• vom 29.06.2016, 15:17 Uhr

Insolvenzen

Update: 29.06.2016, 15:59 Uhr

Umsatzrückgang

Salzburger Ticketbüro Polzer ist in Konkurs




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Von WZ Online, APA

  • Umsatzrückgänge und höherer Werbeaufwand als Ursache

Salzburg. Das bekannte Salzburger Kartenbüro Polzer mit Sitz am Residenzplatz - offiziell firmiert das Unternehmen als Travel und Ticketcenter GmbH & Co KG - ist insolvent. Wie die Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV am Mittwoch mitteilten, sind vom Konkurs elf Dienstnehmer und rund 50 Gläubiger betroffen. Aktiva in der Höhe von 732.000 Euro würden Passiva von rund 1,3 Millionen Euro gegenüber stehen.

Der Grund für die Insolvenz liegt laut Unternehmen primär in einem zuletzt zweistelligen Umsatzrückgang, den man vergeblich mit erhöhten Werbeaufwendungen auszugleichen versucht hat. Die Situation habe sich 2016 durch die mit 1. Mai 2016 eingetretene Erhöhung der Umsatzsteuer von 10 auf 13 Prozent noch verschärft.

Das Kartenbüro war eigenen Angaben nach der größte Kunde des Salzburger Festspielfonds mit einem gesamten Umsatzvolumen von rund 19,6 Millionen Euro in den Jahren 2000 bis 2016. Nachdem sich das schlechte Ergebnis für das Jahr 2015 bereits abzeichnete, seien im Frühjahr 2016 Gespräche mit mehreren Interessenten über den Verkauf von rund 140.000 Kundendaten geführt worden. Die Verhandlungen scheiterten aber. Bemühungen, vom Festspielfonds eine Unterstützung für die Unternehmenssanierung zu erhalten, waren laut AKV nicht erfolgreich.

Nachdem der Salzburger Festspielfonds die Kooperation vor wenigen Tagen aufkündigte und dem Ticketbüro keine Karten mehr zur Verfügung stellte, habe sich das Unternehmen zur Konkursantragsstellung gezwungen gesehen. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung soll am 13. September stattfinden.

Festspiele bedauern Konkurs von Salzburger Ticketbüro
Die Salzburger Festspiele haben am Mittwoch gegenüber der APA den Insolvenzantrag des Ticketbüros Polzer bedauert. Das Unternehmen sei über Jahrzehnte ein sehr verlässlicher Geschäftspartner des Salzburger Festspielfonds gewesen. Die Erklärung, dass man den finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen könne, habe die Festspiele völlig unerwartet getroffen, hieß es in einer Stellungnahme.

Um größeren Schaden abzuwenden, habe man nach eingehender Überprüfung und Überlegung den Rücktritt des Festspielfonds von der Rechts- und Geschäftsbeziehung mit dem Kartenbüro erklärt. "Dieser Schritt war aufgrund der wirtschaftlichen Lage und der damit verbundenen Nichterfüllung der finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Salzburger Festspielfonds unumgänglich geworden."

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Umsatzrückgang, Insolvenz

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-06-29 15:19:41
Letzte ─nderung am 2016-06-29 15:59:59



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