• vom 09.07.2014, 17:28 Uhr

Nahostkonflikt - Meinung Analysen

Update: 09.07.2014, 19:45 Uhr

Leitartikel

Stop the Rockets




  • Artikel
  • Kommentare (5)
  • Lesenswert (18)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Reinhard Göweil

  • Leitartikel

Chefredakteur Reinhard Göweil.

Chefredakteur Reinhard Göweil. Chefredakteur Reinhard Göweil.

Europa hat ein gewisses Faible für die Palästinenser. Israel wird als Unterdrücker gesehen, der dem palästinensischen Volk die Selbstbestimmung verweigert. Die EU hat sogar auf die jüngsten Ereignisse mit einer an beide Seiten adressierten Botschaft reagiert, die Gewalt zu beenden.

Nun gibt es eine Menge richtiger Kritikpunkte an Israel. Die Idee etwa, in eine Verfassung hineinzuschreiben, es sei ein jüdischer Staat. Gott in eine Verfassung zu schreiben, ist nie eine gute Idee. Religiöse Fundamentalisten sollten am besten keinen Einfluss auf die Politik haben, auch in Israel nicht.

Werbung

Davon unabhängig ist allerdings das Selbstverteidigungsrecht eines Staates zu sehen. Und die aktuelle Krise wurde ganz eindeutig von extrem radikalen palästinensischen Kräften in Gang gesetzt. Drei Jugendliche zu ermorden, das hat mit Widerstand nichts zu tun, das ist bloß barbarisch. Und recht ziellos Raketen auf Städte abzufeuern, egal wen es dort trifft, ist nicht Krieg, sondern Terrorismus.

Israels harsche Gegenwehr sollte also in Europa weniger beunruhigen als das politische Kalkül der radikalen Palästinenser. Denn dieses Kalkül ist perfid. Die zu erwartende Reaktion der (recht schlagkräftigen) israelischen Luftwaffe im Gaza-Streifen hat bis Mittwoch 44 Menschen getötet. Die im Gaza-Streifen operierende Hamas, die Syrien und Ägypten als Verbündete verloren hat, will Mitleid erzeugen. Vor allem der ägyptische Präsident al-Sisi, der die Grenze zu Gaza dichtmachte, soll zum Umdenken bewegt werden. Ein paar tote Landsleute sind der Preis.

Ja, der Racheakt israelischer Fundis, die ihrerseits einen palästinensischen Jugendlichen umbrachten, ist ekelhaft. Doch das politische Spiel von islamistischen Kräften ist es auch und mehr noch - es ist brandgefährlich.

Israel zum Krieg zu provozieren, würde den Nahen Osten - neben dem (derzeit kaum beachteten) Bürgerkrieg in Syrien und der Selbstzerfleischung des Irak - in eine nicht mehr zu beherrschende Gewaltspirale treiben.

Davon profitieren würden nur Gruppen wie Isis, deren Geschäftsmodell das Blutbad ist. Europa sollte sich also in der jetzigen Situation klar auf die Seite Israels stellen. Und die Beziehungen zu den Palästinenser-Organisationen nutzen, um die dortige Vernunft zum Leben zu erwecken - und künftigen Export von Terror zu unterbinden.




5 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-07-09 17:32:04
Letzte ─nderung am 2014-07-09 19:45:18



Nahostkonflikt

Der große Sieg des jungen Staates

Juni 1967: Israelische Soldaten mit dem erbeuteten Porträt des ägyptischen Präsidenten Nasser. - © UllsteinBild/Sven Simon Die Israelis kamen in den Morgenstunden des 5. Juni 1967. Durch einen Überraschungsangriff ihrer Luftwaffe gelang es ihnen... weiter




Palästina

Der Spalt in der Mauer

Durch diese Lücke südlich der Stadt Yatta werden palästinensische Arbeiter nach Israel eingeschmuggelt. - © Andreas Hackl Wie eine Schlinge legt sich die israelische Mauer um die palästinensische Stadt Qalqiliyah. Durch einen nach Osten geöffneten Hals führt die einzige... weiter




Israel

"Zwei Staaten, eine Hoffnung"

20170528telaviv - © APA, afp, jack Guez Tel Aviv. Tausende Israelis haben am Samstag in Tel Aviv für eine Beendigung des Nahost-Konflikts durch eine Zwei-Staaten-Lösung demonstriert... weiter




Donald Trump

USA rücken von Zwei-Staaten-Lösung ab

20170215Nahostkonflikt - © APAweb/dpa Washington/Jerusalem. Die US-Regierung besteht nach Angaben eines ranghohen Vertreters des Weißen Hauses nicht mehr auf einer Zwei-Staaten-Lösung im... weiter




Jerusalem

Wieder Zusammenstöße auf dem Tempelberg in Jerusalem

Jerusalem. Israelische Polizisten sind den zweiten Tag in Folge gegen militante palästinensische Jugendliche auf dem Tempelberg in Jerusalem... weiter




Naher Osten

Hamas erwägt Langzeit-Waffenruhe mit Israel

Ramallah/Jerusalem. Die im Gazastreifen herrschende Hamas erwägt nach Medienberichten eine langjährige Waffenruhe mit ihrem Erzfeind Israel... weiter




Nahost

"Nachhaltige, friedliche Zwei-Staaten-Lösung"

Jerusalem/Washington. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist nach nur drei Tagen von seinem Nein zu einer Zwei-Staaten-Lösung im... weiter




Naher Osten

Weitere Eskalation im Nahen Osten

MIDEAST ISRAEL PALESTINIANS CONFLICT - © APA / EPA - Abir Sultan Tel Aviv. Die Zahl der Toten bei den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen ist nach jüngsten palästinensischen Angaben auf 100 gestiegen... weiter





Werbung




Werbung