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Obama, Jäger der Aufdecker

von Walter Hämmerle

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  • vom 08.08.2011, 10:35 Uhr

Netzregulierung

Update: 12.08.2011, 17:31 Uhr
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Das Ende der Privatsphäre

"Datenschutz ist heute eine reaktionäre Forderung"


Von Martin Riedl

  • Social-Media-Forscher Heinz Wittenbrink spricht über Post-Privacy, Google Plus und Social Data

Google Plus und andere soziale Netzwerke verlangen von ihren Nutzern bei der Registrierung die Angabe des Klarnamens. Eine Debatte über Identität im Netz und die Sinnhaftigkeit von Pseudonymen war die Folge. Initiativen wie die deutsche Netzgruppierung "Spackeria" beschwören unter dem Begriff  "Post-Privacy" gar das Ende der Privatsphäre im Internet herauf. Der Datenschutz muss in dieser Sicht neu definiert werden.

Information

"Post-Privacy" & "Spackeria"

Eine Gruppe deutscher Internetaktivisten unter dem klingenden, selbstgewählten Namen "die datenschutzkritische Spackeria" definiert die Idee einer Gesellschaft ohne oder nach der Privatsphäre ("Post-Privacy") als "Utopie, Dystopie, Diagnose der Wirklichkeit oder als Parteiprogramm" (siehe Wiki der Spackeria).

Die Diskussion über Blogs, Twitter und andere Soziale Medien wurde mit dem Auftauchen des neuen Social-Media-Players Google Plus und die Realname-Policy des kalifornischen Unternehmens zusätzlich beflügelt.

Chaos Computer Club: die Wiege der Spackeria
Der Name "Spackeria" wurde von der Sprecherin des Chaos Computer Clubs, Constanze Kurz, auf dem 27. Kongress des Hacker-Vereines Ende Dezember 2010 geprägt, als sie jene Leute als "Post-Privacy-Spackos" bezeichnete, die anders als nach ihren eigenen Datenschutzmaßstäben leben.

Privatsphäre nicht mehr möglich
Weil so etwas wie Privatsphäre heute ohnehin nicht mehr möglich wäre, plädieren Datenschutzkritiker wie Spackeria-Mitbegründerin Julia Schramm für Transparenz im Netz. Auch, weil der Datenschutz im Internet nicht mehr funktioniere und die Kontrolle über die eigenen Daten ohnehin längst nicht mehr bei den Nutzern liege.

Weiterführende Links
Blog der Spackeria
ctrl+verlust- der Blog von mspro

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Die Wiener Zeitung sprach mit Heinz Wittenbrink, Lektor an der FH Joanneum in Graz. Wittenbrink, von seinem Rektor als "Social Media Freak" bezeichnet, laut Eigendefinition auf Facebook und Google Plus-Konten "geekdad and geekteacher", stellt den herkömmlichen Datenschutz-Begriff in Frage.

Wenn ich Ihren Namen bei Google eingebe, finde ich viele Daten über Sie, teilweise auch private Fotos. Gäbe es für Sie überhaupt noch eine Möglichkeit, sich mit Ihren Daten aus dem Netz zurückzuziehen?
Es würde wahrscheinlich gehen, mit großem Aufwand. Ich halte es für sinnlos.

Was bringt es, wenn alle meine Inhalte unter meinem echten Namen verfügbar sind?
Man kann selbst seine Reputation kontrollieren und das, was andere über einen wahrnehmen. Außerdem ist es ein gewisses Maß an Selbstgestaltung. Man arbeitet auch für sich selbst an seiner Identität.

Wo stehen Sie in der Debatte um Realnamen oder Pseudonyme im Internet?
Ob ich ein Pseudonym wähle oder nicht muss eigentlich mir überlassen sein. Andererseits bin ich der Meinung, dass die Qualität von Social Networks enorm zunimmt, wenn Leute unter ihrem realen Namen oder einer kontinuierlichen Identität aktiv sind. Ich finde die anonymen Kommentare beim "Standard" oder bei anderen Zeitungen meist unerträglich schlecht. Ich lese sie nie. In der Blogosphäre, wo die Leute vielleicht nicht  mit Klarnamen, aber mit einer erkennbaren Identität arbeiten, ist die Qualität in der Regel gut. Von daher kann ich nachvollziehen, dass man in einem Netzwerk wie Google Plus, wo man auf Qualität achtet, sagt, dass man nicht unter jedem Namen posten lässt.

Oft werfen die Leute mit Steinen, obwohl sie im Glashaus sitzen. Nutzer von Google Plus oder Facebook beklagen sich über mangelnden Datenschutz, obwohl sie sich in Kenntnis der Geschäftsbedingungen registriert haben. Ist das für Sie verständlich?
Ich glaube, dass generell nicht die eigentlich wichtigen Probleme erkannt werden. Was mit den Daten der Telefongesellschaften passiert, das interessiert kaum jemanden. Während ich bei Facebook und Google leicht sagen kann, welche Daten ich publiziere und welche nicht, schreien trotzdem alle sofort auf. Das ist meiner Meinung nach eine irrationale Reaktion.

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Schlagwörter

Internet, Datenschutz, Social Media, Google Plus, Spackeria, Piratenpartei

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-08-11 15:20:27
Letzte Änderung am 2011-08-12 17:31:30

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