• vom 14.04.2015, 17:57 Uhr

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Diskriminierung im Stillen




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  • IHS-Studie: Viertel der Studierenden fühlt sich diskriminiert, nur 28 Prozent melden dies.

Wien. (fib) "Ein Lehrender sagte, dass Frauen ohnehin nicht Mathematik studieren sollten" und "Studierende, die Deutsch als Muttersprache haben, wollen mit den Ausländern keine Arbeitsgruppe bilden". In einer Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) gab jeder vierte Studierende an, diskriminiert worden zu sein.

Am häufigsten diskiminiert fühlten sich demnach Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (31 Prozent), gefolgt von Frauen (27 Prozent), während sich nur 18 Prozent der Männer diskriminiert fühlten. Bei den ausländischen Studierenden machten Nicht-EU-Bürger (42 Prozent) häufiger Diskriminierungserfahrungen als etwa Deutsche (32 Prozent). Die Studie konzentriert sich primär auf Diskriminierung aufgrund Herkunft und Geschlecht. Erlebt wird diese vor allem in Lehrveranstaltungen (14 Prozent), in Arbeitsgruppen (fünf Prozent) und bei Prüfungen (vier Prozent). Die Diskriminierung geht zu gleichen Teilen von Studierenden und Lehrende aus (je zwölf Prozent).

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Lehrende diskriminieren aufgrund des Geschlechts
Anders als andere Diskriminierungsformen geht geschlechtsspezifische Diskriminierung häufiger von Lehrenden aus, Diskriminierung aufgrund der Herkunft eher von anderen Studierenden: Jeder zehnte Student gab an, ein geringerer Ausländeranteil wäre für das Klima an Hochschulen besser, ein Viertel spricht sich für einen eingeschränkten Zugang von Ausländern an Unis aus. Verbale Attacken, zweideutige Witze und Stereotypisierungen sind die häufigsten Formen der Diskriminierung (je zehn Prozent), gefolgt von diskriminierenden Begriffen (acht Prozent) und der Ungleichverteilung von Ressourcen (sieben Prozent). Ein knappes Prozent führte sogar körperliche Gewalt an. Zehn Prozent der Frauen und drei Prozent der Männer fühlten sich rein aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH), die die Studie in Auftrag gab, fordert unter anderem offizielle Anlaufstellen für Fälle der Diskriminierung und Arbeitskreise für Gleichbehandlungsfragen. Für die Studie wurden Ende 2014 3660 Studierende an Unis und Fachhochschulen gefragt.




Schlagwörter

Hochschulen, unis, IHS-Studie, ÖH

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Dokument erstellt am 2015-04-14 18:02:02




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