• vom 07.06.2017, 17:40 Uhr

Future Challenge

Update: 07.06.2017, 19:03 Uhr

Future Challenge

Gold Award für Kritik an Verhandlungen




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Von Alexander Maurer

  • Mit einer gelungenen Film-Satire über internationale Syrien-Gespräche holte sich die Klasse 5b des Privatgymnasiums Sacré Coeur Graz den ersten Platz bei der "Future Challenge".

Grazer Stolz und Jubelgesten der Sieger anlässlich der Preisverleihung in Wien. - © Newald

Grazer Stolz und Jubelgesten der Sieger anlässlich der Preisverleihung in Wien. © Newald

Angelika Dorvel vertrat bei der Verleihung den Sponsor Google.

Angelika Dorvel vertrat bei der Verleihung den Sponsor Google. Angelika Dorvel vertrat bei der Verleihung den Sponsor Google.

Wien. Es war jener Moment, als erst der zweite Platz der "Future Challenge" bekanntgegeben wurde, als die Klasse 5b des Grazer Privatgymnasiums Sacré Coeur in lauten Jubel ausbrach. In diesem Augenblick wurde nämlich den Schülerinnen und Schülern der 5b bewusst, dass ihr Video-Beitrag "The Final Middle East Peace Conference" von der Jury mit dem ersten Platz bedacht wurde.

Für ihren Film sind die Schülerinnen und Schüler in die Rollen, Uniformen und Landestrachten von Repräsentanten der Konfliktparteien geschlüpft und spielen eine fiktive Friedenskonferenz der Vereinten Nationen vor. Syrien wird in der Anfangssequenz zwischen ihnen wie ein großer Kuchen aufgeteilt. Die USA bekommen einen Luftwaffenstützpunkt, Russland den Militärhafen Latakia, die Rebellen Aleppo und die umliegenden Gebiete, die Kurden den Norden. Auch das Assad-Regime sitzt am Verhandlungstisch und bekommt die Gebiete mit alawitischer Mehrheit zugesprochen.

"Wiener Zeitung"-Geschäftsführer Wolfgang Riedler bei der Preisverleihung im vollbesetzten Kinosaal des 21er-Hauses.

"Wiener Zeitung"-Geschäftsführer Wolfgang Riedler bei der Preisverleihung im vollbesetzten Kinosaal des 21er-Hauses. "Wiener Zeitung"-Geschäftsführer Wolfgang Riedler bei der Preisverleihung im vollbesetzten Kinosaal des 21er-Hauses.

Die Vereinbarung scheint im Film bereits perfekt, die Gläser sind zum Anstoßen erhoben. Doch kurz vor dem Vertragsabschluss tritt doch noch ein Problem auf. Die Stadt Homs wurde bei der Aufteilung niemandem zugeschlagen, ihr Schicksal offenbar vergessen.


Die drittgrößte Stadt Syriens liegt, wie auch in Wahrheit, in Trümmern und niemand scheint sie haben zu wollen. Doch als der Vertreter der Kurden zögerliches Interesse äußert, gerät der türkische Gesandte gleich in Rage - denn "der Feind" dürfe diese Stadt keinesfalls bekommen.

Auf einmal will jeder Homs haben, die Stadt wird zum Zankapfel. Russland zerstreitet sich erneut mit den USA und nähert sich dem Assad-Regime an. Die Rebellen sind sich untereinander uneins und es kriselt mit dem amerikanischen Partner. Dazu werden Bilder von Flüchtlingsströmen eingeblendet, Menschen, die übers Mittelmeer fliehen, ein Junge, der am Strand liegt und die gefährliche Reise nicht überlebt hat. Am Ende verkündet der Verhandlungsführer der Vereinten Nationen resignierend, dass der Krieg weitergeht.

Aus 50 Minuten wurden
fünf Minuten

Als für die jungen Filmemacher die Einladung nach Wien eintrudelte, war die 5b außer sich vor Freude über diesen ersten Schritt zum großen Erfolg. "Wir sind nicht gerade die bravste Klasse und wollten zeigen, dass wir auch anders können", erzählt Mateo Mihajlovic, der im Film den russischen Gesandten mit riesiger Bärenfellmütze auf seinem Kopf verkörpert.

Die Klasse hatte sich so sehr ins Thema vertieft, dass am Ende ein 50-Minuten-Video herauskam. Dieses musste dann von Lehrer Wolfgang Lackner auf fünf Minuten eingekürzt werden. "Ich dachte schon, dass der Film dann nicht mehr so gut ist", erinnert er sich.

Aber der Film wurde gut. Sehr gut sogar. So gut, dass es dafür neben dem Golden Award sogar noch einen Überraschungspreis gab. Jurymitglied Jakob Erwa, seines Zeichens Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, teilte den Schülern per Videobotschaft mit, dass er sie zu einem Filmworkshop einlade. "Ihr werdet nachher das Medium Film mit ganz anderen Augen sehen", versprach er. Erwa wandte sich auch an alle anderen Gewinner. "Seid mutig, seid laut!", spornte er sie an. "Ich würde mich freuen, in Zukunft mehr von euch zu sehen."

Der erste Platz der "Future Challenge" wurde heuer mit 1000 Euro dotiert. "Natürlich möchten wir uns auch ein wenig selbst belohnen und planen einen Ausflug. Aber einen Teil des Geldes möchten wir auch spenden", erklärt Mihailovic. Das Sacré Coeur habe eine Partnerschule in Uganda, der die Schüler Geld zukommen lassen möchten. "Diese Idee ist an den biblischen Zehent angelegt und kam von den Schülern. Es würde mich stolz machen, falls sie sich dafür entscheiden", meint Lackner.

Die Filmbeiträge aller Gewinner
gibt es unter:

www.wienerzeitung.at/futurechallenge




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-07 17:44:11
Letzte nderung am 2017-06-07 19:03:09



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