• vom 30.05.2017, 16:56 Uhr

Präsident T


Jared Kushner

Russland-Affäre erreicht den innersten Kreis um Trump




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  • Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, muss vor US-Kongress aussagen.

Ivanka Trumps Gatte (r.) im Zwielicht: "The Donald" hält Jared Kushner (noch) die Treue.

Ivanka Trumps Gatte (r.) im Zwielicht: "The Donald" hält Jared Kushner (noch) die Treue.© afp Ivanka Trumps Gatte (r.) im Zwielicht: "The Donald" hält Jared Kushner (noch) die Treue.© afp

Washington D.C. (ag.) Nach Vorwürfen im Zusammenhang mit der Russland-Affäre stellt sich US-Präsident Donald Trump schützend vor seinen Schwiegersohn und Berater Jared Kushner. "Ich habe volles Vertrauen in ihn", so Trump gegenüber der "New York Times". "Jared macht eine sehr gute Arbeit für das Land", gibt der Präsident eine Ehrenerklärung ab. "Er wird praktisch von allen respektiert und arbeitet an Projekten, die es unserem Land ermöglichen, Milliarden an Dollar einzusparen."

Die US-Qualitätszeitung "Washington Post" hatte am Wochenende unter Berufung auf Geheimdienstinformationen berichtet, der 36-jährige Ehemann von Trumps Tochter Ivanka habe sich in der Phase zwischen Trumps Wahl und seinem Amtsantritt um die Einrichtung eines geheimen Gesprächskanals mit dem Kreml bemüht.


Abhörsichere Vorrichtung
Bei einem Treffen mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak Anfang Dezember habe Kushner vorgeschlagen, eine abhörsichere Kommunikationsvorrichtung in einer russischen Vertretung in den USA einzurichten. An dem Treffen nahm demnach auch Michael Flynn teil, der bereits im Februar nach nur dreieinhalb Wochen als Nationaler Sicherheitsberater zurücktreten musste, weil er die Unwahrheit über seine Telefonate mit Kisljak gesagt hatte.

Schon am Donnerstag hatten US-Medien berichtet, dass sich mittlerweile auch die Bundespolizei FBI für Kushners Russland-Kontakte interessiere.

Mit den Vorwürfen gegen Kushner erreichte die Affäre um russische Einflussnahme auf die US-Wahl den engsten Zirkel um den Präsidenten. Kushner ist derzeit das einzige Mitglied des Weißen Hauses, gegen das bekanntermaßen ermittelt wird.

Hochrangige Regierungsvertreter versuchten unterdessen, die Aufregung um Kushners Kommunikationskanal als völlig übertrieben darzustellen. Trumps neuer Nationaler Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster hob hervor, dass die USA mit einigen Ländern inoffizielle Kommunikationskanäle unterhielten. "Ich würde darüber nicht besorgt sein", erklärte er. Auch Heimatschutzminister John Kelly sagte dem Sender ABC, derartige Kommunikationskanäle seien "sowohl normal als auch akzeptabel".

Der ehemalige Vize-Direktor des Geheimdienstes CIA, Mark Lowenthal, ist anderer Ansicht. Ein Kommunikationskanal, der sich ausschließlich auf russische Technik stütze, sei "äußerst gefährlich" und "ein wirklich ernstes Problem". Auch der führende republikanische Senator John McCain äußerte sich kritisch. Der Kanal mit Russland sei etwas, was ihm nicht gefalle und was man sicher nicht als "normal" bezeichnen könne. Er halte den russischen Staatschef Wladimir Putin für eine größere Bedrohung für die weltweite Sicherheit als die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat", so McCain. Der Obmann der oppositionellen Demokraten im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, Adam Schiff, forderte Kushner auf, sich der Befragung durch die Ausschüsse unbedingt zu stellen. Schiff erwog zudem die Möglichkeit, Kushner den Zugang zu geheimen Informationen zu entziehen.

Seit dem gestrigen Dienstag muss Kushner vor den beiden Geheimdienstausschüssen des US-Kongresses Rede und Antwort stehen. Die Ausschüsse gehen dem Verdacht illegaler Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der russischen Regierung nach.




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