• vom 07.06.2017, 21:00 Uhr

Future Challenge

Update: 13.06.2017, 10:33 Uhr

Future Challenge

Eine Gala der Humanität




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Von Nina Flori

  • Der Umgang mit und die Haltung gegenüber Flüchtlingen war Thema eines Schüler-Wettbewerbs der "Wiener Zeitung". In festlichem Rahmen wurden an einer Symbolstätte moderner Kunst die Siegervideos der "Future Challenge" prämiert.

Eine Videosatire auf YouTube errang den Sieg bei der "Future Challenge". - © Privatgymnasium Sacré Coeur Graz

Eine Videosatire auf YouTube errang den Sieg bei der "Future Challenge". © Privatgymnasium Sacré Coeur Graz

Schüler am Weg ins Wettbewerbskino: Im 21er Haus wurden die Siegerspots gezeigt und prämiert.

Schüler am Weg ins Wettbewerbskino: Im 21er Haus wurden die Siegerspots gezeigt und prämiert.© Newald Schüler am Weg ins Wettbewerbskino: Im 21er Haus wurden die Siegerspots gezeigt und prämiert.© Newald

Wien. Das "21er Haus" in Wien Landstraße bot den passenden Rahmen für den Festakt: 70 Videobeiträge haben Schülerinnen und Schüler aus ganz Österreich beim Videowettbewerb "Future Challenge" der "Wiener Zeitung" zum Thema Flüchtlinge eingereicht. Sie interviewten Betroffene und wollten ihre Fluchtgeschichte hören. Sie besuchten gemeinnützige Projekte, die an Flüchtlinge Patenschaften vergeben und ihnen so ein Gefühl, gebraucht zu werden, vermitteln wollen, und sie dokumentierten mit kreativen Methoden Vorurteile gegenüber Flüchtlingen.

Ihre Recherche-Ergebnisse haben die Jugendlichen drehbuchmäßig aufbereitet und in YouTube-Videos zusammengeschnitten. Jene zehn Clips, die auf YouTube die meisten Likes erhielten, wurden von einer externen Jury bewertet. Im 21er Haus wurden schließlich am Dienstag vergangener Woche die drei Siegerprojekte gekürt.

Die Preisverleihung der "Future Challenge" der Wiener Zeitung

Gold für eine Satire über
Friedensverhandlungen

"Ich bin überwältigt. Ich finde, dass nicht nur die Preisträgerinnen und Preisträger, sondern überhaupt alle gezeigt haben, was an kreativem Potenzial in jungen Menschen steckt. Wozu sie bereit sind, wie weit sie gehen und wie sehr sie sich engagieren", sagt der Geschäftsführer der "Wiener Zeitung", Wolfgang Riedler, bei der Feier.

Den ersten Preis erhielt das Privatgymnasium Sacré Coeur Graz. In ihrem Video haben die Schülerinnen und Schüler der 5b eine satirisch überspitzte Friedenskonferenz im Mittleren Osten dargestellt, die kurz vor einer Einigung steht, aber doch scheitert.

"Wir sind sehr stolz, dass wir den ersten Preis gewonnen haben", sagt die 14-jährige Viktoria Lukac aus der 5b nach der Preisverleihung. "Viele haben nicht geglaubt, dass wir das schaffen. Aber jetzt haben wir es geschafft, und das fühlt sich so gut an." Für einige der Jugendlichen war die "Future Challenge" Ansporn, sich mit dem Thema Flüchtlinge erstmalig genauer auseinanderzusetzen. "Ich muss zugeben, ich lese nicht sehr viel Zeitung und hatte mich vorher nicht so informiert bei der ganzen Sache. Aber durch die Arbeit weiß ich jetzt viel mehr Bescheid darüber", sagt die 15-jährige Sarah Dragosav.

Als Preisgeld erhielt die Siegergruppe einen Scheck in Höhe von 1000 Euro und einen Dramaturgie- und Drehbuchworkshop bei Regisseur Jakob Erwa, der durch die Fernsehserie "tschuschen:power" und Filme wie "Homesick" Bekanntheit erlangte.

Von langen Fluchtwegen
und folgenschweren Graffitis

Der zweite Preis und ein Scheck in Höhe von 700 Euro gingen an das Bischöfliche Gymnasium Graz. Die 4b wurde für ihr Video "Fatimas Weg", in dem sie die Flucht der fiktiven Figur Fatima aus Afghanistan darstellt, ausgezeichnet. "Unsere Klasse ist immer sehr offen und ich finde, dass wir sehr angeregt über das Thema Flüchtlinge diskutiert haben. Jeder hat sich eine eigene Meinung gebildet und sie auch gesagt", sagt die 14-jährige Anna Menzel.

Den dritten Preis und einen Scheck über 500 Euro nahm die 2a der HTBLA Kapfenberg entgegen. Die Schülerinnen und Schüler stellen in ihrem prämierten Video dar, wie ein Graffiti gegen Syriens Machthaber Baschar Al-Assad den Syrienkrieg auslöst. "Unser Professor Lackner ist mit der Idee gekommen, dass wir einen Film drehen, und da haben wir uns gedacht, wir zeigen in unserem Video, wie der Krieg eigentlich entstanden ist und wer schuld ist", sagt der 16-jährige Michael Kaya.

Einen Sonderpreis - nämlich den Redaktionspreis der "Wiener Zeitung" mit einer Dotierung von 500 Euro - erhielt das Abtei Gymnasium Seckau für den Bericht "Die Macht der Medien". In dem Video zeigen die Jugendlichen satirisch, welche Vorurteile über Flüchtlinge kursieren. Etwa, dass sie den Politikern die Haare vom Kopf und den Österreichern die Äpfel wegfressen. "Wir unterhalten uns regelmäßig über das Thema Flüchtlinge und auch viel über Politik. Für uns war das eine Möglichkeit unsere Meinung kundzutun", sagt der 17-jährige Julian Kienzl. "Vor allem, weil es bei uns am Land ein Thema ist, das entweder totgeschwiegen wird oder sehr emotional und unter Alkoholeinfluss aufkommt. Stichwort Gasthausgespräche."

"Die Flüchtlingsfrage ist einer der wichtigsten Themen der vergangenen Jahre, der Gegenwart und der kommenden Jahre, und sie wird jeden einzelnen Bürger beschäftigen - von Vorarlberg bis zum Neusiedlersee. Das war der Hauptgrund, warum wir als ,Wiener Zeitung‘ mit dieser Frage beschäftigt haben", sagt der stellvertretende Chefredakteur Walter Hämmerle.

"Schwierige Inhalte
spielerisch aufbereiten"

Bundeskanzler Christian Kern betonte in einer bei der Preisverleihung gezeigten Videobotschaft, wie es wichtig sei, dass sich die gesamte Gesellschaft, also auch Jugendliche, mit dem Thema Flüchtlinge befassen.

Gesponsert wurde die "Future Challenge" vom Ministerium für Äußeres und Integration und von Google. Mit dem Sponsoring wolle Google Jugendliche dazu animieren, digitale Kompetenzen zu erlernen, sagt Angelika Dorvel von Google Deutschland. "Wir möchten, dass sie lernen, schwierige Inhalte spielerisch aufzubereiten und sie medial umzusetzen." Denn das sei eine Grundkompetenz des heutigen Lernens wie auch lesen oder schreiben.

Das Thema für die nächste "Future Challenge" steht übrigens bereits fest. Der nächste Bewerb steht unter dem Motto "Leben 2030". Videobeiträge dazu können bereits eingereicht werden.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-07 17:27:09
Letzte nderung am 2017-06-13 10:33:09




Aus den 10 beliebtesten Videos der "Future Challenge - Flüchtlinge" hat eine Jury die vier Sieger-Videos ermittelt: http://www.wienerzeitung.at/youtube


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