• vom 07.08.2017, 15:53 Uhr

Salzburger Festspiele


Konzertkritik

Ein virtuoser Grübler




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Von Judith Belfkih

  • Andris Nelsons und Daniil Trifinov mit den Wienern.

Es ist nicht der große Effekt, dem er seine Virtuosität unterordnet, es ist vielmehr eine beinahe introvertierte Expressivität, die sein Spiel prägt, eine sehr genau gearbeitete, stringente und unausweichliche Geradlinigkeit. Der erst 26-jährige Pianist Daniil Trifonov hat sich damit in den vergangenen Jahren einen Platz als Shootingstar der Klassik erarbeitet, in der kommenden Saison etwa ist er einer der Porträt-Künstler des Wiener Konzerthauses.

Mit den Wiener Philharmonikern, die in Salzburg derzeit im Großeinsatz sind und am Vormittag der "Aida"-Premiere am Sonntag im Großen Festspielhaus auch das zweite ihrer Konzertprogramme bestritten, widmete sich Daniil Trifonov dem Zweiten Klavierkonzert von Sergej Prokofjew. Dabei zeigte er sich als jugendlich wütender, aber sehr feinsinniger Grübler und als exzellenter Zuhörer, der den ausladenden und fordernden Solopart immer wieder subtil aus dem Orchester heraus entwickelte. Dabei unterstützte ihn Andris Nelsons am Pult der fein agierenden Wiener.


Im zweiten Teil widmeten sie sich im Rahmen des diesjährigen Schwerpunktes dann Dmitri Schostakowitschs Symphonie Nr.7, der "Leningrader". Nelsons gelang dabei eine gute Balance zwischen Klangwucht und Reduktion. Seine Liebe zur feinen Phrasierung und zum Verweilen im Detail ging dabei nach einem sich stringent und eindrucksvoll steigernden ersten Satz mitunter auf Kosten des großen Bogens, führte aber letztlich zu einer recht erlösten und bejubelten Sicht auf den imposanten Klanggiganten.

Konzert

Wiener Philharmoniker

Andres Nelson (Dirigat)

Daniil Trifonov (Klavier)

Salzburger Festspiele




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Dokument erstellt am 2017-08-07 15:57:10




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