• vom 19.11.2014, 18:31 Uhr

Sterbehilfe

Update: 20.11.2014, 11:27 Uhr

Sterbehilfe

Tendenz zur Selbstbestimmung




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Von Jan Michael Marchart und Simon Rosner

  • Verbot von Sterbehilfe findet keine Mehrheit.

Begleitung am Lebensende statt Assistenz beim Suizid. Dafür gibt es im Parlament eine Mehrheit, für ein Verbot der Sterbehilfe in der Verfassung nicht.

Begleitung am Lebensende statt Assistenz beim Suizid. Dafür gibt es im Parlament eine Mehrheit, für ein Verbot der Sterbehilfe in der Verfassung nicht. Begleitung am Lebensende statt Assistenz beim Suizid. Dafür gibt es im Parlament eine Mehrheit, für ein Verbot der Sterbehilfe in der Verfassung nicht.

Wien. Am Samstag ist This Jenny gestorben. Jenny war Schweizer Politiker, er saß für die SVP im Ständerat, im Februar trat er wegen einer Krebserkrankung zurück. Etwas später kündigte er an, dass er den Zeitpunkt seines Todes selbst bestimmen werde. "Wenn alle wissen, dass ich sterbe, alle nur noch um mich weinen, gehe ich", sagte er in einem Interview mit dem "Blick". Am Samstag schied er mit Unterstützung der Sterbehilfeorganisation "Exit" aus dem Leben.

Jennys Krankheit und Sterben wurde medial immer wieder thematisiert, deshalb wird auch in der Schweiz wieder über Sterbehilfe debattiert. "Exit" meldete bereits einen massiven Anstieg der Anmeldungen, eben auch wegen der Öffentlichkeit um Jenny.


In Österreich wird politisch gerade debattiert, ob das Verbot der Sterbehilfe nicht sogar in die Verfassung geschrieben werden soll, die ÖVP hatte das gefordert. Sie dürfte sich damit aber argumentativ in eine Ecke manövriert haben. SPÖ, Grüne und Neos lehnen diesen Schritt bisher restriktiv ab, dazu kommen verfassungsrechtliche Bedenken. Und der Zeitgeist.

Opposition: Verbot vom Tisch
"Die Tendenz spricht für eine Regelung, die Selbstbestimmung am Ende des Lebens als oberstes Prinzip sieht", sagt Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen zur "Wiener Zeitung". Selbstbestimmung ist mittlerweile ein zentrales gesellschaftliches Bedürfnis geworden, in vielen Bereichen, aber eben auch beim Tod. Das geht auch aus der Mehrzahl der Stellungnahmen hervor, die an die vom Parlament eingesetzte Kommission, in der Mückstein sitzt, geschickt wurden.

"Die Menschen wollen sich nicht von Politikern ausrichten lassen, wo und wie ihr Leben zu enden hat", umreißt Gerald Loacker von den Neos die Stoßrichtung der Stellungnahmen.

Die Kommission hat zwar bisher nur ihre Auftaktveranstaltung erlebt, dennoch scheint das Verbot der Sterbehilfe im Verfassungsrang bereits vom Tisch. "Das ist auch meine Vermutung", sagt Eva Mückstein, die für die Grünen in der Kommission sitzt. "Die ÖVP steht auch nur mehr halbherzig hinter diesem Unterfangen", vermutet sie. Und auch für Loacker "scheint klar zu sein", wie er sagt, dass dieses Verbot im Verfassungsrang nicht kommen wird.

Die ÖVP allerdings möchte sich die Verankerung des Sterbehilfeverbots in der Verfassung nicht ausreden lassen. Doch Gertrude Aubauer, Vorsitzende der Kommission, weicht auf Anfrage der "Wiener Zeitung" zur Causa prima eher aus. Vorerst sei wichtig, sagt sie, was dem Bürger nütze. "Für den sind wir schließlich da."

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Dokument erstellt am 2014-11-19 18:35:06
Letzte ─nderung am 2014-11-20 11:27:11



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