Los Angeles/Paris. Martin Scorseses 3D-Märchen "Hugo Cabret" und der Stummfilm "The Artist" des französischen Regisseurs Michel Hazanavicius sind die großen Favoriten für die 84. Oscar-Verleihung, die in der kommenden Nacht in Los Angeles über die Bühne geht. Scorseses Film über einen Waisenbuben im Paris der 1930er Jahre erhielt elf Nominierungen, Hazanavicius' Hommage an die sprachlose Hollywood-Ära ist zehnfach nominiert.
Unmittelbar vor der Oscar-Verleihung hat "The Artist" wichtige Filmpreise abgeräumt und seine Favoritenstellung für die Trophäengala in Hollywood unterstrichen. Bei den Independent Spirit Awards holte der schwarz-weiße Stummfilm am Samstagnachmittag (Ortszeit) im kalifornischen Santa Monica vier Trophäen; in Paris bei den wichtigsten französischen Filmpreisen, den Césars, waren es sogar sechs.
Bei den Spirit Awards siegt "The Artist" als bester Film sowie in den Kategorien Regie und Kamera. Jean Dujardin wurde als bester männlicher Hauptdarsteller ausgezeichnet und setzte sich unter anderem gegen Ryan Gosling ("Drive") und Woody Harrelson ("Rampart") durch.
Zuvor hatte "The Artist" seinen Triumphzug auch bei den französischen Filmpreisen, den "Césaren", fortgesetzt. In Paris wurde die spritzige Hommage an das alte Hollywood am Freitagabend gleich mit sechs Trophäen ausgezeichnet, darunter die Césars für den besten Film, die beste Regie und für Bérénice Bejo als beste Schauspielerin. Ihr Filmpartner Jean Dujardin ging hingegen leer aus und musste die Auszeichnung Omar Sy für "Ziemlich beste Freunde" überlassen. Omar Sy ist der erste Schwarze, der mit einem César ausgezeichnet wurde.
Nichts zu lachen hat dagegen Adam Sandler: Bei den Nominierungen zu den "Razzie"-Schmähpreisen für Kinoflops und besonders peinliche Leinwandauftritte kam der US-Komiker gleich elfmal zum Zug. Die Verleiher der "Goldenen Himbeeren" gaben am Samstag in Hollywood ihre Auswahl bekannt. Die "Gewinner" werden am 1. April verkündet.
Sandler stellte mit elf "Gewinnchancen" als Schauspieler, Produzent und Drehbuchautor einen Rekord für die meisten Nominierungen einer Person in einem Jahr auf. Die "Razzie"-Juroren zogen damit über seine Filme "Meine erfundene Frau", "Jack und Jill" und "Bucky Larson: Born to Be a Star" her.
Außerdem konkurrieren "Happy New Year", "Transformers 3" und "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht" um den Titel als schlechtester Film. Auch Nicolas Cage, Russell Brand, Taylor Lautner, Nicole Kidman, Katie Holmes und Kristen Stewart könnten eine "Himbeere" gewinnen. Die "Razzies" wurden 1980 von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Dem Verband gehören nach eigenen Angaben 650 Mitglieder aus den USA und 17 weiteren Ländern an, darunter Filmkritiker und Kinofans.
Sacha Baron Cohen wird als Diktator die Oscars beehren: Nach einem tagelangen Hickhack um seinen geplanten werbeträchtigen Auftritt gab die Akademie dem britischen Komiker und Schauspieler (40) nun grünes Licht. Er darf am Sonntagabend im Filmkostüm über den roten Teppich laufen, wie Baron Cohen über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.
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