Eines vorweg! WIR HABEN ES GESCHAFFT! Wir sind erfolgreich im wunderschönen Barcelona angekommen. Aber einfach war diese Etappe nicht zu bewältigen. Treffpunkt war heute Morgen laut unseren Unterlagen auf einem Berg in der Nähe von San Sebastian. Nach der Übergabe des Umschlages in dem sich der Aufkleber für San Sebastian und für Barcelona befand fuhren wir los auf Richtung Irun. Um 12:15 trafen sich alle Rallye Teams vor der Einfahrt des Bardenas Reales, eine Wüste im Süden der spanischen autonomen Gemeinschaft Navarra.
Schon beim Treffpunkt kamen uns Konvois des Spanischen Heeres entgegen die mit ihren gepanzerten Fahrzeugen Truppenübungen machten. Die bizarre Lehmlandschaft in der staubigen Steinwüste lud zum spaß haben ein. Keine Wasserlacke wurde ausgelassen. Links und rechts der Schotterpiste war ständig etwas anderes zu sehen. Alte Ruinen, Militärstützpunkte, tiefe Krater und hohe Berge. Hier konnte man schon etwas schneller fahren als erlaubt. Durch herumfliegende Steine wurde unser linker Nebelscheinwerfer zerstört, eine Kleinigkeit wenn ich mir andere Teams so anschaue. Einige Auspuffe mussten dran glauben, Reifen waren auch gerne defekt, sogar eine Ölwanne wurde mitten in der Wüste geflickt.
Ungefähr 2 Stunden ging es durch das 415 km² große Biosphärenreservat. Für das Auto war es wohl die mühsamste Strecke da ständig Steine auf den Unterboden knallten. Auch die Vorderreifen haben schon einmal besser ausgesehen. Aber ersthafte Probleme machte und nur die Bremse die ab und zu stecken geblieben ist. Bemerkbar hat sich das durch weniger Leistung und extrem hohen Benzinverbrauch gemacht. Lustiger weise funktionierte die Bremse ab und zu wieder klaglos.
Nach dem Nationalpark ging es direkt in Richtung Barcelona. Auf der Autobahn funktionierte die Bremse wieder klaglos. 300 km Autobahn und eine Polizeikontrolle trennten uns noch von unserem Ziel Barcelona. An einer Raststation kurz vor unserem Ziel trafen sich noch einmal alle Auto um den Weg in die Stadt abzuklären. Leider musste dort der alte Alfa vom Team "Fanta 2" wegen einem Motorschaden ausscheiden. Extrem ärgerlich so kurz vorm Ziel. Alle Teams unterschrieben auf der Motorhaube wie in einem Kondolenzbuch.In einer Parade fuhren alle Rallye-Autos durch Barcelona. Es endet wie es begann. Hupkonzerte und winkende Leute am Straßenrand die uns zujubelten. Doch plötzlich machte die Bremse unseres Mazdas wieder Macken und wir konnten fast nicht mehr weiterfahren. Bei jeder Ampel war es notwendig auszusteigen und mit dem Hammer fest auf die Trommelbremsen zu schalgen um diese zu lösen.
Bis zum Zielpunkt, einen Parkplatz direkt am Meer, haben wir es so noch geschafft. Es war ein spannendes Ende. Bei einer feierlichen Verabschiedung und einem kühlen Bier wurden noch viele Fotos geschossen. Es war geschafft. Ein tolles Gefühl. Jetzt war es an der Zeit endlich den hart verdienten Barcelona Sticker aufzukleben. Einige Teams ließen sich T-Shirts oder Ihr Auto selbst signieren. Von vielen Teams die eigentlich vorhatten Ihr Auto in Barcelona zu verkaufen hörten wir das sie den Plan geändert haben. Das Auto das durch die Tour ans Herz gewachsen ist muss weiterleben. Auch uns hat es wieder gezeigt wie Robust diese alten Kübeln sind. Ich möchte nicht wissen wie viele Autos der Verschrottungsprämie zum Opfer gefallen sind, die leicht noch einige Jahre weiterfahren hätten können.
Das Resümee der Rallye fällt durchwegs positiv aus. Die Strecken waren extrem abwechslungsreich. Hier muss ich ein großes Lob an die Organisatoren aussprechen. Wenn ich zurückdenke fällt mir keine Vegetation ein die wir ausgelassen hätten. Die Kameradschaft zwischen den Teams war einwandfrei. Keiner hat den anderen stehen gelassen wenn sein Auto nicht mehr so wollte wie er sollte. Es wurden lustige Abende verbracht und viele Freundschaften geschlossen. Durch etwas zu lange Etappen kam leider ab und zu der Schlaf zu kurz wodurch der nächste Tag gleich etwas mühsamer wurde. Aber im Endeffekt haben wir und unser alter Mazda das Ziel erreicht und wir sind mächtig stolz darauf. Wir gratulieren auch allen anderen Teams die Tapfer durchgehalten haben. Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr wieder. Wer weiß!
Heute Morgen zeigte sich Spanien von seiner schlechtesten Seite. Es regnete wie aus Kübeln, wodurch der Treffpunkt zur Übergabe der Routenvorschläge...weiter
Heute früh traf sich der Rallye Tross ca. 1 Stunde entfernt von Montpellier am Lac du Salagou, einem netten See fernab von jeder größeren Stadt...weiter