Wels/Schörfling am Attersee. Beim oberösterreichischen Stahlbau- und Schlossereiunternehmen Kreuzroither Metallbau GmbH steht ein großer Mitarbeiterabbau bevor. Das Unternehmen hat laut Sandra Panholzer vom KSV1870 Linz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt und plant unter bestimmten Voraussetzungen einen Fortbetrieb. Von den 115 betroffenen Mitarbeitern sollen aber nur 50 bis 60 Mitarbeiter weiter beschäftigt werden.
"In der derzeitigen Situation ist eine Fortführung des Unternehmens unter Beibehaltung einzelner Teilbetriebe wirtschaftlich grundsätzlich möglich, sofern mit der FactorBank AG als Finanzierungspartner eine Lösung gefunden wird", heißt es im Insolvenzantrag. "Die Unternehmensführung könnte positiv erfolgen, an einer Fortführungsrechnung wird derzeit noch gearbeitet. Eine Mindestanzahl von Mitarbeitern im Ausmaß von cirka 50 bis 60 ist hierfür unabdingbar." Nachsatz: "Für die Abwicklung einiger laufenden Baustellen ist nur noch ein beschränkter Materialeinsatz notwendig, weshalb die Unternehmensfortführung teilweise auch ohne erheblichen Wareneinsatz kurzfristig positiv geführt werden kann."
Das Vermögen
Die Aktiva haben einen Liquidationswert in Höhe von 4,04 Millionen Euro, aber aufgrund von Ab- und Aussonderungsrechten beträgt das freie Vermögen nur 340.700 Euro.
Die Schulden
Die Passiva haben einen Liquidationswert von 11,091 Millionen Euro, davon sind 3,699 Millionen Euro besichert. Die Bankschulden betragen 3,067 Millionen, rund 2,7 Millionen Euro entfallen auf Lieferanten, 1,4 Millionen Euro auf Anzahlungen, 1,16 Millionen Euro auf die Finanz und 1,958 Millionen auf die Mitarbeiter und 1,166 Millionen Euro entfallen auf Verbindlichkeiten unter dem Titel "Bawag Containerkauf".
Die Insolvenzursachen
Laut Insolvenzantrag arbeitete Kreuzroither am Großprojekt "Wirtschaftspark Breitensee" der Wien Holding. Aufgrund verspäteter Fertigstellung und des Verzugs bei der Bauleistung soll die Wien Holding Teilzahlungen in Höhe von 2,03 Millionen zurückgehalten haben. Ursache für die Verzögerungen soll die Auslagerung von Arbeiten durch Kreuzroither an ein Subunternehmen gewesen sein. Die Leistungen des Subunternehmens waren demnach "großteils mangelhaft bzw. konnten nicht verwendet werden und führten letztlich dazu, dass Kreuzroither neuerlich Planungsleistungen an externe Büros vergeben musste".
Zugleich führt Kreuzroither einen Prozess gegen die Bundesimmobiliengesellschaft BIG aus dem Bauprojekt Spengergasse. Streitwert: 606.000 Euro. Die Liquiditätsprobleme konnten letztlich nicht behoben werden. Die Hausbank verlängerte die Kreditlinie nicht. Am 17. April ist eine außergerichtliche Lösung gescheitert. Den Gläubigern werden 20 Prozent Quote geboten.