Wien/Salzburg. Der Narziss und Träumer Peer Gynt als alternder Rock-Star? Der gestrandete Zauberer Prospero als Inhaber einer Pizzeria? Diese unorthodoxen Metamorphosen der bekannten Bühnenfiguren werden in der Sichtweise von Regisseurin Irina Brook möglich und plausibel.
Die international erfolgreiche Künstlerin ist die Tochter der Theaterlegende Peter Brook und der Schauspielerin Natasha Parry. Bei den diesjährigen Salzburger Festspielen werden ihre unkonventionellen Arbeiten erstmals in Österreich gezeigt. Mit der englischsprachigen Neuinszenierung von Ibsens "Peer Gynt" (Premiere: 30. Juli) und dem französischsprachigen Gastspiel von Shakespeares "Der Sturm" (Premiere: 24. August) strebt der Neo-Schauspielchef der Salzburger Festspiele, Sven-Eric Bechtolf, auch eine Internationalisierung des Schauspielprogramms an.
Wie Tag und Nacht
Geboren 1962 in Paris, ist Irina Brook praktisch im und mit dem Theater ihres Vaters aufgewachsen, der als Pionier des interkulturellen Theaters gilt. Auch in Irina Brooks Theatergruppe, gegründet 2008, treten Schauspieler aus allen Teilen der Erde auf, etwa aus Ruanda, Indien, Island. In einem Interview äußerte sich die Theatermacherin über ihr Ensemble: "Meine Welt ist multikulturell. Für mich ist das normal, alles andere wäre seltsam. Nur so repräsentieren wir ,die Menschheit. Je mehr man Kulturen mixen kann, umso reicher wird die Aufführung."
Abgesehen von diesem expliziten Interesse an kosmopolitischer Zusammenarbeit, ist die Bühnensprache von Peter und Irina Brook jedoch so verschieden wie Tag und Nacht. Peter Brook ist bekannt für leere Räume und ein reduziert-konzentriertes Spiel, während seine Tochter eher durch einen opulent-verspielten Zugang besticht, gerne Slapstickelemente, Tanz und Akrobatik integriert. "Ich bin eine andere Generation, habe andere Einflüsse, bei mir ist alles mehr RocknRoll", sagt die Künstlerin.
Mit 18 Jahren ist sie nach New York gegangen, hat Schauspielunterricht genommen, in Off-Off-Broadway-Bühnen gespielt und sich als Kellnerin durchgeschlagen. Später ging sie als Schauspielerin zurück nach Europa, lebte und arbeitete in London und Paris, auch im Pariser Bouffe du Nord, der berühmten Bühne ihres Vaters, war sie engagiert.
Ende der 1990er Jahre gelang ihr mit der Inszenierung "Beasts of the Moon" der Durchbruch als Regisseurin. Sie wurde mit dem Prix Molière, dem bedeutendsten französischen Theaterpreis, ausgezeichnet und folgte einer Einladung von Ariane Mnouchkine ans "Théâtre du Soleil".
Bekiffter Peer Gynt
In diesem Herbst wird sie ihre erste eigene Bühne in einer Vorstadt von Paris eröffnen. Derzeit tüfteln die Künstlerin und ihr Team noch an der RocknRoll-Version von "Peer Gynt". In der griffigen Übersetzung des US-Dramatikers Sam Sheppard und einem eigens komponierten Soundtrack von US-Rocker Iggy Pop dürfte dies wohl der erste Peer Gynt der Theatergeschichte sein, der halluzinogenen Drogen nicht abgeneigt ist.
Und nochmal Shakespeare bei den Salzburger Festspielen, nochmal in hübsch-heiterer Verulkung. Da mag man sich auf die Schenkel klopfen...weiter
Da war doch was mit Lutoslawski! Neben Heinz Holliger auch so ein deklarierter Schwerpunkt-Komponist bei den Salzburger Festspielen...weiter
Krokodil ohne Schwanz (hier sparen die Salzburger Festspiele wirklich an der falschen Stelle). EU-Kommissars-Puppe schlampig einbalsamiert (dass eine...weiter
Haben wir es mit einem Parzifal zu tun, mit einem Jung-Siegfried gar? Der reine Tor, der seine Wurzeln nicht kennt, der angehalten ist...weiter
Auf den Pulten: Die Noten von Mozarts "Gran Partita". An den Pulten: Bläser und ein Kontrabass der Wiener Philharmoniker...weiter
Wie ist es möglich, dass Pferde bei Zwölftonmusik nicht durchgehen? Auch für solche Fragen war Zeit bei einer Pressekonferenz am Premierentag...weiter
Am Ende wird der Horst der Freischärler, die Schule, von ihnen selbst abgefackelt. Die Matratzen und Schulmöbel werdend um Norma und Pollione...
weiter
Jonas Kaufmann bat vor seinem Liederabend im Wiener Konzerthaus für Verständnis: Nach seiner überstandenen Verkühlung sei sein Kreislauf noch...
weiter
Düsseldorf. Christoph Meyer, Intendant der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, erfährt derzeit auf die harte Tour...
weiter
Ihre bis dato letzte neue Rolle präsentierte Sopranlegende Edita Gruberová in konzertanter Version im Wiener Musikverein...
weiter
In Paris war "Le Retour" die Einstandsinszenierung als neuer Spielleiter des Odéon Theatre, in Wien ist sie nun das Abschiedsgastspiel des...
weiter
In Peter Turrinis Facts-und-Fiction-Durcheinander "Aus Liebe" versucht ein weißbärtiger "Lieber Gott" als Urheber der Schöpfungsgeschichte bedankt zu...
weiter
(dawa) 30 Jahre Originalklang mit dem Concilium musicum Wien, wenn das kein Grund zum Feiern ist. Kapellmeister, Komponist und Radiolegende Paul...
weiter
(eb) Alles entweder stromlinienförmig oder absichtsvoll-justament-anders, was die jungen Pianisten von sich geben? Ja, gewiss...
weiter
(dawa) Als wärs seine letzte Oper. Sehr persönlich, aber fast schon naturgemäß bühnenreif begegnet den Hörern Rossinis späte "Petite" Messe...
weiter
Moskau. Bislang glaubte man stets, dass die Punktevergabe beim Eurovision Song Contest (ESC) ein freundschaftliches Hin- und Her-Geschiebe der Stimmen...
weiter
Tamsweg. Der Österreichische Staatspreis für das "Schönste Buch" geht ins Land Salzburg - die Lungauer Druckerei Samson ist für den Fotoband "Das Bild...
weiter
Ray Manzarek ist tot. Der Organist der US-Band "The Doors" starb in einer Klinik im bayrischen Rosenheim im Alter von 74 Jahren...
weiter
Christoph Marthaler hat es sich selbst, seinem Ensemble und seinem Publikum mit seinem ästhetisch kaum überbietbaren Theater noch nie bequem gemacht...
weiter