Salzburger Festspiele

Grenzenloser Jubel für Domingo

  • Seit 1975 singt der spanische Startenor bei den Salzburger Festspielen.

Für "La Traviata" hat sich Plácido Domingo in seinem Festkonzert noch einmal zurückverwandelt in einen Tenor. Gleich ist ihm freilich Rolando Villazón als Alfredo beigesprungen, und die drei Sopranistinnen Amaria Agresta, Krassimira Stoyanova und Ana María Martínez haben nacheinander und dann zusammen die Violetta gesungen - mit Sektgläsern in der... weiter




Konzertkritik

Im Wasserfall der Tränen

Von "Tränenfluss" kann man da nicht mehr sprechen. Barbara Strozzi hat in "Lagrime mie" einen See von Tränen aufgestaut - und wenn Anna Prohaska das singt, kann der Psychobefund nur lauten: Dammbruch. Um ein solches Naturereignis entsprechend wahrzunehmen, braucht es freilich eine gewisse Nähe: Der Schreiber dieser Zeilen darf sich glücklich... weiter




Salzburger Festspiele

Waldidyll mit Temporückung und Kunstpause

Warum Christian Gerhaher zur Weltspitze der Kunstlied-Sänger zählt, liegt auf der Hand: Der 46-Jährige gebietet mit seinem Bariton über eine Möglichkeitsfülle, die vom gepanzerten Brustregister bis zum süßen, dosiert gaumigen Spitzenton reicht, und er vermag noch dem weichsten Legato-Bogen prägnante Konsonanten einzuschreiben... weiter




Der Künstler, ein Narr? Susanne Wolff als Clavigo und Moritz Grove als Carlos. - © apa/Barbara Gindl

Salzburger Festspiele

Herzensbrechereien4

  • Frau verlässt Mann: Stephan Kimmig tauscht in "Clavigo" die Geschlechter - und die Opferrollen.

Die Kunstgeschichte ließe sich als endlose Kette gebrochener Herzen lesen: Hier der große Künstler, dort ein nicht abreißender Strom an Geliebten, Musen, Ehefrauen, allesamt betrogen, verraten, verlassen. In diesem zwischenmenschlichen Inferno verortet Regisseur Stephan Kimmig "Clavigo". Goethes Jugenddrama hatte nun im Rahmen der Salzburger... weiter




Regisseur Peter Konwitschny lässt Bo Skovhus und Angela Denoke zum Geschlechterkampf antreten. - © Salzburger Festspiele / Monika Rittershaus

Opernkritik

Tequila zur Hausgeburt2

  • Fordernd, aber erfolgreich: "Die Eroberung von Mexico" in Salzburg.

Moderne Kunst, heißt es oft, sei etwas Wirres. Sie strapaziere das Hirn, der Mühe stünde kein Nutzen gegenüber. Zwar stimmt es: Auch "Die Eroberung von Mexico", erste Opernpremiere der Salzburger Festspiele heuer, ist schwere Kost. Der Abend schließt aber an die Lebenswirklichkeit des Publikums an. Und er besitzt an einer Stelle sogar Humor... weiter




Konzert-Kritik

Im Gottesgebirge3

  • Konzert-Start der Wiener Philharmoniker in Salzburg.

Schwer vorstellbar, aber: Selbst die Wiener Philharmoniker haben nicht immer den Gral einer glorreichen Musikvergangenheit gehütet. Als diese noch Gegenwart war, leistete das Orchester tatkräftige Entwicklungshilfe: Nicht wenige neugeborene Partituren landeten damals auf den Pulten der Wiener. Im aktuellen und nächsten Salzburger Sommer erinnert... weiter




Rüdiger Safranski hält am Sonntag die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele. - © Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Interview

"Hochkultur unter Kulturschutz stellen!"8

  • Rüdiger Safranski über Barock, die "Kränkung der Zeit" und das Überdurchschnittliche als Ärgernis.

"Wiener Zeitung": Herr Safranski, Sie sind in einem protestantischen Milieu aufgewachsen, wollten ursprünglich sogar die Luther-Theologie studieren. Wie geht es Ihnen da in Salzburg mit den üppigen Barockkirchen? Rüdiger Safranski: Gerade wegen des Gegensatzes liebe ich das Barock. Gegenüber dem kargen Protestantismus ist es die schönere... weiter




Programm

Highlights der Salzburger Festspiele

  • Unter anderem: "Mackie Messer - eine Salzburger Dreigroschenoper", inszeniert von Bechtolf und Julian Crouch.

Im Zentrum der Salzburger Festspiele stehen auch heuer die Opern; der Premierenreigen beginnt am Sonntag mit Wolfgang Rihms "Die Eroberung von Mexico". Ingo Metzmacher dirigiert, Peter Konwitschny inszeniert das zeitgenössische Werk. Mit "Le nozze di Figaro" schließt Interims-Festspielleiter und Regisseur Sven-Eric Bechtolf seinen Salzburger... weiter




Der Festivalmotor brummt - die unübersehbare Shuttleflotte des Sponsors Audi auch. - © Audi AG

Salzburger Festspiele

"Sicher kein Sparprogramm!"1

  • Wirtschaftsfaktor Festspiele: Trotz verkleinerten Budgets bleibt das Salzburger Elite-Festival ein ökonomischer Motor der Region.

Salzburg."Ich bin die treibende Kraft bei den Sponsoren", behauptete der ehemalige Salzburg-Intendant Alexander Pereira gern von sich. Tatsächlich wurde unter seiner Ägide ein Rekord verbucht: Im Sommer 2013 lukrierten die Festspiele mit 14,6 Millionen Euro erstmals mehr privates Geld als Subventionen... weiter




Bewähren sich in der "Jedermann"-Ahnenreihe: Brigitte Hobmeier als Buhlschaft und Cornelius Obonya als Jedermann. - © apa/Barbara Gindl

Jedermann

Rasen gegen den Tod

  • Zur diesjährigen Premiere von Hofmannsthals "Jedermann" in Salzburg.

Es war den ganzen Sonntag halbwegs schön gewesen. Aber die Meteorologen wussten es besser. Sie prognostizierten für den späteren Abend Regen. Also musste die diesjährige Premiere von Hofmannsthals "Jedermann" ins Große Festspielhaus verlegt werden. Bedeutet das für das Publikum eine große Einbuße? Sie fällt kaum ins Gewicht... weiter




Meister der Spannung: Marc Minkowski. - © Marco Borggreve

Salzburger Festspiele

Vorspiel zum großen Fest1

  • Die "Ouverture spirituelle" bei den Salzburger Festspielen begann verheißungsvoll.

Salzburg. Wenn sich Salzburg im Juli festlich schmückt, ist es wieder soweit: Die fünfte Jahreszeit der Salzachstadt beginnt. Bereits zum vierten Mal mit der von Alexander Pereira initialisierten "Ouverture spirituelle", bei der heuer christlichen Messvertonungen geistliche Kompositionen aus der hinduistischen Tradition gegenübergestellt werden... weiter




Fackeltanz zur Festivaleröffnung. - © APAweb / APA, Barbara Gindl

Salzburger Festspiele

Die "Schöpfung" als klingendes Sommergewitter

  • Marc Minkowski und seine Musiciens du Louvre setzten im Haydn-Oratorium auf Kontraste und Narrative.

Salzburg. Nicht weniger als die ganze Welt wird in Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung" erschaffen. Mit seinem hymnischen Anspruch, seinem dennoch gewitzten Charme und seinem ungetrübten Optimismus, ist das Werk seit einigen Jahren das traditionelle Eröffnungsstück der Salzburger Festspiele. Gestern, Samstag... weiter




Nachlese 2014

Salzburger Festspiele schließen mit einem Plus

Salzburg. Die Salzburger Festspiele erweisen sich auch heuer als wirtschaftlich erfolgreich. Wie das Direktorium am Donnerstag bekanntgab, waren die 266 Vorstellungen zu 93 Prozent ausgelastet. Bis zu seinem Ende am letzten Augusttag wird das Festival von rund 271.000 Besuchern frequentiert worden sein... weiter




"Der Rosenkavalier",  inszeniert an einer Zeitenwende - den Festspielen steht eine bevor. - © apa/Barbara Gindl

Nachlese 2014

Ausklang in Harmonie3

  • Alexander Pereira verlässt die Salzburger Festspiele nach einem respektablen Sommer - Eine Analyse

Jahr für Jahr, wenn die Salzburger Festspiele auslaufen, spitzen Kulturkritiker ihre Feder zur finalen Pflichtübung. Dann gilt es, ein bündiges Urteil über rund sechs Wochen Kulturaufkommen zu verkünden. Es ist dies ein Ritual, das auch einmal hinterfragt werden darf. Führt das Maßnehmen an einem solchen Programm-Massiv nicht zwangsläufig zu... weiter




Konzertkritik

Ein echtes großes Klavierkonzert für die Festspiele2

Zum Doyen reicht’s altersmäßig noch nicht, aber Wolfgang Rihm ist in jedem Fall eine Instanz im Komponieren unserer Tage. Man weiß, wo man ihn verlässlich antrifft: Er ist ja nicht nur Urlaubsgast im Austragshäusl der Postmoderne, sondern hat es zum festen Wohnsitz gewählt. Ein Festival (die Salzburger Festspiele) und zwei Orchester (das Gustav... weiter




Große Gesten vor Alten Meistern: Anna Netrebko und Plácido Domingo in Salzburg. - © apa/Barbara Gindl

Nachlese 2014

Lange Nacht des Opernmuseums

  • Der gehypte Salzburger "Trovatore" hält nur in einem Punkt Wort: Anna Netrebko singt grandios.

Natürlich ist es nicht einfach. Wie soll man eine Oper inszenieren, deren Schauerromantik an ein Groschenheft erinnert? In der eine Zigeunerin ein Kind umbringen will, aber in ihrem Blutrausch - ups! - das eigene verbrennt? Keine Frage: Der "Trovatore" ist ein Problemfall. Genau genommen ist er es aber erst durch seine Partitur: Weil Giuseppe Verdi... weiter




Armageddon in Kleinkunst: Christoph Krutzler, Sven Dolinski, Peter Mati und Laurence Rupp spannen in Karl Kraus "Die letzten Tage der Menschheit" einen Bogen bis zum Zweiten Weltkrieg. - © Georg Soulek

Nachlese 2014

Des Kaisers altes Kleid8

  • "Die letzten Tage der Menschheit" in Salzburg als Koproduktion mit dem Burgtheater.

Historischer Phantomschmerz vier Stunden lang. Österreich hat 100 Jahre nach dem Beginn des Weltkriegs sein widerständigstes Nationaldrama endlich auf seine Staatsbühne gestemmt. Die Premiere bei den Salzburger Festspielen im Landestheater adelte der Herr Bundespräsident durch seine Anwesenheit. Ab September sind die "Letzten Tage der Menschheit"... weiter




Bestandsaufnahme eines gefährdeten Lebens mit tragischem Ende: Johanna Wokalek, Marianne Crebassa und Vincent Le Texier in Marc-André Dalbavies Musiktheaterwerk "Charlotte Salomon". - © Festspiele/R. Walz

Nachlese 2014

Observationen am Lebensrand

  • Ein eindringliches Daseinsdrama: Die Uraufführung der Oper "Charlotte Salomon" in Salzburg.

Eine glänzende Zukunft hat man ihr vorausgesagt. Ja, aus dieser Frau würde etwas werden, versicherte ihr der Liebhaber. Und so sollte es auch wirklich kommen. Die Malerei von Charlotte Salomon findet heute weltweit Beachtung; am Montag würdigte sogar eine Opernuraufführung der Salzburger Festspiele dieses uvre. Allein: Salomon ist längst tot. Am 10... weiter




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