• vom 26.11.2015, 13:19 Uhr

Klimagipfel

Update: 26.11.2015, 13:28 Uhr

Klimakonferenz

Die wichtigsten Streitpunkte für Paris




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Von WZOnlne/APA, dpa

  • Lastenteilung, Langfristziele und Verbindlichkeit

Paris. Vor dem UN-Klimagipfel liegen die Positionen in vielen zentralen Punkten noch weit auseinander.

Wie ist die weitere Erwärmung der Erde aufzuhalten? Wie lassen sich die vereinbarten Maßnahmen finanzieren? Und auf welches Temperaturziel soll man sich einigen? Einige dieser Themen sind so kontrovers, dass sie womöglich erst gegen Ende der Gespräche geklärt werden könnten.

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Ein Überblick:

TEMPERATURZIELE: Kleine Inselstaaten, vom Anstieg des Meeresspiegels besonders bedroht, wünschen sich eine neue Grundverpflichtung. Nach ihren Vorstellungen soll die Erdtemperatur bis 2100 um nicht mehr als 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter steigen. Das wäre ein ehrgeiziges Ziel, bei der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 hatten die Teilnehmer noch "zur Kenntnis" genommen, dass die Erdtemperatur um nicht mehr als zwei Grad steigen sollte.

Selbst wenn die Länder ihre Treibhausgasemissionen so stark reduzieren, wie vor der Konferenz in ihren nationalen Klimazielen angekündigt, würde die Erdtemperatur laut UN-Angaben um etwa 2,7 Grad steigen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP geht sogar von einem Anstieg von 3 bis 3,5 Grad Celsius aus. Die Erde hat sich seit 1850 bereits um 0,8 Grad erwärmt.

LASTENTEILUNG: Historisch haben vor allem die Industrieländer Emissionen in die Luft gepumpt. Doch längst spielen aufstrebende Schwellenländer wie Indien und China eine entscheidende Rolle, wenn man den Temperaturanstieg eindämmen will. Die pochen aber auf ihr Recht, wirtschaftlich zu den reichen Staaten aufzuholen. Einige Experten meinen: Wenn die Konferenz scheitert, dann an diesem Punkt.

LANGFRISTZIEL: Der Mensch muss weniger CO2 in die Atmosphäre blasen - soweit herrscht Einigkeit. Doch soll die Weltwirtschaft nun bis Ende des Jahrhunderts ohne CO2-Emissionen auskommen, wie zum Beispiel von den reichen G7-Ländern gefordert? Oder soll der Ausstoß einfach sobald wie möglich den Scheitelpunkt erreichen und dann sinken? Strittig ist zum Beispiel auch, ob das Auffangen und unterirdische Einlagern von CO2 eingerechnet werden darf.

VERBINDLICHKEIT: Wie verpflichtend werden die Vereinbarungen von Paris? Der gärende Streit wurde Anfang November offenbar, als US-Außenminister John Kerry in einem Interview der "Financial Times" sagte, die USA würden keine "rechtlich bindenden Klimaziele" unterschreiben, wie es sie beim Kyoto-Protokoll von 1997 gab. Im Gastgeberland Frankreich sorgte das Interview prompt für Ärger, dort gilt die klare Linie: Das Abkommen muss verbindlich sein.

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Schlagwörter

Klimakonferenz, COP21

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-11-26 13:20:42
Letzte nderung am 2015-11-26 13:28:41



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