Raumfahrt


Europäische Datenautobahn mit Lichtgeschwindigkeit im Weltall


Von WZOnline/APA/dpa
  • Beobachtungsdaten sollen schneller zu den Nutzern in Europa gelangen - und etwa Hilfseinsätze oder die Grenzüberwachung erleichtern.

Von einem Satelliten im geostationären Orbit aus sind solche tieffliegenden Beobachter deutlich länger in Sichtweite - mindestens dieHälfte der Zeit.

Von einem Satelliten im geostationären Orbit aus sind solche tieffliegenden Beobachter deutlich länger in Sichtweite - mindestens dieHälfte der Zeit.© ESA Von einem Satelliten im geostationären Orbit aus sind solche tieffliegenden Beobachter deutlich länger in Sichtweite - mindestens dieHälfte der Zeit.© ESA

Baikonur. Europa baut eine Datenautobahn im Weltall. Ein etwa 50 Kilogramm schweres Gerät soll künftig in rund 36.000 Kilometern Höhe als Übermittler dienen, um mit Lasertechnik Daten von Satelliten abzuholen und zur Erde zu übertragen. Damit könnten gesammelte Beobachtungsdaten schneller zu den Nutzern in Europa gelangen - und etwa Hilfseinsätze nach Naturkatastrophen oder die Grenzüberwachung erleichtern.

Die erste Relaisstation soll am 29. Jänner um 23.20 Uhr an Bord einer Proton-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abheben. Das Projekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Partnerschaft mit Airbus will einen Engpass bei der Übermittlung von Daten aus dem All auflösen. Viele Beobachtungssatelliten wie beispielsweise die "Sentinel" des EU-Programms Copernicus kreisen in einer niedrigen Umlaufbahn um die Erde. Dadurch seien sie aber im Schnitt nur zehn von 90 Minuten in Reichweite ihrer Bodenstation, erläuterte ESA-Projektmanager Michael Witting. "Wir können Daten nur in diesem Zeitraum übermitteln, was die Datenmenge empfindlich einschränkt und auch eine Verzögerung schafft."

Ständiger Kontakt zur Bodenstation

Von einem Satelliten im geostationären Orbit aus sind solche tieffliegenden Beobachter deutlich länger in Sichtweite - mindestens die Hälfte der Zeit. Die Relaisstation bleibt inzwischen immer über dem gleichen Punkt der Erdoberfläche und kann somit ständig Kontakt zur Bodenstation halten. Ziel des Europäischen Datenrelaissystem (EDRS) ist eine Übertragung zum Nutzer in einer Viertelstunde.

Für militärische Nutzer wirbt Airbus-Manager Evert Dudok dank der Lasertechnik mit Pluspunkten bei der Sicherheit. Als Einsatzmöglichkeiten nennt er auch Flutkatastrophen, die Beobachtung von Flüchtlingsströmen oder Umweltdelikten auf hoher See. "Da ist Geschwindigkeit wichtig", betont Dudok, der bei der Rüstungs- und Raumfahrtsparte des europäischen Konzerns für Kommunikations-, Überwachungs- und Sicherheitssysteme zuständig ist.

Zentrale Herausforderung war es, den Laserstrahl zwischen Beobachtungssatellit auf 800 Kilometer Höhe und der Relaisstation auf 36.000 Kilometer Höhe abzustimmen. Das Projekt hat ein Budget von etwa 500 Millionen Euro, rund 140 Millionen steuert Airbus bei.

Zweite Station startet 2017

Die erste Relaisstation EDRS-A fliegt huckepack an Bord des Fernsehsatelliten Eutelsat-9B ins All. Die zweite Station bekommt einen eigenen Satelliten und soll 2017 starten. In der Diskussion sind laut Dudok eine oder zwei weitere Stationen, um eine globale Abdeckung sicherzustellen, damit Beobachter rund um die Uhr Daten übermitteln können.

Erste Dienste sollen in diesem Sommer angeboten werden, zunächst für zwei Copernicus-Satelliten. Zudem sollen bald neue Laserterminals getestet werden, mit denen auch Daten von Aufklärungsflugzeugen oder Drohnen über die Relais übertragen werden können. "Wenn dieses Produkt funktioniert, wird das Anwendungsspektrum sehr schnell sehr viel größer", hofft Dudok. Er meint: "Wir setzen mit EDRS auch einen globalen Standard, der sehr reizvoll ist."



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Copernicus

Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 2016-01-27 15:46:48
Letzte Änderung am 2016-01-27 15:47:35

Forschung

Auf dem Weg zur EU-Weltraumstrategie

  • Brüssel will Anwendungen für Verkehr, Grenzschutz und Landwirtschaft entwickeln.

Brüssel. Die Europäische Kommission will noch in diesem Jahr eine umfassende EU-Weltraumstrategie entwickeln. Die Erforschung und Nutzung des Weltalls sei mit vielen Politikfeldern wie dem Verkehr, dem Grenzschutz und der Landwirtschaft verknüpft, erklärte Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic am Mittwoch in Brüssel. Das Potenzial für Arbeitsplätze und Wachstum müsse voll genutzt werden.

Die EU spielt bereits heute eine Rolle in der Weltraumpolitik. Das bisherige Prestigeprojekt ist das im Aufbau befindliche Satellitennavigationssystem Galileo, das Anwendungen zum Beispiel im Verkehr oder bei Rettungseinsätzen dienen soll.

Mit der angekündigten Weltraumstrategie will die Kommission einen viel umfassenderen Ansatz verwirklichen, wie Kommissar Sefcovic laut Redemanuspkript bei einer Konferenz erklärte. Die Aktivitäten aller Kommissare, die zur Erforschung und Nutzung des Alls beitragen können, sollen demnach zentral koordiniert werden. Besonders Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska und der für Jobs zuständige Vizepräsident Jyrki Katainen sollen dafür eingebunden werden.

Eine Vielzahl von Bereichen sei mit der Weltraumpolitik verbunden, erläuterte Sefcovic. Dazu zählten etwa die Infrastruktur für Energie, Telekommunikation und Verkehr, moderne Landwirtschaft, Katastrophenhilfe und die Überwachung von Grenzen sowie die Messung des Meeresspiegels. Auch in der Klimapolitik und bei der Verteidigung spiele der Weltraum eine Rolle.

Die Weltraumpolitik sei letztendlich mitentscheidend für die Stellung der EU gegenüber anderen großen Mächten, sagte Sefcovic: "Wenn wir ein globaler Player sein wollen, müssen wir auch ein globaler Player im Weltraum sein." Für einzelne EU-Mitglieder seien die Herausforderungen der Weltraumpolitik zu groß und zu teuer.

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