• vom 07.05.2012, 18:35 Uhr

Shakespeare

Update: 07.05.2012, 19:15 Uhr
  • Artikel
  • Fotosstrecke
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Shakespeare, Retter in der Rezession


Von Peter Nonnenmacher

  • Auch in Stratford treffen sich Theatermacher aus aller Welt.

"Auf über dreißig Bühnen im Lande laufen fast hundert verschiedene Shows und jede Menge anderer Projekte", sagt die Direktorin des World Shakespeare Festivals, Deborah Shaw. Allein in Stratford hat die dort ansässige Royal Shakespeare Company in ihren drei Theatern zwölf Neuinszenierungen für diesen Sommer vorbereitet. Von hochkarätigen Eigenproduktionen wie der berühmten "Schiffbruch-Trilogie" des Barden bis hin zum Gastspiel der brasilianischen Companhia BufoMecanica, mit ihrer akrobatisch-furiosen Zirkus-Darbietung "Zwei Rosen für Richard III.", reicht das Repertoire. Stratford ist aber nur "das Herz" der Festivitäten. In vielen Städten werden kleine und große Shakespeare-Überraschungen geboten. Wohin man schaut, kommt man schon jetzt an Shakespeare nirgends mehr vorbei in England. Radio und Fernsehen haben sich nicht lang bitten lassen. Für Blogger, Tweeter und Facebook-Friends ist ebenfalls gesorgt. In London droht schon vor Beginn der Olympischen Spiele ein wahres Shakespeare-Fieber auszubrechen.

Information

Mehr zum Thema Shakespeare im Shakespeare-Dossier der Wiener Zeitung Online.

Werbung

Nationaltheater, Barbican, Tate Modern und Royal Opera House wollen das ihre zum Dichterfest beitragen. Das Britische Museum startet im Juli eine große Shakespeare-Ausstellung. Das Ganze, schmunzelt der scheidende künstlerische Direktor der Royal Shakespeare Company, Michael Boyd, habe sich "zum größten Bühnenfestival ausgewachsen, das es wohl jemals gab in der Geschichte". Boyd war es, der die Mega-Show mit den Verantwortlichen für die "Kulturelle Olympiade" vereinbart, der das World Shakespeare Festival überhaupt erst in Gang gesetzt hat. Es sei fantastisch gewesen, dass die Royal Shakespeare Company bei ihren Bemühungen "auf eine so große und bereits existierende Künstlerfamilie, weit übers Vereinigte Königreich hinaus, zurückgreifen konnte", meint Festival-Koordinatorin Shaw. Zu Beginn der intensiven Planungsphase vor zwei Jahren sei sie einmal auf einem Atlas all die Teilnehmer-Nationen der Olympischen Spiele durchgegangen - und habe festgestellt, "dass wir an über 200 Orten Schauspieler und Theater-Produzenten kannten, die dort arbeiteten und lebten".

Wichtigstes Jahr - nach 1564
Seit damals ist Shaw durch die Welt gereist, hat Aufführungen besucht, Einladungen ausgesprochen, Neues angeregt, Besuche arrangiert. Auf eine Million Besucher hofft das Provinzstädtchen Stratford, das sich und seine Schwäne auf dem Avon mit "seinem" Shakespeare durch die Rezession zu retten sucht. Denn Shakespeare ist alles, was man in Stratford kennt - und zu einem günstigeren Zeitpunkt als heute könnte kein Shakespeare Festival kommen. 2012, meinen die Stratforder, könne das zweitwichtigste Jahr in der langen Geschichte des Ortes werden.

Das wichtigste war 1564 - das Geburtsjahr seines weltberühmten Sohnes. Der Umgang anderer Völker mit Shakespeare, wie er in diesem World Shakespeare Festival deutlich werde, erlaube auch den heimischen Hütern des Shakespeare-Erbes einen frischen Blick, meint Shaw. "Alles klassische Theater ist ja ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Wenn unser Festival-Programm von einer Philosophie getragen ist - dann wohl von dieser."

Kann Stratford, die Museumsstadt, kann ein auf seinen Shakespeare stolzes Großbritannien mit diesem Anspruch ihres Festivals leben, mit ihm fertig werden? "Ich selbst habe kein Interesse an Theater als einem Museumsstück", sagt Deborah Shaw. "Interesse habe ich an Künstlern, die auf die Welt um uns herum reagieren. Und die uns helfen, uns selbst zu verstehen."




Schlagwörter

Shakespeare

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-07 18:14:12
Letzte Änderung am 2012-05-07 19:15:18



Werbung





Abgründiger Archipel

Bannalec, Jean-Luc: Bretonische Brandung

Alge Chondrus crispus : pharmazeu tisches Potenzial? - Robert Bressani Chondrus crispus ist "eine Rotalge, die wir gerade erforschen", erklärt der Meeresbiologe Marc Leussot dem aus Paris ins bretonische Finistère... weiter




Mordrätsel um mehrere Ecken

Christian David. - www.corn.at/ Deuticke im Paul Zsolnay Verlag. Auf die Frage, wann man lügen darf, antwortete der junge Autor Wolfgang Popp: "Wenn die Lüge das bessere Ergebnis als die Wirklichkeit hervorbringt... weiter




Ein tiefsinniger Schelm

Urs Widmer. - Foto: Wikimedia "Ich heiße Vigolette alt. Ich bin ein Zwerg. Ich bin acht Zentimeter groß und aus Gummi." So leitete Urs Widmer 2006 seinen Roman "Mein Leben als... weiter




Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971,

Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen: Es sollte die Suche nach dem Ursprung des Universums werden - oder zumindest etwas Ähnliches. Medienkünstler Peter Weibel lud zum Auftakt in den Klangraum Minoritenkirche, um sich einem "3D-Rausch-Konzert" hinzugeben.

Ostern ist zwar schon vorbei, aber der Hase hat nach wie vor Saison. (Probenfoto) Kein Engel, sondern Justin:  Ein Countdown auf dem Bühnen-Screen kündigte gegen 21.00 Uhr den  Pop- und Social Media-Stars an, rund 14.000 Fans kreischten  im Minutentakt

Schulden G.m.b.H.

Jeder Einzelfall ist Routine

Schuldnerschicksale: Eva Eckerts Doku handelt von jenen, die davon leben, dass andere nicht mehr zahlen können. - Stadtkino Es ist immer das Gleiche: Ein Schuldner bezahlt seine Handyrechnung, seine auf Pump gekauften Möbel oder seine Leasingraten nicht... weiter




"Mutter und Sohn"

Eine Frage des Geldes

Nüchternes Gesellschaftsporträt: Netzers preisgekrönter Film zeigt eine überbesorgte Mutter (im Bild: Luminita Gheorghiu) und stellt das korrupte Milieu der Superreichen an den Pranger. - Filmladen Es ist die Realität, aber es wirkt wie ein Zerrbild. Das, was der rumänische Regisseur Cãlin Peter Netzer in seinem Film "Mutter und Sohn" vorführt... weiter




Shortcuts

Neu im Kino

 - © Principal - Fotolia Mit Kraft und Geist(az) Als der Phobiker Martín von seiner Freundin verlassen wird, vergräbt er sich in seiner Einzimmerwohnung... weiter



Die Casady-Schwestern alias CocoRosie

Wie nennt man diese Musik?

Stets extravagant: Sierra (vorne) und Bianca Casady, die als CocoRosie firmieren. - Rodrigo Jardon Bei der Begegnung mit CocoRosie war dem Autor dieser Zeilen fast zumute wie im STS-Hit "Fürstenfeld" dem Steirerbua angesichts eines Szene-Girls im... weiter




Kahn Galleries der Albertina

Ein Kind der Apokalypse

Bandagierte Köpfe und Kinder in der Rolle von Opfern sind Markenzeichen Gottfried Helnweins, der in "The Disasters of War 7" die Gräuel des Krieges anklagt. - Sammlung Christian Baha/VBK An Gottfried Helnwein schieden sich schon in Wien um 1970/80 die Geister: Manche, wie Rudolf Hausner, der ihn als seinen Nachfolger an der Akademie... weiter




Wagners Ring an einem Abend an der Volksoper Wien

Wagnerwucht mit Stopps zum Schmunzeln

20130524DER RING DER NIBELUNGEN - APAweb/HERBERT PFARRHOFER Ein Entkommen gibt es nicht, schon gar nicht für Veranstalter: Ein jedes Opernhaus, so scheint’s, steht im 200... weiter




Am Sonntag werden bei den Filmfestspielen in Cannes die Preise vergeben

Hollywood gegen Realität

"La Vie d’Adèle" ist der große künstlerische Triumph von Cannes 2013. - Festival de Cannes Cannes. Niemals passiert es, dass das Wettbewerbsprogramm eines Filmfestivals ausschließlich exzellente Filme vereint... weiter



Beliebte Inhalte



Ein Plakat zeigt Mohammed Assaf, der Star der Talentshow "Arab Idol" in West Bank bei Ramallah. - Reuters / Mohamad Torokman
  • Sänger Assaf feiert Erfolge in gesamtarabischer Castingshow
  • weiter

Unvorstellbare Grausamkeit sollen Gottfried Helnweins Arbeiten oft erklären. - Julia Stix
  • Der Künstler über Mangel an Charisma, Kunst als Trophäe und ordinäres Wienerisch.
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Irmgard Vilsmaier (l.) als "Brünnhilde" und Caroline Melzer als "Sieglinde" während einer Probe für "Der Ring der Nibelungen" - APAweb/HERBERT PFARRHOFER Ein Entkommen gibt es nicht, schon gar nicht für Veranstalter: Ein jedes Opernhaus, so scheint’s, steht im 200...weiter

Vor dem wahnwitzigen Gemetzel: "Galizien" als sentimental-groteskes Antikriegsstück. - Thomas Aurin
  • "Die Glembays", "Galizien" und "Agonie" von Miroslav Krlea.
  • weiter

Chaim Miller bereut die Morde der Gruppe nicht, jedoch, "dass wir nicht mehr gemacht haben". - 3sat
  • TV-Dokumentation zeichnet das Leben des 92-jährigen Chaim Miller nach.
  • weiter

Nachdem sich mehrere Zuschauer, von den drastischen Bühnenvorgängen geschockt, sogar in ärztliche Behandlung begeben hatten, ersuchte Meyer den Regisseur, seine Inszenierung zu modifizieren. Kosminski lehnte ab. - Foto: APAweb/Deutsche Oper am Rhein
  • Bühnenvereins-Präsident Zehelein kritisiert scharf die Düsseldorfer Oper.
  • weiter

Unvorstellbare Grausamkeit sollen Gottfried Helnweins Arbeiten oft erklären. - Julia Stix
  • Der Künstler über Mangel an Charisma, Kunst als Trophäe und ordinäres Wienerisch.
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag von Richard Wagner zum 200. Mal. Hier die Büste von Arno Breker in der Nähe des Festspielhauses in Bayreuth. - Foto: epa/Daniel Karmann
  • Auseinandersetzung mit Themen wie Individualismus, Außenseitertum und Aufarbeitung von Geschichte.
  • weiter





Werbung