Wien. Vor dem Sommerbeginn ist es sich zwar nicht ganz ausgegangen, aber immerhin kommt das Pilotprojekt noch vor den Ferien: Kommende Woche startet in Wien das seit langem diskutierte Anrainerparken - in ausgewählten Grätzeln im 6., 7. und 8. Bezirk (siehe Grafik). Wie berichtet, werden dabei zehn Prozent der Parkflächen ausschließlich für Bezirksbewohner mit Parkpickerl reserviert - wer sich mit normalem Kurzparkschein hinstellt, muss mit 36 Euro Strafe rechnen. Ausgewiesen werden die neuen Zonen mit eigenen Parkverbotsschildern.

Ziel des Projekts ist es, die Chance für Parkpickerl-Besitzer, in der Nähe der eigenen Wohnung auch wirklich einen freien Parkplatz zu finden, deutlich zu erhöhen. Auserkoren wurden daher Gebiete mit hohem Anteil an Kurzparkern: im 8. Bezirk das Gebiet um das Theater in der Josefstadt; in Neubau rund um das Ausgehviertel Spittelberg; und in Mariahilf im Einzugsbereich des Raimund-Theaters. Die drei Pilotversuche sollen ein Jahr lang beobachtet werden, um dann eventuell auf andere Gebiete oder Bezirke ausweiten zu können.
Schon jetzt lassen die jeweiligen Bezirkschefs durchklingen, dass der vom Magistrat limitierte Zehn-Prozent-Anteil zu gering und eine Aufstockung notwendig sei. "Ich hoffe, dass das Projekt erfolgreich ist und der Anteil sukzessive erhöht werden kann", sagt Neubaus grüner Bezirkschef Thomas Blimlinger. In dieselbe Kerbe schlägt seine Josefstädter "Nachbarin" Veronika Mickel: Sie würde die Anrainerplätze auf den ganzen Bezirk ausweiten und eine 50-Prozent-Quote einführen, da durch die geplante Pickerl-Erweiterung der Druck steige.
100.000 gegen das Pickerl
Apropos Parkpickerl-Ausweitung: Die Wiener ÖVP hat laut eigenen Angaben bereits mehr als 100.000 Unterschriften gegen die neuen Zonen gesammelt und will diese in den nächsten Tagen zwecks Volksbefragung im Magistrat einreichen.