
Nicht zum ersten Mal warnt die britische Organisation Get Safe Online ihre Leser in einer aktuellen Aussendung vor falscher AV-Software. Bereits im April diesen Jahres ergab eine von Google durchgeführte Untersuchung von 240 Millionen Internetseiten, dass falsche Anti-Virus-Programme mittlerweile 15 Prozent der schädlichen Software im Internet ausmachten.
Neu ist nun, so Get Safe Online wie die Cyberkriminellen ihre Kunden vom Kauf der schädlichen Software überzeugen. Bereits jeder vierte Brite würde Anrufe von Scareware-Betrügern erhalten, so die Vertreter der Plattform für Internetsicherheit. Die Kriminellen tarnen sich nicht selten als Mitarbeiter von IT-Helpdesks, um User vom Kauf eines Programmes zu überzeugen.
Die neuen "Betriebe" für Cybercrime
Obwohl die neue Form der Trickbetrügerei noch wenig verbreitet sein dürfte im deutschsprachigen Raum, geht Trend-Micro-Sicherheitsexperte Rik Ferguson in einem Gespräch mit pressetext davon aus, dass sich die Bedrohung bald ausweiten könnte.
Einige Cyberkriminelle würden sich bereits in sogenannten Cybercrime-Callcenters zusammenzuschließen. Die Betreibung eines derartigen "Unternehmens" wäre zwar teurer als das massenweise Verschicken von Spammails, dürfte sich jedoch lohnen, wie die hohe Prozentzahl der Scareware-Anrufe in Großbritannien zeigt.
Die als Helpdesk-Mitarbeiter getarnten Betrüger gehen dabei immer auf ähnliche Weise vor: Am Telefon wird ein beliebiger Internet-User von der akuten Virengefährdung seines PCs überzeugt. Nur durch den Ankauf eines sogenannten Patches, wertmäßig bei um die 30 Pfund angesiedelt, könne die Gefahr vom eigenen PC noch abgewendet werden. Sind Kreditkartennummer oder der Zugriff auf den Computer erst einmal bekannt gegeben, hat der Cyberkriminelle sein Ziel erreicht.
Sicher wird in Zukunft deshalb nur sein, wer sich selbst informiert und Panikmache kritisch hinterfragt, sind die IT-Experten von Get Safe Online überzeugt.
"Get Safe Online":www.getsafeonline.org