• vom 17.02.2017, 09:41 Uhr

IS-Terrormiliz

Update: 20.02.2017, 11:57 Uhr

Islamischer Staat

IS-Miliz brechen Einnahmen weg




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Von WZOnline, APA, Reuters

  • "Kontostand wird kleiner".

Die Flagge des "Islamischen Staats" - ein Symbol für Terror, Angst und Schrecken. - © APAweb/Reuters, Dado Ruvic

Die Flagge des "Islamischen Staats" - ein Symbol für Terror, Angst und Schrecken. © APAweb/Reuters, Dado Ruvic

Berlin. Die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) bekommt einer Studie zufolge durch den Verlust großer Territorien finanzielle Probleme. Von 2014 bis 2016 seien die Einnahmen um mehr als die Hälfte eingebrochen - von ursprünglich bis zu 1,9 Milliarden Dollar auf maximal 870 Millionen Dollar, erklärte die Beratungsgesellschaft EY.

Die Haupteinnahmequellen – Steuern, Öl und Raub – seien zurückgegangen, weil wichtige Territorien verloren gegangen seien. "Wenn sich der Trend so fortsetzt, bricht das 'Geschäftsmodell' des Islamischen Staates bald zusammen", sagte EY-Experte Stefan Heißner.

Dem IS sei es nicht gelungen, Einnahmequellen zu halten oder sich neue zu erschließen. "Die Gebietseroberungen der internationalen Koalition gegen den IS graben dem selbstausgerufenen Kalifat das Wasser ab", sagte Heißner. "Je kleiner dieses Gebiet wird, desto kleiner wird der Kontostand der Terroristen." EY hat mit dem International Centre for the Study of Radicalisation (ICSR) Dokumente des IS, Aussagen vor Kongressen und Parlamenten, Regierungsberichte, journalistische Nachforschungen, Think-Tank-Studien sowie Interviews mit Regierungsvertretern und Sachverständigen ausgewertet.


Mit den Gebietseroberungen 2014 hätten die IS-Kämpfer Städte und historische Stätten im Irak und in Syrien geplündert, Besitz beschlagnahmt und Geldstrafen von der Bevölkerung eingetrieben. Das habe bis zu einer Milliarde US-Dollar eingebracht. Im vergangenen Jahr seien diese Einnahmen auf 110 bis 190 Millionen US-Dollar gesunken. Auch die Ausbeutung von Ölquellen und anderer natürlicher Ressourcen werde zunehmend erschwert. "Es gibt hinreichend Gründe davon auszugehen, dass die Einnahmen des IS weiter sinken werden", sagte Heißner. "Denn auch Finanz- und Transaktionskontrollen wirken vermehrt." Das heiße aber nicht, dass die Organisation nicht mehr in der Lage wäre, terroristische Handlungen auszuführen. "Ihre Anschläge lassen sich häufig mit relativ geringem Aufwand durchführen", sagte der Experte.




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Dokument erstellt am 2017-02-20 09:43:05
Letzte ─nderung am 2017-02-20 11:57:20



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