Krimkrise 2014




Die Krimkrise 2014 umfasst die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland im März 2014. Russland nutzte dafür einen politischen Konflikt in der Ukraine aus und entsandte zu diesem Zweck nicht gekennzeichnete Truppen ins das Gebiet. Russlands Interesse an dem Gebiet ist vor allem militärischer Natur, da der Großteil der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol stationiert ist.
Mit der Annexion der Krim hat Russland mehrere völkerrechtliche Vereinbarungen gebrochen, darunter das Budapester Memorandum von 1994 über die Achtung der bestehenden Grenzen der Ukraine und die in der KSZE-Schlussakte von 1975 Unverletzlichkeit der Grenzen.


Die Intervention Russlands erfolgte nach einer Verfassungskrise in der Ukraine und der Flucht des Präsidenten Wiktor Janukowytsch. In der Folge bildete sich ein Übergangsparlament, dem auch Vertreter radikal-nationalistischer Gruppierungen angehörten. Auf ihr Betreiben wurde das Sprachengesetz abgeschafft, was praktisch das Aus für Russisch als Amtsspache im Südosten des Landes geheißen hätte. Das Gesetz wurde allerdings vom Übergangspräsidenten Olexandr Turtschynow blockiert.


Ende Februar drangen russische Soldaten ohne Hoheitszeichen in die Krim ein und besetzten alle strategisch wichtigen Einrichtungen. Unter ihrem Schutz bildete sich eine Marionettenregierung. Am 16. März wurde ein Referendum abgehalten, bei dem laut offiziellen 96,77 Prozent für einen Beitritt der Krim zur Russischen Föderation votierten. Die UN-Vollversammlung erklärte die Annexion und das Referendum am 27. März 2014 für völkerrechtlich ungültig.
(Das offizielle Kremlfoto zeigt eine prorussische Kundgebung.)


  • vom 22.04.2014, 10:46 Uhr

Krimkrise 2014

Update: 18.08.2015, 17:39 Uhr

Krim-Krise

Tatarenführer Dschemilew darf vorerst nicht mehr auf die Krim




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  • Einreise bis 2019 untersagt.

Tatarenvertreter Mustafa Dschemilew. - © Mustafa Abdülcemil Kırımoğlu

Tatarenvertreter Mustafa Dschemilew. © Mustafa Abdülcemil Kırımoğlu

Kiew/Moskau. Der Anführer der Krimtataren, Mustafa Dschemilew, darf in den kommenden fünf Jahren nicht in seine Heimat zurückkehren. Russland habe ihm den Zugang zu der Schwarzmeerhalbinsel untersagt, teilte die Tataren-Versammlung Medschlis am Dienstag mit.

Dschemilew verließ das im März von Russland annektierte Gebiet den Angaben zufolge am Dienstagmorgen, um nach Kiew zu reisen. An der Grenze habe er ein Dokument erhalten, wonach er bis zum 19. April 2019 nicht mehr in die Russische Föderation einreisen darf, erklärte Tataren-Vertreterin Lilia Muslimowa.





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Dokument erstellt am 2014-04-22 10:46:52
Letzte nderung am 2015-08-18 17:39:33



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