Mauerkirchen/Ried im Innkreis. Die Horn-Babyausstattung GmbH, die aus dem gleichnamigen früheren Kinderwagenhersteller hervorgegangen ist, importiert und verkauft laut eigenen Angaben Kinderwagen aus Fernost. Bekannt ist sie durch die Marke "Hoco Austria".
Laut Harald Neumüller vom KSV1870 hat das Innviertler Unternehmen ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt und bietet seinen Gläubigern eine 20-Prozent-Quote in drei Raten an. 27 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen.
"Der Geschäftsverlauf verlief bis in den Jahre 2008, 2009 und 2010 in der Umsatzentwicklung sehr erfolgreich", heißt es im Insolvenzantrag. So stiegen die Umsätze von 5,2 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2008/2009 auf rund sechs Millionen Euro im Geschäftsjahr 2010/2011. Aber 2010/2011 wurden Verluste geschrieben.
Die Insolvenzursachen
Laut Insolvenzantrag schlitterte der wichtigste Lieferant in China in die Pleite, "was zu Lieferverzögerungen und Lieferstopps und zu Schadenersatzforderungen, Forderungsausfällen und Umsatzrückgängen führte". Zugleich soll es zu "massiven Qualitätsproblemen bei einem neuen Lieferanten gekommen sein, "welche zu Kundenreklamationen und auch einer kostspieligen Rückholaktion führten". Dazu kam der Preisdruck auf die Haupthandelsmarke "Hoco".
"Insbesondere im Mittelpreissegment wirkte sich der Preisverfall katastrophal aus", heißt es im Antrag weiter. "Die meisten Handelsketten haben im Einstiegspreissegment auf Eigenmarke-Produkte umgestellt, welche auch über Horn bezogen werden." Doch dieser Geschäftsbereich wirft nur geringe Margen ab.
So wurde auch die Hausbank, die Oberbank, über die Schieflage informiert." Die Oberbank AG hat nach diesem Gesprächstermin hausintern entschieden, die Kreditlinien im Rahmen einer Fortführung des Unternehmens ohne Einleitung eines Sanierungsverfahrens vorerst nicht aufrecht zu erhalten", hießt es dazu im Antrag. "Die Kreditlinien wurden mit Schreiben vom 18. April 2012 gekündigt."
Das Vermögen
Die Aktiva haben einen Buchwert in Höhe von 1,998 Millionen Euro, aber das Warenlager (920.000 Euro) und die offenen Forderungen (950.000 Euro) sind an die Oberbank verpfändet bzw. zediert. Rund 128.000 Euro sind freies Vermögen.
Die Schulden
Die Passiva werden mit 2,417 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 2,08 Millionen Euro auf Banken und 194.000 Euro auf Ansprüche der Mitarbeiter.