Wien. (mel) Die Kärntner Hypo stellt die Weichen für einen "kleinen Vergleich" mit ihrer Ex-Mutter BayernLB, was einige strittige Punkte zwischen den beiden Kreditinstituten anbelangt. Wie berichtet, benötigt die Hypo die Zustimmung ihrer Münchner Großgläubigerin, um die Hypo-Tochter in Österreich spalten und den problembehafteten Teil auf die Dachgesellschaft Hypo International übertragen zu können.
Durch die Spaltung soll der verbleibende Teil der Hypo-Österreich verkaufsfit gemacht werden. Stimmen die Bayern nicht zu, könnte das die Privatisierung verzögern, weshalb die Hypo - Informationen der "Wiener Zeitung" zufolge - einige kleinere Zugeständnisse machen könnte. Gestritten wird unter anderem darüber, wer für ein Beraterhonorar der Boston Consulting Group aus dem Jahr 2009 aufkommen soll. Auch hat die Hypo vor längerer Zeit eine Klage eingebracht, um unterschiedliche Ansichten in Zusammenhang mit einer Zwischenbankfinanzierung zu klären. Nicht Teil des "kleinen Vergleichs" wird wohl die Frage sein, ob die Hypo der BayernLB einen mehr als drei Milliarden Euro schweren Kredit zurückbezahlt oder nicht. Die Entscheidung über Details rund um die Spaltung soll Anfang August fallen. So wichtig, dass die Kärntner Bank jeden Preis für die Zustimmung der Münchner zahlen würde, dürfte die Sache allerdings nicht sein.
Hypo-Chef Gottwald Kranebitter hat am Donnerstagabend vor Journalisten einen "Format"-Bericht zurückgewiesen, dem zufolge die Bank noch bis zu fünf Milliarden Euro an Kapital vom Staat benötigen würde: Dies seien lediglich Worst-Case-Szenarien, die die Bank im Auftrag der EU-Kommission berechnen müsste.