
Zu wenig Parkraum
Als nächster Schritt folgen nun entsprechende Verordnungserlasse - gewissermaßen die rechtliche Basis für die Pickerleinführung. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (G) betonte in einer Aussendung erneut die Notwendigkeit, die Parkraumbewirtschaftung auszudehnen: "Auch wenn die Maßnahme auf den ersten Blick schmerzen mag, die Stadt muss sich gegen die Blechlawine aus dem Umland schützen. Und das Parkpickerl schafft hier Abhilfe." Mittlerweile sei in vielen Grätzeln der Außenbezirke der zur Verfügung stehende Parkraum voll ausgelastet und die Bewohner würden keinen Stellplatz mehr vorfinden. Rund ein Viertel der in diesen Bezirken parkenden Autos habe ein Nicht-Wiener-Kennzeichen.
Kritik an Lösung in Ottakring
Die Grenzziehung im 16. Bezirk sorgte für Kritik vonseiten des ÖAMTC. "Die Zone ist höchstens bis zur Wattgasse-Schmelz-Johnstraße gerechtfertigt", ärgerte sich Martin Hoffer, Jurist des Verkehrsclubs, in einer Aussendung. "Sollte die massive Ausweitung, sogar noch weit über die Vorortelinie hinaus, trotzdem passieren, dürfte die Sache vor dem Verfassungsgerichtshof landen", warnte er. Bubak sieht die Stadt im Recht: "Aufgrund der vorliegenden Studien, die gemacht wurden, ist es rechtlich schon zulässig, weil sich durch die Kurzparkzone auch die Situation in den jetzt weniger problematischen Bereichen verändern würde. Dadurch ist die Ausweitung auch im Sinne der Bevölkerung erforderlich und auch vom Bezirk dann gewünscht."
Anrainer können die neuen Pickerl ab 1. August bestellen, Unternehmen können die Stellplatzerlaubnis bereits ab 1. Juli beantragen. Die zulässige Parkdauer, also für Pkw-Besitzer ohne Pickerl, wird in den neuen Gebieten drei Stunden - und nicht wie in den "alten" Pickerlbezirken zwei Stunden - betragen.
Im Gegensatz zu den fünf neuen Parkpickerlbezirken hat die Bezirksvorstehung in Favoriten beschlossen, die Kurzparkzone nicht einzuführen. In Währing stimmte bei einer Bürgerbefragung die Mehrheit gegen die Einführung. Zusätzlich wird auch in Simmering, Hietzing, Döbling, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing das Parken weiterhin gratis bleiben.