• vom 12.08.2017, 17:54 Uhr

Salzburger Festspiele

Update: 12.08.2017, 17:57 Uhr

Oper

Konzertantes Dogen-Drama




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Von WZ Online, Oliver Schneider

  • Verdi-Oper "I due Foscari" mit Plácido Domingo.

Salzburg. Immer wieder gerät man ins Staunen über Plácido Domingo, wie viel Glanz und Kraft seine Stimme nach einer so langen Karriere noch besitzt. Noch mehr aber darüber, eine wie große Palette an Farben er ihr entlocken kann, um Stimmungen auszudrücken. In Salzburg ist er heuer in zwei konzertanten Aufführungen von Giuseppe Verdis "I due Foscari" als Doge Francesco Foscari zu erleben.

Das auf Lord Byron zurückgehende Libretto erzählt das leidvolle Schicksal des Dogensohns Jacopo Foscari, der von der venezianischen Ratsversammlung als vermeintlicher Mörder und Verräter in die Verbannung geschickt wird. Im Konflikt zwischen Vaterliebe und Staatstreue beugt sich der Doge dem Gesetz, wird selbst zur Abdankung gezwungen und bricht unter der Last des Schicksals zusammen. Eine nicht wirklich operngerechte Geschichte, in der vor allem ein echter Gegenspieler fehlt. Auch musikalisch wirkt noch einiges unbeholfen in diesem 1844 in Rom uraufgeführten Werk im Nummernstil. Michele Mariotti und das Mozarteumorchester versuchen gleichwohl, das Mögliche herauszuholen. Mariotti führt auf Details bedacht durch die Partitur und legt vor allem die belcantistischen Züge frei.

Information

I due Foscari

Grosses Festspielhaus 11. August 2017.

Wiederholung am 14. August 2017

www.salzburgerfestspiele.at

Joseph Calleja überzeugte am Freitagabend als Jacopo nur teilweise. Zwar gefiel er mit seinem hell-strahlenden Tenor schönster italienischer Färbung, hatte aber Mühe mit der Höhe und gestaltete dynamisch zu einförmig. Ausgezeichnet ist hingegen in der Rolle seiner Ehefrau Lucrezia die Chinesin Guanqun Yu, die für die Begnadigung ihres verbannten Mannes mutig im Rat kämpft. Resolutheit im Ausdruck verknüpft sie mit Noblesse, Strahlkraft und Sensibilität in der Stimme.

Jacopos Gegenspieler Loredano ist nur ein Comprimario, Roberto Tagliavini verleiht ihm trotzdem Profil. Für die Chorpartie – zentral ist der Herrenchor als Rat – setzt man auf den mässigen Philharmonia Chor Wien. Aber wenn man erlebt, wie Domingo in der Schlussszene den vom Schicksal geschlagenen, sterbenden Dogen gestaltet, vergisst man die Unebenheiten vorher.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-12 17:56:31
Letzte ─nderung am 2017-08-12 17:57:19




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