• vom 12.07.2012, 12:30 Uhr

Salzburger Festspiele

Update: 18.07.2012, 19:55 Uhr
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Neue Reihe "Ouverture spirituelle"

Katholizismus, die Moderne und mehr im Konzert



  • Fünf Konzerte der Wiener Philharmoniker, prominente Liste von Gastorchestern und Dirigenten.

Alexander Pereira und Erhard Busek bei der Präsentation der "Ouverture spirituell", des Auftakts der diesjährigen Festspiele. Den Auftakt macht am Freitag im Festspielhaus Joseph Haydns "Die Schöpfung", geleitet von Sir John Eliot Gardiner. - © Katharina Schiffl

Alexander Pereira und Erhard Busek bei der Präsentation der "Ouverture spirituell", des Auftakts der diesjährigen Festspiele. Den Auftakt macht am Freitag im Festspielhaus Joseph Haydns "Die Schöpfung", geleitet von Sir John Eliot Gardiner. © Katharina Schiffl

Salzburg. Es waren Wunsch und Idee des neuen Intendanten Alexander Pereira, und er hat dafür eine Reihe von Topstars zusammengetrommelt: Die den Salzburger Festspielen 2012 vorgelagerte, einwöchige "Ouverture spirituelle" besteht aus elf Konzerten von Künstlern wie Claudio Abbado, Zubin Mehta, Thomas Hampson, Rudolf Buchbinder, Nikolaus Harnoncourt, Genia Kühmeier oder Eliot Gardiner. Für den Konzertchef der Salzburger Festspiele, Matthias Schulz, ist diese neue Reihe eine naheliegende Idee: "Die Ouverture spirituelle erregt Aufsehen, und sie ist gut verkauft. Außerdem ist der Fokus auf christliche und ergänzend auch jüdische Musiktradition in dieser katholisch geprägten Stadt absolut sinnstiftend."

Kompositionsauftrag an Johannes Maria Staud

Der Reigen beginnt mit der "Schöpfung" von Haydn, gefolgt von Händels "Messias", Mozarts "c-Moll-Messe" und Bruckners "Te Deum". Dazu kommt ganz alte Musik christlicher Prägung, darunter nicht nur einige Motetten von Bach, sondern vor allem Claudio Monteverdi, Giovanni da Palestrina, Orlando di Lasso, Josquin Desprez und Thomas Tallis. Auf der gegenüberliegenden Seite des Zeit-Spektrums steht Johannes Maria Staud, an ihn haben die Festspiele einen Kompositionsauftrag vergeben, die Uraufführung ist am 23. Juli.

Mozart ist zentral vertreten, außer der c-Moll-Messe gibt es das geistliche Singspiel "Die Schuldigkeit des ersten Gebots" und drei weitere Messen. Beachtenswert auch Antonin Dvoraks sehr selten aufgeführte "Messe in D-Dur". Gustav Mahler kommt mit den "Kindertotenliedern", und die jüdische Seite der musikalischen Spiritualität soll durch Ernest Blochs "Avodath Hakodesh" (Gottesdienst, übers.) für Bariton und Orchester, Arnold Schönbergs "Kol Nidre" op. 39 sowie Noam Sheriffs "Mechaye Hametim" (Auferweckung der Toten, übers.) repräsentiert werden.

Fünf Konzerte der Wiener Philharmoniker

Zentraler Teil des Konzertlebens im Salzburger Festspiel-Sommer sind auch 2012 die fünf Konzerte der Wiener Philharmoniker - sie werden heuer mit Valery Gergiev, Mariss Jansons, Riccardo Muti, Heinz Holliger und Bernard Haitink auftreten. Kaum weniger prominent die Liste von Gastorchestern und deren Dirigenten. Hier ein verkürzter Auszug: Es kommen Zubin Mehta mit dem Israel Philharmonic Orchestra, Daniel Barenboim mit dem West-Eastern Divan Orchestra und dem Orchestra del Teatro alla Scala (erstmals in Salzburg), The Cleveland Orchestra mit Franz Welser-Möst sowie die Top-Orchester aus Leipzig, Amsterdam und Berlin mit Riccardo Chailly, Mariss Jansons und Simon Rattle.

Das Salzburger Mozarteum Orchester wird neben Oper und geistlicher Musik auch heuer seine erfolgreichen und traditionsreichen Matineen spielen, und die Camerata Salzburg gibt Konzerte und Meisterkurse in der Tradition ihres "Spiritus Rektors", Sandor Vegh. Die Liederabende  sind mit Elina Garanca, Magdalena Kozena, Thomas Hampson, Christian Gerhaher, Matthias Goerne und Juan Diego Florez denkbar hochkarätig besetzt, und die Solistenkonzerte stehen dem kaum nach: Angesagt sind unter anderem Andras Schiff, Pinchas Zukerman (erstmals in Salzburg), Maurizio Pollini und Daniel Barenboim, der an drei Abenden alle großen Schubert-Klaviersonaten geben wird.

"Über die Grenze"

Die Reihe "Über die Grenze" beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Kammermusik von Antonin Dvorak, und dem Salzburger Hagen Quartett ist heuer erstmals ein eigenen Zyklus gewidmet. Elf Termine mit Musik der Moderne stehen in der Reihe "Salzburg Contemporary" im Konzert-Kalender, und Sondertermine wie der "Young Conductors Award" und das "Young Singers Project" vervollständigen das im Wesentlichen von Matthias Schulz zusammengestellte Konzertprogramm der Salzburger Festspiele 2012. 


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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-12 12:31:07
Letzte Änderung am 2012-07-18 19:55:28


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