• vom 28.07.2012, 11:38 Uhr

Olympia 2012

Update: 28.07.2012, 15:21 Uhr
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Österreichs erste Hoffnung auf Edelmetall sticht nicht

Keine weitere Olympia-Medaille für Ludwig Paischer



  • Judoka unterliegt Weltranglisten-Erstem.
  • "Da ist nur Leere."

London. Österreichs erstes heißes Eisen bei den Olympischen Sommerspielen in London hat nicht gestochen. Für Ludwig Paischer, Olympia-Silbermedaillengewinner in Peking, platzte der Traum von erneutem Edelmetall am Samstag früh. Der Salzburger Judoka gewann zwar sein ersten Kampf vorzeitig, musste sich aber in der zweiten Runde dem Usbeken Rischod Sobirow, seines Zeichens immerhin Weltranglisten-Führender in der Klasse bis 60 kg, geschlagen geben.

Aus und vorbei: Für Ludwig Paischer war der Traum von einer zweiten Olympia-Medaille schnell vorbei.

Aus und vorbei: Für Ludwig Paischer war der Traum von einer zweiten Olympia-Medaille schnell vorbei.APAweb/Helmut Fohringer Aus und vorbei: Für Ludwig Paischer war der Traum von einer zweiten Olympia-Medaille schnell vorbei.APAweb/Helmut Fohringer

"Momentan habe ich keine Gefühle, da ist nur eine Leere." Für Ludwig Paischer gab es kein Entkommen aus dem Festhaltegriff von Rischod Sobirow. Nach dem frühen Ausscheiden will der 30-Jährige erst einmal Abstand gewinnen und zu einem späteren Zeitpunkt über die Zukunft entscheiden.

Paischer fertigte zum Auftakt der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm in der ExCeL-Arena Jacob Gnahoui aus Benin mit Ippon ab, danach hatte ihm die Auslosung den Goldfavoriten beschert. Der Salzburger hielt lange mit, befreite sich aus einem ersten Festhaltegriff in allerletzter Sekunde, in einem darauffolgenden blieb er aber zwanzig Sekunden liegen und beugte sich der Kraft des Gegners.

"Wie eine Doppelmühle"
"Der Plan war, mitzukämpfen. Er ist irrsinnig kräftig. Ich habe dann vielleicht zu früh etwas versucht. Aus dem ersten Griff kam ich raus, beim zweiten war er zu stark. Das war wie eine Doppelmühle", beschrieb Paischer den Kampfverlauf. Und auch wenn die Enttäuschung enorm war, so wusste der Gewinner von zehn Medaillen bei Großveranstaltungen nur wenige wenige Minuten danach: "Zu fallen ist keine Schande. Aber liegenbleiben."

Das Los hat es mit Paischer bei Sommerspielen bisher nie gut gemeint, er nannte das "ein bisserl Pech", wollte darüber aber nicht "lamentieren". "Ich war so vorbereitet, dass ich in den Spiegel schauen kann. Ich war ja auch überzeugt, ihn schlagen zu können. Aber er war nach seinen letzten Erfolgen der Topfavorit. Ich muss mich nun sammeln, Energie schöpfen. Danach werde ich entscheiden, wie es weitergeht. Ich kann mir nichts vorwerfen. Wenn ich weitermache, dann werde ich schauen, dass ich ihn in Zukunft schlage."

Paischer-Trainer Taro Netzer stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, er lobte aber den Auftritt des 30-Jährigen. "Dass er einmal aus diesem Festhaltegriff rauskam, zeugt von hoher Klasse", meinte Netzer. Sobirow hat den Bodenkampf lange gescheut, aber er ist ein kompletter Judoka und beim Festhaltegriff wie in vielen anderen Bereichen eine Klasse für sich.

Hoffnungen ruhen auf Filzmoser
Am Montag geht schon Österreichs nächste große Medaillen-Hoffnung im Judo auf die Matte: Sabrina Filzmoser. Die Welserin hofft in der Klasse bis 57 kg auf ihrer erste Olympia-Medaille. Bis dahin heißt es: "Gewicht machen, schauen, ob ich ein bisserl Tee trinken und was essen kann. Das lenkt ab." Die Oberösterreicherin trifft zum Auftakt auf die Kanadierin Joliane Melancon, sie ließ sich die Auslosung erst nach dem Paischer-Antreten sagen. "Ich habe auf jeden Fall Chancen. Der Pool ist in Ordnung."

Geschichte:
Österreich bei Olympischen Sommerspielen




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-28 12:46:46
Letzte Änderung am 2012-07-28 15:21:15



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