut sich sichtlich.

Es folgen weitere solcher Sequenzen, beispielsweise wenn Ahmadi im Religionsunterricht einem Schulkollegen über den Islam erzählt oder ihm eine Klassenkollegin beim Deutschlernen hilft. In der finalen Szene sieht man, wie der Flüchtling im Sportunterricht einem Freund beim Handstand unterstützt. Die Szene steht unter dem Motto: "Es geht nicht um zusehen. Es geht um helfen."

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Dokument erstellt am 2017-06-01 14:11:03
Letzte nderung am 2017-06-01 14:20:28



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Aus den 10 beliebtesten Videos der "Future Challenge - Flüchtlinge" hat eine Jury die vier Sieger-Videos ermittelt: http://www.wienerzeitung.at/youtube


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