Am 25. März 1957 werden die Römischen Verträge unterzeichnet. Signatarstaaten sind Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Copyright: EC - Audiovisual Service

Dossier

Am 25. März 1957
wurden die Römischen Verträge unterzeichnet. Mit dem Vertrag zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wurde die Grundlage der Europäischen Gemeinschaft (EU) geschaffen

Römische Verträge

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Parlamentspräsident President Antonio Tajani, Italiens Premier Paolo Gentiloni, Ratsvorsitzender Donald Tusk und Maltas Premier Joseph Muscat bei der Pressekonferenz zum Gipfel. - © REUTERSVideo

EU-Gipfel

"Ungeteilt und unteilbar"9

  • Die Europäische Union will nach Jahren der Beschäftigung mit sich selbst wieder vorankommen.

Rom. Den Ausblick konnten an dem Tag nur wenige genießen. Auf dem Kapitolshügel in Rom, vor der Kulisse des Forum Romanum hatten sich am Samstag nämlich die 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union versammelt – und für Einwohner und Touristen war das Gebiet weiträumig abgeriegelt... weiter




- © Peter M. Hoffmann

Römische Verträge

Gestritten wurde in Europa immer4

  • Den Römischen Verträgen 1957 ging eine tiefe Krise voraus. Vor 60 Jahren war sozialpolitische Harmonisierung ein Ziel.

Rom/Wien. Mit Verklärung wird des 25. März 1957 gedacht, als sechs Länder die Römischen Verträge unterzeichneten und damit die heutige Europäische Union gründeten. Nun waren diese sechs Männer - in erster Linie sind der damalige belgische Außenminister Paul-Henri Spaak und der deutsche... weiter




Im Palazzo Senatorio wurden am 25. März 1957 die "Römischen Verträge" unterzeichnet (u.a. von Konrad Adenauer, 5. v.l. i.d. 1. Reihe). - © Ullstein-Bild (nachträglich koloriert).Video

Zeitgeschichte

Beginn einer Erfolgsgeschichte6

  • Vor 60 Jahren wurde in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gegründet.

"Die ganze Sache geschah in Rom. Wir standen unter Zeitdruck, und es gab ein gewisses Durcheinander. Als um 16 Uhr alles zur Unterzeichnung bereit war, herrschte eine Stimmung, die einem wirklich zu Herzen gehen konnte. Natürlich war ausgesprochen schlechtes Wetter, und es regnete in Strömen... weiter




Mitteleuropa auf einer Landkarte des Jahres 1901. - © Brockhaus-Lexikon/Wikimedia

Mitteleuropa

Werden die Karten neu gemischt?5

  • Führt der Aufstieg des Front National zum Austritt Frankreichs aus Euro und EU, könnte dies zur Realisierung einer 100 Jahre alten Idee führen: dem "Mitteleuropa" von Friedrich Naumann.

Wenn die Franzosen Europa sagen, dann meinen sie neuerdings Deutschland. Das war nicht immer so. Es gab einmal eine Zeit, als Frankreich das Zentrum dessen bildete, was heute gemeinhin als Europäische Union bezeichnet wird. Im "Europa der Sechs", wie die auf Basis der vor 60 Jahren geschlossenen... weiter




- © Peter M. Hoffmann

Römische Verträge

In eine ungewisse Zukunft5

  • Beim Gipfel beschworen die Staats- und Regierungschefs die Einheit der EU - doch deren künftige Richtung ist offen.

Rom. Andrea Pozzo hatte seine eigene Vision von Europa. Den Vorstellungen seiner Zeit entsprechend stellte der italienische Maler den Kontinent als königliche Frau mit Zepter und Weltkugel dar und machte ihn Ende des 17. Jahrhunderts zum Teil seines gewaltigen Deckenfreskos in der Jesuitenkirche... weiter




Stefan Lehne: "Die EU ist viel größer und heterogener geworden, das ursprüngliche föderalistische Konzept einer immer enger werdenden Union lässt sich mit dieser Heterogenität nicht mehr umsetzen." - © Andy UrbanInterview

Europäische Union

"Der föderale Traum ist ausgeträumt"4

  • Stefan Lehne plädiert für eine flexiblere Europäische Union. Der EU-Experte über Ideen für die Zukunft Europas und den Sündenbock Brüssel.

"Wiener Zeitung": Brexit, Griechenland, Flüchtlingskrise: Wüssten die Gründerväter der Europäischen Union, wie es derzeit um sie steht, was würden sie wohl sagen? Stefan Lehne: Ich glaube, sie wären überrascht und enttäuscht davon, was sich in den letzten Jahren abgespielt hat... weiter




- © Irma Tulek

Römische Verträge

Eine Rückschau reicht nicht aus4

  • Beim Festgipfel in Rom müssen sich die EU-Staats- und Regierungschefs Gedanken über die Zukunft der Union machen.

Rom/Brüssel/Wien. Aller Wege führen am Wochenende nach Rom. Zumindest gilt das für die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Am Samstag versammeln sich die 27 Spitzenpolitiker - ohne ihre britische Amtskollegin - zu einer Festsitzung im Konservatorenpalast auf dem Kapitolsplatz... weiter




Gründerväter der Europäischen Union:1. Reihe: Deutschlands Kanzler Konrad Adenauer; Luxemburgs Premier Joseph Bech; Großbritanniens Premier Sir Winston Churchill; Italiens Premier Alcide De Gasperi; Walter Hallstein, der erste Vorsitzende der Kommission der EWG2. Reihe: Sicco Mansholt, Präsident der EU-Kommission; Jean Monnet, einer der Gründer der Montanunion, gemeinsam mit Frankreichs Außenminister Robert Schuman; Altiero Spinelli, EU-Kommissar und Vordenker des Gedankens der europäischen Integration; der belgische Vizepremier und Vorsitzender der parlamentarischen Versammlung des Europarats Paul-Henri Spaak. - © afp, ap, Polygoon Hollands Nieuws, Presse- und Informationsamt der deutschen Bundesregierung, ArchivVideo

Römische Verträge

Keine Helden - zum Glück4

  • Die Gründerväter der heutigen EU teilten die Vision vom geeinten Europa - zu ewigem Ruhm gelangten sie nicht.

Wien. "Unglücklich das Land, das Helden nötig hat", lässt Bert Brecht in seinem berühmten Theaterstück Galileo Galilei auf die Klage seines Schülers antworten, dass jenes Land unglücklich sei, das über keine Helden verfüge. Die Vereinigung Europas hatte Helden in der Tat nicht nötig... weiter




20170323vertäge_online - © Irma Tulek

Römische Verträge

Ehrwürdige Ziele, hehre Ideale5

  • Eine Rückbesinnung auf die Ursprungsidee der europäischen Einigung, wie sie 1957 in Rom angestoßen wurde, ist bitter nötig.

Wien. "Europaverträge sind perfekt", stand in der "Wiener Zeitung" vom 26. März 1957 zu lesen. Der Bericht, der sich am Tag nach der Unterzeichnung der römischen Verträge auf der Titelseite der Zeitung fand, war schnörkellos und in sachlichem Agenturdeutsch abgefasst: "Auf dem Kapitol in Rom wurden... weiter




Die Römischen Verträge gelten als wesentlicher Schritt zu einem gemeinsamen Europa. - © EU / Georges Boulougouris



Mit ihrer Unterschrift unter den Römischen Verträgen schufen Politiker aus sechs Ländern 1957 die Basis für die EU. - © getty

EU-Reform

Auf der Suche nach sich selbst4

  • Vor dem Jubiläumsgipfel zur Erinnerung an die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft stellen gleich mehrere EU-Institutionen Überlegungen zur Zukunft der Union an.

Brüssel. An Ideen mangelt es nicht. Allerdings würde es auch politischen Willen und Mut erfordern, um die Europäische Union für die nächsten Jahre, Jahrzehnte krisensicherer zu machen. Wie soll die Gemeinschaft gefestigt, wie kann sie zusammengehalten werden... weiter




EP-050405A_60-years-posters - © Mathieu Cugnot / EU-Parlament - MedienserviceDokumentation / Videos

EU

Wie Europa zusammenwuchs1

9. Mai 1950: Frankreichs Außenminister Robert Schuman schlägt – basierend auf der Idee des Unternehmers Jean Monnet – vor, den Kohle- und Stahlsektor Frankreichs und Westdeutschlands zusammenzuschließen. Seither ist der 9. Mai der "Europatag"... weiter




Im Saal in den Musei Capitolini (Kapitolinischen Museen) in Rom wurde 1957 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft mit den Römischen Verträgen gegründet. - © Creative Commons - Hadi

EU

Verträge für Europa

Die europäische Integration beruht auf vier Gründungsverträgen: Dem Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), der am 18. April 1951 in Paris unterzeichnet worden ist, am 23. Juli 1952 in Kraft getreten und am 23... weiter




Am 9. Mai 1950 gibt der französische Außenminister Robert Schuman (1886–1963) eine Regierungserklärung ab. Sie fußt auf den Überlegungen des Unternehmers und Vordenkers Jean Monnet (1888-1979). - © Public Domain: Bibliothèque nationale de France / Abbie Rowe. White House Photographs - John F. Kennedy Presidential Library and Museum, BostonDokumentation

EU

Die Schuman-Erklärung vom 9. Mai 19501

  • Ausführungen zur Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)

Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen. Der Beitrag, den ein organisiertes und lebendiges Europa für die Zivilisation leisten kann, ist unerläßlich für die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen... weiter





Leserbriefe

Kommentare

60 Jahre Römische Verträge - ein Plädoyer für Europa Die Geschichte trennte uns blutig, die Geografie und unser inhaltliches Fundament in einer... weiter




Leitartikel

Utopien sind gefragt

Göweil Das Wirtschaftswachstum könnte heuer erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 wieder über 2 Prozent steigen. Die Wirtschaftsforscher geben sich... weiter




Leitartikel

Nationalstaat als Übel

Göweil Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse hat im EU-Parlament eine bemerkenswerte Rede gehalten. Dort gilt es... weiter




EU

Eine Verbeugung vor einem großen Europäer

Christian Ortner. Wenn sich Ende nächster Woche die Regierungschefs der EU in Rom treffen, um den 60. Geburtstag der "Römischen Verträge" zu feiern... weiter





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