• vom 21.10.2015, 16:30 Uhr

Hintergrund - Nahostkonflikt

Update: 14.09.2016, 03:16 Uhr

Nahostkonflikt

1968-2015




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Von WZ Online (ja)

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Die Verleihung des Friedensnobelpreises 1994: Palästinischer Präsident Jassir Arafat, Israels Außenminister Schimon Peres und Israels Ministerpräsident Jitzchak Rabin. - © Saar Yaacov, GPO

Die Verleihung des Friedensnobelpreises 1994: Palästinischer Präsident Jassir Arafat, Israels Außenminister Schimon Peres und Israels Ministerpräsident Jitzchak Rabin. © Saar Yaacov, GPO

1969

Arafat wird Nachfolger von Ahmed Shukeiri als PLO-Vorsitzender, wodurch sich die PLO vom Einfluss Ägyptens freimacht.

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1974

Nach einer Rede Arafats anerkennt die UNO-Vollversammlung das "Recht des palästinensischen Volkes auf nationale Selbstbestimmung und Unabhängigkeit".

1987

Beginn der ersten Intifada (Volksaufstand) im Gazastreifen und Westjordanland, in deren Rahmen Scheich Ahmed Yassin in Gaza die radikale Hamas ("Bewegung des Islamischen Widerstandes") gründet. Die Hamas steht außerhalb der der PLO und macht ihr zunehmend Konkurrenz.

1988

Das Palästinensische Exilparlament, genannt Nationalrat ruft in Algier Palästina als Staat aus. Die Versammlung erkennt das Existenzrecht Israels an.

1990
>Im August 1990 marschieren irakische Truppen in Kuwait ein. Da die Arafat die Annexion offiziell unterstützte, mussten 1991, nach dem Zweiten Golfkrieg, rund 450.000 Palästinenser Kuwait verlassen.

1991

Es kommt zu Geheimverhandlungen zwischen Israel und der PLO.

1993

Es kommt Unterzeichnung eines Grundlagenvertrags zwischen Israel und der PLO unter der Friedensformel "Land gegen Frieden". Gemeint ist der Abzug israelischer Truppen aus besetzten Gebieten.
Die PLO gibt die Forderung nach einem Staat auf dem Gebiet Israels im Oslo-Abkommen auf. Yassir Arafat erhält dafür zusammen mit Israels Premier Yitzhak Rabin und Außenminister Shimon Peres den Friedensnobelpreis.
1994

Ein Abkommen über die erste Phase der palästinensischen
Selbstverwaltung im Gaza-Streifen und im Gebiet von Jericho wird unterzeichnet.

1995

Ein israelisch-palästinensisches Abkommen über zweite Phase ("Oslo II") legt den Rückzug Israels aus dem größten Teil des Westjordanlandes fest.

Am 4. November wird Yitzhak Rabin wird bei einer Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem radikalen Siedler ermordet.

1996

Bei den Wahlen in den Selbstverwaltungsgebieten erhält die Fatah erringt eine Zweidrittelmehrheit im palästinensischen Legislativrat. Allerdings verzichtet die Hamas auf eine Kandidatur. Arafat mit 87 Prozent Zustimmung Präsidenten.

Im Mai gewinnt die Likud-Partei die Wahlen in Israel, Benjamin Netanjahu wird Premier und kündigt die Ausweitung von Siedlungen an.

1998

Die PLO erkennt offiziell das Existenzrecht Israels an.

1999

Die Arbeiterpartei Awoda verspricht die Wiederbelebung des Friedensprozesses. Ihr Vorsitzender Ehud Barak wird Premier 1999-2001).

2000

Beim Gipfel von Camp David können sich Arafat und Israels Premier Ehud Barak weder über die Jerusalemfrage noch über das Schicksal der Flüchtlinge einigen.

Der oppositionelle Likud-Chef Ariel Sharon besucht am 28. September den Tempelberg und löst damit einen palästinensischen Aufstand, die Al-Aqsa-Intifada oder zweite Intifada aus.

2001

Ariel Sharon bricht als Premier Israel den Kontakt zu Arafat ab und stellt ihn in Ramallah faktisch unter Hausarrest. US-Präsident George W. Bush spricht vor der UNO-Vollversammlung über eine mögliche friedliche Koexistenz von "zwei Staaten, Israel und Palästina, in sicheren und anerkannten Grenzen".In der Praxis besetzt Israel palästinensische Selbstverwaltungsgebiete.

2003

Das Amt eines palästinensischen Premiers wird eingeführt und mit Mahmoud Abbas (Abu Mazen) besetzt, Arafat bleibt Präsident. US-Präsident Bush präsentiert den Friedensfahrplan des Nahost-Quartetts (UNO, USA, EU, Russland). Die Palästinenser stimmen zu, Israel erhebt Einwände; Es kommt zum Gipfeltreffen Sharon-Abbas-Bush im Juni in Akaba (Jordanien).Abbas demissioniert im September, Ahmed Korei (Abu Ala) wird Premier.

2004

Die israelische Armee tötet die Hamas-Führer Scheich Ahmed Yassin und Abdelaziz Rantisi und weitere radikale Palästinenser.

Arafat stirbt im November.

2005

Mahmoud Abbas wird zum palästinensischen Präsidenten gewählt. Hamas akzeptiert informelle Waffenruhe. Israel räumt ohne vorherige Vereinbarung den Gaza-Streifen.

2006

Die Hamas gewinnt die Wahl zum palästinensischen Legislativrat mit einer überragenden Mehrheit und stellt mit Ismail Haniyeh den Premier. Viele westliche Staaten fahren die finanzielle Unterstützung Palästinas zurück und fordern von der Hamas die Anerkennung Israels und der vorhandenen Verträge und die Einstellung der terroristischen Aktivitäten.

Die Hamas-Regierung schafft parallele Sicherheitskräfte.

2007

Abbas und Haniyeh treffen auf Initiative des saudiarabischen Königs Abdullah in Mekka zusammen, Bildung einer Einheits-Regierung unter Führung von Haniyeh.

Ab Mai kommt es zu schweren innerpalästinensischen Kämpfen, bei denen die Hamas die Fatah aus dem Gaza-Streifen verdrängt. Abbas bildet im Westjordanland ein Notstandskabinett unter Salam Fayyad ohne demokratische Legitimation.

Abbas und Israels Premier Ehud Olmert vereinbaren die Wiederaufnahme der 2000 abgebrochenen Friedensverhandlungen, die bis Ende 2008 zu einer Zwei-Staaten-Lösung führen sollen.

2008/09

Israelischer Bus nach einem Terrorangriff im Süden des Landes (2011).

Israelischer Bus nach einem Terrorangriff im Süden des Landes (2011).© Ariel Hermoni (Israel Defense Forces) Israelischer Bus nach einem Terrorangriff im Süden des Landes (2011).© Ariel Hermoni (Israel Defense Forces)

Abbas fordert die Hamas zu Versöhnungsgesprächen auf. Ende Dezember 2008 beginnt eine dreiwöchige israelischer Militäroffensive im Gazastreifen. Die Bilanz sind 1400 Tote. Abbas bricht Gespräche mit Israel ab.

Benjamin Netanjahu wird im März nach einem Wahlkampf gegen einen Siedlungsstopp Ministerpräsident in Israel.

Abbas bekennt sich auf Gipfel der Arabischen Liga zu Bildung einer Regierung der nationalen Einheit in Palästina. Eine Versöhnungskonferenz unter ägyptischer Schirmherrschaft in Kairo bleibt nach mehreren Monaten ergebnislos.

2010

Israel verweigert die Verlängerung des zehnmonatigen Siedlungsstopps im Westjordanland.

Es kommt zu einem Treffen zwischen Netanjahu und Abbas bei US-Präsident Barack Obama. Obama stellt einen palästinensischen Staat für 2011 in Aussicht. Israel verweigert die Verlängerung des zehnmonatigem Siedlungsstopps. Die Palästinenser brechen daraufhin die Gespräche ab.

2011

Nach dem Sturz des Mubarak-Regimes vermittelt die neue ägyptische Führung das Versöhnungsabkommen Fatah-Hamas.

2012

Vom 14. bis zum 21. November 2012 greift die israelische Armee Einrichtungen der Hamas im Gazastreifen an. Als Grund werden die stark zugenommenen Raketenangriffe aus Gaza genannt.

2014

Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte antworten ab. 8. Juli 2014 auf Raketenangriffe der Hamas mit der Militäroperation Operation Protective Edge, die Artillerie- und Luftangriffe und eine Bodenoffensive umfasst. Am 26. August wird eine unbefristete Waffenruhe vereinbart. Während des Konflikts richtet die Hamas etwa 30 Menschen wegen angeblicher Kollaboration hin.

2015

Ab dem September 2015 kommt es vermehrt zu Zwischenfällen. Palästinensische Attentäter greifen Israelis mit Messern an, die israelische Armee reagiert mit dem Beschuss von Hamas-Einrichtungen und zerstört die Häuser der Angreifer.




Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-05-13 19:30:53
Letzte ─nderung am 2016-09-14 03:16:15



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