• vom 17.10.2016, 12:38 Uhr

Netzpolitik

Update: 21.10.2016, 23:53 Uhr

FPÖ

Caritas wird Rechtsweg gegen Verhetzung im Internet beschreiten




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  • Nach heftiger Empörung über Sperre von Caritas auf Strache-Facebook-Seite.

Die Politik müsse Facebook viel stärker als bisher in die Pflicht nehmen, Gewalt schürende bzw. Fakten verzerrende Einträge rasch vom Netz zu nehmen, meint die Caritas. - © APAweb/dpa, Lukas Schulze

Die Politik müsse Facebook viel stärker als bisher in die Pflicht nehmen, Gewalt schürende bzw. Fakten verzerrende Einträge rasch vom Netz zu nehmen, meint die Caritas. © APAweb/dpa, Lukas Schulze

Wien. Aufregung gab es am Wochenende wieder einmal in den sozialen Medien. In einer Aussendung der KathPress wurden nun einige Details zur Causa bekannt.

Empörung hat die Sperre des Wiener Caritas-Generalsekretärs Klaus Schwertner auf der Facebook-Seite von FPÖ-Partei-Chef Heinz-Christian Strache am Wochenende ausgelöst. Die Blockade erfolgte nach der Verzweiflungstat eines Syrers am Samstagnachmittag in Wien-Favoriten, der sich auf die Schienen einer Straßenbahn legte und offenbar in Selbstbeschädigungsabsicht randalierte.

Dies war Anlass für Dutzende Hasspostings auf der viel genutzten Social-Media-Plattform Straches, auf die wiederum Schwertner mit einem Aufruf zur Mäßigung reagierte: "Woher kommt all euer Hass? Warum schreiben Menschen über einen anderen Menschen, den sie nicht einmal persönlich kennen, solche Dinge?"

Gewaltaufrufe blieben online 

Einige der Postings, die zum Teil viele Stunden lang  auf Straches Facebook-Seite präsentiert wurden.

Einige der Postings, die zum Teil viele Stunden lang  auf Straches Facebook-Seite präsentiert wurden.© (Screenshots) Einige der Postings, die zum Teil viele Stunden lang  auf Straches Facebook-Seite präsentiert wurden.© (Screenshots)

Dieser Kommentar wurde gelöscht, Gewaltaufrufe jedoch blieben auf Straches Facebook-Seite weiterhin online, teilte Schwertner in einem -Interview mit der Kathpress am Montag mit. Er rief zu einem Schulterschluss über weltanschauliche Grenzen hinweg gegen den Hass im Internet auf, der zuletzt davor nicht gekannte Dimensionen erreicht habe. Schwertner erinnerte dabei an die Kampagne "Gegen Hass im Netz" der Bundesregierung, an der sich im Sommer u.a. Kardinal Christoph Schönborn beteiligte.

Schwertner sieht - wie er auf Facebook schrieb - einen Widerspruch darin, dass die FPÖ, die ihrerseits immer wieder Ausgrenzung ihrer kritischen Positionen beklagt, nun selbst unliebsame Kritik nicht zulässt. Meinungsfreiheit scheine in dieser Partei nicht viel zu gelten, so Schwertners Resümee. Auch anderen durchaus sachlichen Kommentatoren sei es in diesem Fall wie ihm ergangen.

Schwertners Facebook-Eintrag über die Causa wurde bis Montagmittag von mehr als 3.600 Personen "geliked", darunter vom Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl und weiteren Kirchenpersönlichkeiten sowie zahlreichen Vertretern der Zivilgesellschaft. Auf der Facebook-Seite von HC Strache mit ihren mehr als 420.000 "Followern" wurde der Eintrag über den suizidgefährdeten Syrer mittlerweile übrigens entfernt.

"Facebook in die Pflicht nehmen"

Klaus Schwertner hält ein Maßnahmenpaket gegen Hass im Netz für notwendig: Die Politik müsse Facebook viel stärker als bisher in die Pflicht nehmen, Gewalt schürende beziehungsweise Fakten verzerrende Einträge rasch vom Netz zu nehmen.

Die Caritas sei wegen ihres konsequenten Eintretens für Randgruppen und Notleidende immer wieder Zielscheibe von Angriffen im Netz, von Anzeigen habe die katholische Hilfsorganisation bisher abgesehen, berichtete Schwertner. In manchen Fällen wie z.B. bei der von einer Unterstützer-Plattform für den FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer verbreiteten Behauptung, Flüchtlinge bekämen 900 Euro teure iPhones von der Caritas geschenkt, werde man nun aber den Rechtsweg beschreiten.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-10-17 12:42:02
Letzte ─nderung am 2016-10-21 23:53:16



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