• vom 23.08.2012, 11:09 Uhr

Nahostkonflikt - Aktuelle Berichte

Update: 23.08.2012, 13:57 Uhr

Iran

Israels Generalstabschef droht dem Iran




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  • USA an Israel: Es bleibt Zeit für Diplomatie
  • Israel: Ban Ki-moon begeht mit Iran-Reise schweren Fehler.

Der israelische Generalstabschef Benny Gantz hat dem Iran indirekt gedroht. Wer meine, Israel "ausmerzen" zu können, werde die "Wucht der israelischen Militärmacht" zu spüren bekommen, erklärte Gantz am Mittwoch. - © APAweb/EPA/ISRAELI DEFENSE FORCES (IDF)/HANDOUT

Der israelische Generalstabschef Benny Gantz hat dem Iran indirekt gedroht. Wer meine, Israel "ausmerzen" zu können, werde die "Wucht der israelischen Militärmacht" zu spüren bekommen, erklärte Gantz am Mittwoch. © APAweb/EPA/ISRAELI DEFENSE FORCES (IDF)/HANDOUT

Jerusalem/Washington. Der israelische Generalstabschef Benny Gantz hat dem Iran indirekt gedroht. Wer meine, Israel "ausmerzen" zu können, werde die "Wucht der israelischen Militärmacht" zu spüren bekommen, erklärte Gantz am Mittwoch. Die Drohungen, denen sich Israel und seine Bevölkerung gegenüber sähen, seien das "Ergebnis einer falschen Einschätzung unserer Stärke und unserer Fähigkeiten". Entlang der Grenzen Israels stehe eine Armee, die "in ihren Reihen die besten Soldaten und Kommandanten der Welt" habe.

Gantz äußerte sich während einer Zeremonie zum Gedenken an getötete Soldaten der Elitebrigade Golani. In den vergangenen Tagen hatte sich in Israel die Diskussion um einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen verschärft. Der Iran bestreitet, am Bau einer Atombombe zu arbeiten, und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie.


Ein ständiger Dialog
US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland erklärte unterdessen, Washington stehe mit Israel in ständigem Dialog über das iranische Atomprogramm. Eine diplomatische Lösung sei jedoch einer militärischen Option vorzuziehen, und dafür bleibe Zeit. Das habe Washington Israel klar gemacht, auch wenn die Sicherheit der israelischen Verbündeten für die USA den höchsten Stellenwert habe, fügte Nuland hinzu.

Der Direktor der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, rechnet nicht mit einem israelischen Angriff auf den Iran in den kommenden Monaten. Sollte es dennoch dazu kommen, befürchtet Perthes keinen Bruch des Verhältnisses zwischen Berlin und Tel Aviv. Ein Angriff Israels gegen den Rat aller seiner Partner würde das Verhältnis zu diesen Freunden zwar belasten, sagte Perthes der "Westdeutschen Zeitung" vom Donnerstag. "Aber zwischen einer Belastung des Verhältnisses und einer grundlegenden Änderung, gar einem Bruch, ist es noch sehr weit", fügte er hinzu.


Israel: Ban Ki-moon begeht mit Iran-Reise schweren Fehler
Israel hat enttäuscht auf die Ankündigung von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon reagiert, zum Treffen der Blockfreien Staaten nach Teheran zu reisen. "Wir haben in dieser Angelegenheit schon alles gesagt. Das ist ein Fehler", sagte Regierungssprecher Mark Regev am Donnerstag auf Anfrage.

Die Sprecherin des Außenministeriums in Jerusalem, Ilana Stein, fügte hinzu: "Zweifellos wird das iranische Regime die Konferenz dazu missbrauchen, von seinen Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung, dem illegales Streben nach Atomwaffen sowie von Terrorismus und der Unterstützung für (Syriens Staatschef Bashar al-) Assad abzulenken".


Ein "schrecklicher Fehler"
"Dies sind sehr gute Gründe, nicht nach Teheran zu reisen. Aber wir erwarten, dass alle, die dennoch hinfahren, nicht der iranischen Propaganda auf den Leim gehen, sondern ihre Meinung über den Iran und das Ajatollah-Regime deutlich machen", fügte Stein hinzu.

Als die Reisepläne Anfang August bekanntgeworden waren, hatte Netanyahu in einem Telefonat mit Ban von einem "schrecklichen Fehler" gesprochen. Ban dürfe nicht ein Regime aufwerten, das der Welt mit Terror und Israel mit Vernichtung drohe.




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Iran, Israel

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Dokument erstellt am 2012-08-23 11:13:08
Letzte Änderung am 2012-08-23 13:57:26




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