"Wiener Zeitung":(kats) Wie geht es Ihnen?
Gabriela Moser: Ich bin erleichtert und zufrieden, dass ich den Weg frei gemacht habe und endlich der U-Ausschuss keine fadenscheinige Ausrede mehr dafür hat, nicht weiterzuarbeiten.
Eva Glawischnig hat angedeutet, dass Ihnen die vergangenen Wochen an die Nieren gegangen sind.
Nein. Ich habe Akten aufgearbeitet, Vorbereitungen getroffen und gehofft, dass wir auf einen grünen Zweig kommen.
Am Montag hat sich der Klub noch voll hinter Sie gestellt. Wie haben Sie sich dann doch so plötzlich entschlossen, den Vorsitz abzugeben?
Nach den Rücktrittsaufforderungen musste ich mir Varianten überlegen. Ich habe darüber geschlafen, Rücksprache mit Klub, Juristen und Verfahrensanwalt gehalten. Dann habe ich das, was ich mir gestern Abend überlegt habe, persönlich entschieden.
Haben Sie mit Peter Pilz auch telefoniert?
Ja, er hat gesagt, das sei meine persönliche Entscheidung, und ich habe gesagt: "Das ist meine persönliche Verantwortung."
Ihr Verhältnis zu Pilz gilt nicht als das allerbeste.
Als Vorsitzende muss ich Wert darauf legen, dass die Befragung der Auskunftspersonen den Vorschriften entspricht. Wenn Behauptungen nicht als persönliche Darstellungen deklariert werden, muss ich das sagen. Das war das einzige Momentum, wo es eine Diskrepanz gegeben hat.
Und wie werden Sie im U-Ausschuss zusammenarbeiten?
Das ist nicht klar. Noch wissen wir nicht einmal, ob der U-Ausschuss fortgesetzt wird.
Wie geht es nun weiter?
Ich weiß, dass ich nichts weiß. Es wäre aber gut, wenn es nach der Plenarsitzung am Mittwoch gleich eine Geschäftsordnungssitzung zur Zeugenladung gäbe. Ich würde sehr empfehlen, dass die Arbeit endlich fortgesetzt wird.
Zur Person
Gabriela Moser ist seit 1994 mit Unterbrechungen grüne Mandatarin. Die 58-jährige Linzer AHS-Lehrerin hat den Korruptions-U-Ausschuss als Telekom-Expertin bisher zur Zufriedenheit aller geführt, bis vor zwei Wochen wegen Streitigkeiten um die Geschäftsordnung Rücktrittsaufrufe aus der Koalition, der FPÖ und dem BZÖ kamen. Am Dienstag ist sie dem nachgekommen.
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