• vom 19.06.2017, 13:13 Uhr

Netzpolitik

Update: 19.06.2017, 13:34 Uhr

Google

Künstliche Intelligenz gegen Terror-Inhalte




  • Artikel
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, dpa

  • Auch Einzelpersonen, Organisationen sowie Behörden sollen Inhalte markieren können, um entsprechende Videoclips auf YouTube aufzuspüren.

Selbstlernende Maschinen und mehr Möglichkeiten für die AnwenderInnen sollen helfen um bei der Videoplattform YouTube automatisch mehr Clips mit Terrorpropaganda aufzuspüren.

Selbstlernende Maschinen und mehr Möglichkeiten für die AnwenderInnen sollen helfen um bei der Videoplattform YouTube automatisch mehr Clips mit Terrorpropaganda aufzuspüren.© APA/Justin Sullivan/Getty Images/AFP Selbstlernende Maschinen und mehr Möglichkeiten für die AnwenderInnen sollen helfen um bei der Videoplattform YouTube automatisch mehr Clips mit Terrorpropaganda aufzuspüren.© APA/Justin Sullivan/Getty Images/AFP

Mountain View. Die großen Internetkonzerne werden nun im Kampf gegen Extremismus und Terror deutlich proaktiver, was die Bekämpfung entsprechender Inhalte auf deren Plattformen betrifft. Unter wachsendem Druck aus der Politik wollen Internet-Konzerne verstärkt künstliche Intelligenz im Kampf gegen terroristische Inhalte einsetzen. Nach Facebook kündigte dies am Wochenende auch Google an. Der Internet-Konzern werde dafür mehr Entwickler abstellen und seine modernste Technologie bei selbstlernenden Maschinen nutzen, erklärte Google-Chefjurist Kent Walker.

Damit sollen unter anderem bei der Videoplattform YouTube automatisch mehr Clips mit Terrorpropaganda aufgespürt werden. Auch die Zahl der Experten, die über als verdächtig markierte Videos entscheiden, werde stark erhöht, schrieb Walker in einem Beitrag in der Londoner Zeitung "Financial Times". Google setzt dabei auf "Trusted Flagger", das sind Einzelpersonen oder Organisationen, denen Google vertraut, wenn sie anstößige oder rechtswidrige Inhalte anzeigen. Das können auch Strafverfolgungsbehörden sein.

Walker betonte, Google, YouTube und andere Internet-Firmen arbeiteten zwar schon seit Jahren daran, solche Inhalte zu finden und zu löschen - aber "die unbequeme Wahrheit ist, dass wir als Industrie eingestehen müssen, dass noch mehr getan werden muss. Jetzt."

Google setze bereits auf die Analyse von Videobildern, um Terror-Propaganda auch ohne Hinweisen von Nutzern zu entdecken, betonte Walker. Mehr als die Hälfte der gelöschten Inhalte in den vergangenen sechs Monaten sei so gefunden worden. Entwickler des Internet-Konzerns hätten auch Technologie entwickelt, die ein erneutes Hochladen bereits bekannter terroristischer Videos verhindere.

Auch Facebook gab vor wenigen Tagen bekannt, dass selbstlernende Maschinen stärker dafür eingesetzt werden, solche Inhalte gar nicht erst wieder auf die Plattform durchzulassen. Zudem werde an einem Algorithmus gearbeitet, der durch Textanalyse terroristische Propaganda erkennen solle.

Internet-Unternehmen stehen in Europa unter wachsendem Druck aus der Politik, härter gegen Terror-Inhalte vorzugehen. So erklärte die britische Premierministerin Theresa May nach dem jüngsten Attentat auf der London Bridge, Extremismus finde im Netz eine sichere Brutstätte - und die großen Internetunternehmen ließen dies zu. In Deutschland sieht ein Gesetzentwurf von Justizminister Heiko Maas Strafen von bis zu 50 Millionen Euro vor, wenn Internetfirmen illegale Inhalte nicht schnell genug löschen.

Der Entwurf ist umstritten, unter anderem wegen einer Frist von sieben Tagen, die Online-Netzwerke zur Entscheidung in nicht eindeutigen Fällen bekommen sollen. Für heute ist eine Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages zu dem Gesetz angesetzt, bei der unter anderem Organisationen und Verbände ihre Argumente einbringen können. In im Voraus veröffentlichten Stellungnahmen wurde der Entwurf von "Reporter ohne Grenzen" als ungeeignet kritisiert und von der Staatsanwaltschaft Hamburg unterstützt.

Werbung




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-19 13:15:35
Letzte nderung am 2017-06-19 13:34:36



Twitter Wall


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Mit einem Stups zum Nobelpreis
  2. "Man kommt gar nicht mehr hinterher"
  3. "Bis jetzt haben wir Glück gehabt"
  4. Friedensnobelpreis an Kampagne zur atomaren Abrüstung
  5. Im Schockzustand
Meistkommentiert
  1. "Bis jetzt haben wir Glück gehabt"
  2. Friedensnobelpreis an Kampagne zur atomaren Abrüstung
  3. "Man kommt gar nicht mehr hinterher"


Werbung


Werbung