Der in Hollywood ansässige schwäbische Regisseur Roland Emmerich ist für Blockbuster und krachend apokalyptische Katastrophenfilme bekannt, von der brachialen explosiven Weltenrettung in "Independence Day" bis zum nicht minder kräftigen Durchwalken der Erde in "2012". Nun versucht er sich in einer Sprengung anderer Art. Nämlich der des Mythos von William Shakespeare, durch Aufwärmen des Expertenstreites rund um die Spekulation: War Shakespeare wirklich Shakespeare? Wobei Emmerich selbst dazu bemerkte: "Die werden mir die Hölle heißmachen." Doch der "Master of Desaster" genießt es in Wahrheit, zu provozieren. Er thematisiert die 1920 aufgekommene Lieblings-Antithese, hinter dem Meister verberge sich Edward de Vere, der 17. Earl of Oxford. Dieser steht denn auch im Mittelpunkt von "Anonymus". Shakespeare selbst fungiert nur als Randfigur. Es geht um politische Verstrickungen und persönliche Tragödien des Earl. Am Hofe von Elisabeth I. (Vanessa RedgWrave, in Rückblenden dargestellt von ihrer Tochter Joely Richardson) reihen sich Intrigen an Intrigen. Ihre engster Berater (David Thewlis) und sein Sohn (Edward Hogg) wollen den schottischen König James VI. (James Clyde) als Nachfolger auf dem Thron sehen und ihre Widersacher in Misskredit bringen.
Adel darf nicht dichten
Der Pöbel soll ihnen dabei als unterstützendes Werkzeug dienen. Dieser wiederum begeistert sich für die lustigen und tragischen Stücke eines jungen Schauspielers und Autors namens William Shakespeare (Rafe Spall). Doch der ist lediglich ein Strohmann für Edward de Vere (Rhys Ifans), der sich aufgrund seines adeligen Status nicht als Dichter outen darf. Der Fokus des Films liegt an dessen Anteil an der Polit-Schlangengrube und seiner Vergangenheit. Dazu gehören obskure ödipal-inzestuöse Verknüpfungen. Schließlich nutzen die gegnerischen Berater Masse, Macht, Begeisterung und das Bühnenforum zu ihren Gunsten. Auch Verschwörungstheorien werden geboten. Die komplizierte und komplexe Geschichte mit vielen Zeitsprüngen kann leicht zur Verwirrung beitragen. Shakespeare selbst ist bei all dem nur Mittel zum Zweck, um nicht zu sagen, bloße Fassade. Also weit entfernt von jeglichem Biopic.
Das für ein vergleichsweise bescheidenes Budget von 30 Millionen Dollar in Babelsberg gedrehte Historiendrama bezieht einen Großteil des gewaltig scheinenden Aufwandes aus dem Computer. Was man dem Film wirklich vorwerfen muss, ist, dass Shakespeare als unsympathischer, einfältiger, geldgeiler, versoffener und verhurter Analphabet abgewertet wird. Sonst könnte man das Ganze als Fantasie-Spektakel abtun. Denn letztlich zählen nur die genialen, zeitlosen Dichtungen in ihrem virtuosen Sprachfluss. Trotz aller Einwände ist zumindest Unterhaltungskino herausgekommen. Am Erfolg scheint es, zumindest im Blockbusterland USA, dennoch massive Zweifel zu geben. Dort lief der Film nämlich statt in einigen tausend nur in 250 Kinos an.
In Thomas Bernhards legendärem Dramolett "Claus Peymann und Hermann Beil auf der Sulzwiese" (1987) bemüht sich der damalige Burgtheaterdirektor...weiter
Der Burgschauspieler Roland Koch sicherte sich vor zehn Jahren als Shakespeare-Regisseur einen Achtungserfolg. Von der erkrankten Andrea Breth...weiter
Nach der Projektreihe "Pimp My Integration" (in Kooperation mit der Garage X) präsentiert das "postmigrantische" Theaterensemble "das kunst" unter der...weiter
"Eine Weltkarte, in der Utopia nicht verzeichnet ist, verdient keine Beachtung, denn sie lässt die Küste aus, wo die Menschheit ewig landen wird"...
weiter
"Ich habe all diese hässlichen Wörter einfach hingeschrieben und bin dabei allmählich in Fahrt gekommen. Ein stiller Schreibrausch hat mich erfasst"...
weiter
Es gibt Dinge, auf dieser Welt (und jenseits davon), die werden besonders gern und besonders häufig totgesagt. An erster Stelle ist hier natürlich der...
weiter
Komödien-Remake in den Sand gesetzt (fan) Harry Deane (Colin Firth) ist für den exzentrischen Milliardär und Sammler Lionel Shahbandar (Alan Rickman)...
weiter
(az) Das mächtigste Monster steht hinter der "Monsters University": der Disney-Konzern, der sich die Animationsschmiede Pixar 2006 einverleibte...
weiter
"It’s not an S", klärt der Typ in Handschellen die Reporterin Lois Lane (Amy Adams) auf, als diese mehr über die Bedeutung des Emblems auf...
weiter
Mit dem bis auf Nippelhöhe fallenden Haupthaar vor dem Gesicht und einem grundsätzlichen Out-of-bed-Look, wie man ihn Anfang der 90er Jahre auch als...
weiter
Bryan Adams war indisponiert. Als er am Mittwoch seine Fotos in der Galerie Ostlicht vor Journalisten präsentieren sollte...
weiter
Komödien-Remake in den Sand gesetzt (fan) Harry Deane (Colin Firth) ist für den exzentrischen Milliardär und Sammler Lionel Shahbandar (Alan Rickman)...
weiter
(az) Das mächtigste Monster steht hinter der "Monsters University": der Disney-Konzern, der sich die Animationsschmiede Pixar 2006 einverleibte...
weiter