• vom 24.07.2012, 16:19 Uhr

Salzburger Festspiele

Update: 24.07.2012, 23:00 Uhr
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Salzburger Festspiele

Unorthodoxe Metamorphosen


Von Petra Rathmanner

  • Irina Brooks Theaterarbeit ist von ihrem interkulturellen Ensemble geprägt.

"Meine Welt ist multikulturell": Regisseurin Irina Brook und US-Dramatiker Sam Sheppard (l.) bei einer Arbeitsprobe in Brooks Haus außerhalb von Paris. Das Szenenfoto aus "Der Sturm" (r.) illustriert beispielhaft den opulent-verspielten Stil der Theatermacherin. P. Lazic - © patrick lazic

"Meine Welt ist multikulturell": Regisseurin Irina Brook und US-Dramatiker Sam Sheppard (l.) bei einer Arbeitsprobe in Brooks Haus außerhalb von Paris. Das Szenenfoto aus "Der Sturm" (r.) illustriert beispielhaft den opulent-verspielten Stil der Theatermacherin. P. Lazic © patrick lazic

Wien/Salzburg. Der Narziss und Träumer Peer Gynt als alternder Rock-Star? Der gestrandete Zauberer Prospero als Inhaber einer Pizzeria? Diese unorthodoxen Metamorphosen der bekannten Bühnenfiguren werden in der Sichtweise von Regisseurin Irina Brook möglich und plausibel.

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Die international erfolgreiche Künstlerin ist die Tochter der Theaterlegende Peter Brook und der Schauspielerin Natasha Parry. Bei den diesjährigen Salzburger Festspielen werden ihre unkonventionellen Arbeiten erstmals in Österreich gezeigt. Mit der englischsprachigen Neuinszenierung von Ibsens "Peer Gynt" (Premiere: 30. Juli) und dem französischsprachigen Gastspiel von Shakespeares "Der Sturm" (Premiere: 24. August) strebt der Neo-Schauspielchef der Salzburger Festspiele, Sven-Eric Bechtolf, auch eine Internationalisierung des Schauspielprogramms an.

Wie Tag und Nacht
Geboren 1962 in Paris, ist Irina Brook praktisch im und mit dem Theater ihres Vaters aufgewachsen, der als Pionier des interkulturellen Theaters gilt. Auch in Irina Brooks Theatergruppe, gegründet 2008, treten Schauspieler aus allen Teilen der Erde auf, etwa aus Ruanda, Indien, Island. In einem Interview äußerte sich die Theatermacherin über ihr Ensemble: "Meine Welt ist multikulturell. Für mich ist das normal, alles andere wäre seltsam. Nur so repräsentieren wir ,die Menschheit‘. Je mehr man Kulturen mixen kann, umso reicher wird die Aufführung."

Abgesehen von diesem expliziten Interesse an kosmopolitischer Zusammenarbeit, ist die Bühnensprache von Peter und Irina Brook jedoch so verschieden wie Tag und Nacht. Peter Brook ist bekannt für leere Räume und ein reduziert-konzentriertes Spiel, während seine Tochter eher durch einen opulent-verspielten Zugang besticht, gerne Slapstickelemente, Tanz und Akrobatik integriert. "Ich bin eine andere Generation, habe andere Einflüsse, bei mir ist alles mehr Rock’n’Roll", sagt die Künstlerin.

Mit 18 Jahren ist sie nach New York gegangen, hat Schauspielunterricht genommen, in Off-Off-Broadway-Bühnen gespielt und sich als Kellnerin durchgeschlagen. Später ging sie als Schauspielerin zurück nach Europa, lebte und arbeitete in London und Paris, auch im Pariser Bouffe du Nord, der berühmten Bühne ihres Vaters, war sie engagiert.

Ende der 1990er Jahre gelang ihr mit der Inszenierung "Beasts of the Moon" der Durchbruch als Regisseurin. Sie wurde mit dem Prix Molière, dem bedeutendsten französischen Theaterpreis, ausgezeichnet und folgte einer Einladung von Ariane Mnouchkine ans "Théâtre du Soleil".

Bekiffter Peer Gynt
In diesem Herbst wird sie ihre erste eigene Bühne in einer Vorstadt von Paris eröffnen. Derzeit tüfteln die Künstlerin und ihr Team noch an der Rock’n’Roll-Version von "Peer Gynt". In der griffigen Übersetzung des US-Dramatikers Sam Sheppard und einem eigens komponierten Soundtrack von US-Rocker Iggy Pop dürfte dies wohl der erste Peer Gynt der Theatergeschichte sein, der halluzinogenen Drogen nicht abgeneigt ist.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-24 16:26:09
Letzte Änderung am 2012-07-24 23:00:22


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