• vom 07.08.2012, 20:00 Uhr

Olympia 2012

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Der Weltverband hat zahlreiche Verbesserungsideen - grundlegende Probleme bleiben aber unangetastet

Boxen und andere Zwistigkeiten



  • Skandale, Peinlichkeiten - Boxsport kommt nicht aus der Schmuddelecke.

Die einstige Großmacht USA bezieht im Boxen derzeit vornehmlich Schläge. Bei Olympia schaffte es nur Errol Spence (r. gegen Krishan Vikas) ins Viertelfinale. Die Schwäche der USA ist ein Grundproblem, mit dem der Sport zu kämpfen hat. - © dapd

Die einstige Großmacht USA bezieht im Boxen derzeit vornehmlich Schläge. Bei Olympia schaffte es nur Errol Spence (r. gegen Krishan Vikas) ins Viertelfinale. Die Schwäche der USA ist ein Grundproblem, mit dem der Sport zu kämpfen hat. © dapd

London. (man) Schon wieder war es ein Skandal, der für die größten Schlagzeilen gesorgt hat. Auch bei den Olympischen Spielen in London schaffte es der Boxsport zuerst nur durch Negativmeldungen in das Blickfeld einer Öffentlichkeit abseits von Box-Fans und nationalen Befindlichkeiten. Was war geschehen?

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Der Amateur-Box-Weltverband (Aiba) machte seinem Namen alle Ehre und musste vergangene Woche ein Ergebnis im Bantamgewicht nachträglich umdrehen, nachdem der Japaner Satoshi Shimizu dem Aserbaidschaner Magomed Abdulhamidow unterlegen war, obwohl er den Aseri sechsmal zu Boden streckte. Der Ringrichter des Kampfes, der auf das Anzählen des Aseris vergaß, ein Turkmene, wurde vom olympischen Turnier ausgeschlossen. Auch ein deutscher Ringrichter wurde wegen einer eigenwilligen Wertung für fünf Tage suspendiert. Das sorgte für weniger Aufsehen als der zunächst fälschliche Sieg des Aserbaidschaners, schließlich ranken sich um diesen wesentlich spektakulärere Gerüchte. Aserbaidschan soll dem Weltverband Aiba im vergangenen Jahr zehn Millionen US-Dollar für zwei Medaillen in London gezahlt haben. Eine interne Untersuchung qualifizierte die Vorwürfe jedoch als "jeder Grundlage entbehrend".

Damit rückte der Boxsport noch ein Stück weiter in die Schmuddelecke, in der er spätestens mit dem fragwürdigen Duell der beiden Briten David Haye und Dereck Chisora - mehr Show als Kampf - gerückt war. Zwar handelte es sich dabei um Profiboxen und also so etwas wie eine andere Sportart, diese Unterscheidung kennt die Öffentlichkeit in dieser Form aber nicht. Darunter litten auch die olympischen Boxbewerbe. Das sieht auch Sigi Bergmann, ORF-Reporterlegende und in London zum x-ten Mal am Ring im Einsatz, nicht anders: "Der Ring gleicht einem Schlachtfeld. Im Augenblick geht’s rückwärts mit der Entwicklung", sagte er in einem Interview mit der "Presse". "Das Profiboxen ist schlecht wie noch nie."

Mit einem Sieg zu Bronze
Dabei gäbe es über das olympische Turnier in London Historisches zu berichten. Denn am Sonntag fiel die letzte olympische Männerbastion. Nun boxen auch Frauen um olympische Medaillen. Während manche Medien sinnierten, ob nun die Männer einen olympischen Gleichberechtigungsbeauftragten brauchen, da es ja schließlich weder rhythmische Sportgymnasten noch Synchronschwimmer gibt, erfreuten sich Box-Experten an der sportlichen Qualität der Frauenkonkurrenz.




Schlagwörter

Boxen, London 2012, Olympia

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-07 18:41:08
Letzte Änderung am 2012-08-07 18:52:12



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Das "Olympic Stadium" kurz vor der Eröffnungszeremonie. Die offizielle App des Veranstalters - London 2012: Official Results App for the Olympic and Paralympic Games.



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